Almerías Bürgermeister Ramón Fernández und der andalusische Tourismusminister Juan Marín.
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Almerías Bürgermeister Ramón Fernández (l.) und der andalusische Tourismusminister Juan Marín haben den von Stadt und Land gemeinsam finanzierten Förderplan besiegelt.

Nach langem Warten

Tourismus in Andalusien: Fünf Millionen für Förderplan in Almería

  • vonJosé Antonio Nieto
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Einen Plan zur Förderung des Tourismus in der Provinzhauptstadt Almería kündigte die andalusische Landesregierung vor drei Jahren bereits an. Vor wenigen Tagen ist er Realität geworden.

Almeria - Mit dem Plan de Túrismo de Grandes Ciudades fördert die Landesregierung von Andalusien gezielt den Fremdenverkehr in den größeren Städten der Region mit mehr als 100.000 Einwohnern. Für die Provinzhauptstadt Almería war bereits 2017 ein solcher Plan angekündigt worden. Im Jahr darauf wurde er von der Landesregierung auch schon bewilligt. Bis eine unterschriftsreife Ausarbeitung des Plans vorlag, mussten indes noch zwei weitere Jahre verstreichen. In dieser Woche haben ihn Almerías Bürgermeister Ramón Fernández und der andalusische Tourismusminister Juan Marín nun endlich besiegelt.

Provinzhauptstadt Almería
Einwohner706.871 (Stand 2019)
BürgermeisterRamón Fernández (PP)
Stadtgründung955 n. Chr. durch Abd al-Rahman III

Tourismus-Förderplan für Almería: Stadt und Land teilen sich die Kosten

Der Plan zur Stärkung des Tourismussektors in Almería ist mit fünf Millionen Euro dotiert worden, wobei Stadt und Land jeweils für die Hälfte der Finanzierung aufkommen werden. Die Mittel sollen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Provinzhauptstadt als Urlaubsdestination zu stärken. Bürgermeister Ramón Fernández hebt hervor, dass die 2,5 Millionen Euro, die von der andalusischen Regierung beigesteuert werden, die höchste Subvention sei, die Almería bislang zur Förderung des Fremdenverkehrs erhalten habe. Das Geld soll in verschiedene Projekte investiert werden, die in zwei jeweils zweijährigen Phasen – 2021 bis 2022 und 2023 bis 2024 – umgesetzt werden sollen.

Die Projekte, die letztlich realisiert werden sollen, sind indes ganz andere als jene, die vor drei Jahren ursprünglich ins Auge gefasst worden waren. Damals sollte der Förderplan vor allem darauf abzielen, neue touristische Angebote zu schaffen, wie etwa ein geplantes Unter-Wasser-Museum mit Skulpturen auf dem Meeresgrund. Während der Plan auf den Beginn seiner Umsetzung wartete, wurde er indes grundlegend überarbeitet, wobei die meisten der anfänglichen Ideen wieder verworfen wurden. Nun zielt der Plan in erster Linie darauf ab die Qualität bereits existierender touristischer Ressoucen zu verbessern.

Almerías sehenswerte Markthalle soll mithilfe ihrer Digitalisierung als Besucherattraktion etabliert werden.

Aufwerten will man unter anderem das örtliche Filmmuseum, das mit neuen Inhalten ergänzt und auf einen aktuellen Stand gebracht werden soll oder auch die Schutzbunker aus dem spanischen Bürgerkrieg, in denen ein Eintauchen in eine virtuelle Realität ermöglicht werden soll, damit die Besucher sehen können wie die damalige Bevölkerung die Bombardierungen in den Katakomben erlebte. Stärker in Wert setzen will man außerdem die Markthalle, die nicht zuletzt mithilfe ihrer Digitalisierung als Besucherattraktion etabliert werden soll. So soll sie etwa mit Touch-Screens ausgestattet werden, über welche die Händler ihre Produkte und Tagesangebote vermitteln und mit denen die Kunden ihre Bestellungen aufgeben könnten.

Digitale Info-Terminals – wie eine rund um die Uhr verfügbare Tourist-Info

Die interaktiven Monitore sollen darüberhinaus Touristen aber auch dazu dienen, sich über das historische Marktgebäude oder Almerías übrige Sehenswürdigkeiten zu informieren. Ebenso über Kulturevents oder sonstige Veranstaltungen, die in der Stadt anstehen. Sollten diese Eintritts-pflichtig sein, kann man an den Monitoren auch gleich die Eintrittskarten erwerben. Die Info-Terminals sollen sogar noch viel mehr leisten können. Etwa eine Stadtkarte ausdrucken oder auf das Handy laden. Oder je nach Interessen, verfügbarer Zeit und Standort individuelle Routen für Ortsunkundige erstellen. Nicht nur in der Markthalle sollen die digitalen Info-Terminals mit Touchscreen künftig vorzufinden sein, sondern auch am Flughafen sowie am Bahnhof. Und auch in Hotels sollen sie installiert werden.

“Der Förderplan ist ein wichtiges Instrument, um die Attraktivität Almerías für Urlauber zu erhöhen und die touristischen Aktivitäten der Stadt zu stärken”, versichert Juan Marin. Dem Städte-Tourismus misst der Landestourismusminister ohnehin einen wachsenden Stellenwert zu. Im vergangenen Jahr hätten allein die acht andalusischen Provinzhauptstädte neun Millionen Besucher registriert, in etwa 30 Prozent aller Touristen, die in die Region gereist waren. Der Städte-Tourismus trage, da sich die Besucher homogener über das ganze Jahr verteilen, auch zur Überwindung der Saisonabhängigkeit aus. Und die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sei zwar geringer als im ländlichen Tourismus oder im Strandsegment, dafür aber würden sich die Besucher ausgabefreudiger zeigen.

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