Ansicht der Playa de Monsul im Naturpark Cabo de Gata.
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Hier standen einst Harrison Ford und Sean Connery vor der Kamera. Ein Besuch des Traumstrands Playa de Monsul im Naturpark Cabo de Gata kostet jetzt Eintritt.

Bade-Urlaub in Andalusien

Naturpark Cabo de Gata: Besuch der Traumstrände auch diesen Sommer nur mit Eintrittsgeld

  • José Antonio Nieto
    vonJosé Antonio Nieto
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Der Naturpark Cabo de Gata im Südosten von Andalusien erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Was aber auch die Besucherströme von Jahr zu Jahr anwachsen lässt. Der Zugang zu einigen der schönsten Strände muss zu ihrem Schutz bereits mit Eintrittsgeldern limitiert werden.

Almería - Die naturbelassenen Playa de los Genoveses und Playa de Monsul gehören zu den schönsten Stränden an der Costa de Almería in Andalusien. Ebenso einige kleinere, mehr oder weniger abgeschiedene Buchten wie Cala del Barronal, Cala de la Media Luna oder Cala Carbón. Sie genießen dementsprechend auch eine große Popularität. Obwohl sie nur über eine Schotterpiste zu erreichen sind, locken sie in der Hochsaison Horden von Urlaubern an. Was ein Problem darstellt, denn sie befinden sich im Herzen des Naturparks Cabo de Gata, und zwar in einer ökologisch besonders wertvollen und fragilen Zone des Schutzgebietes. Um die Zahl der Besucher einzugrenzen, kostet der Besuch einiger Traumstrände jetzt Eintritt.

Naturpark Cabo de Gata: Besuch von Traumstränden kostet im Sommer Eintritt

Die motorisierte Zufahrt zu diesen Stränden und Buchten im Südosten von Andalusien wird denn auch schon seit Langem während der Sommermonate limitiert. Abstellmöglichkeiten gibt es in dem Areal zwischen dem Kap und dem Küstenort San José im Naturpark Cabo de Gata nur für 399 Fahrzeuge, mehr dürfen sich daher auch nicht gleichzeitig dort aufhalten. Dafür wird ein Park-&-Ride-System mit von San José aus zu den Stränden pendelnden Bussen geboten. Doch damit war es nicht getan, es mussten Eintrittsgelder her.

Mit der Erhebung eines Eintritts hatte die andalusische Landesregierung, die als Hüter des Naturparks Cabo de Gata den Schutz von dessen Umwelt zu garantieren hat, den Zugang zum Park vor einigen Jahren zusätzlich erschwert. Aber auch die fünf Euro, die am südlichen Ortsausgang von San José an einer Schranke vor der Schotterpiste zu entrichten sind, taten der Beliebtheit der Traumstrände keinen Abbruch. Im letzten Sommer gingen die Besucherzahlen zwar etwas zurück – mehr im Juni als im Juli und August, während sie im September sogar zunahmen –, aber wohl eher wegen des Rückgangs des Tourismus infolge der Corona-Pandemie.

In diesem Jahr wird das Eintrittsgeld zu den Traumstränden im Cabo de Gata vom 12. Juni bis 16. September fällig, also an 107 Tagen. Die Zugangskontrolle ist von der Landesregierung indes ausgelagert worden. Mit dem nicht öffentlich ausgeschriebenen, sondern direkt ausgehandelten Auftrag ist die Firma Torres y González Díaz S.L. betraut worden, und zwar aus einem bestimmten Grund. Dem Unternehmen gehört nämlich der Großteil des Umlandes der Strände.

Baden im Naturpark: Zugangskontrolle privatisiert - Auftragnehmer muss Leistungen erbringen

Eine Gebühr für die Konzession muss die Firma zwar nicht entrichten, dafür ist sie dazu angehalten, neben der Zugangskontrolle noch eine Reihe weiterer Dienstleistungen zu erfüllen. So muss sie etwa die Schotterpiste und die abzweigenden Wege zu den Stränden im Cabo de Gata täglich mit Wasser abspritzen, damit die Autos nicht ganz so viel Staub aufwirbeln. Außerdem ist sie dazu verpflichtet, an den Stränden Genoveses und Mosul Dixie-Klos aufzustellen und für deren Reinhaltung zu sorgen. Vor allem aber muss sie den von den weniger umweltbewussten Strandbesuchern liegengelassenen Müll auflesen und entsorgen.

Trotzdem dürfte das Unternehmen mit dem Auftrag ein lukratives Geschäft machen. Ab 462 Fahrzeugen am Tag soll sich das Geschäft rentieren und gerechnet wird mit etwa 600 pro Tag. Die Landesregierung geht von rund 265.00 Euro an zu erwartenden Einnahmen aus, während sie die anfallenden Kosten mit etwa 204.000 Euro veranschlagt.

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