Eine Straße in Lepe nach dem Unwetter von Ende September.
+
Das schon beinahe vertraute Chaos nach einem Unwetter: Immer öfter werden Gemeinden in Andalusien von Starkregen heimgesucht, die Überschwemmungen nach sich ziehen.

Klimawandel in Spanien

Andalusien: Überschwemmungen drohen in immer mehr Gemeinden

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
    schließen

Das spanische Umweltministerium hat eine Studie zur Überschwemmungsgefahr im Land veröffentlicht. Allein in Andalusien leben demnach rund 575.000 Personen in bedrohten Gebieten.

Sevilla - Spaniens Umweltministerium hat die Überschwemmungsgefahr im gesamten Land analysiert. Auf Grundlage der entsprechenden Studie ist ein Plan zur Eindämmung der damit einhergehenden Risiken erstellt worden. Es ist dies eine Forderung der Europäischen Union, der die Mitgliedsstaaten seit 2007 nachkommen müssen. Der Plan muss außerdem in periodischen Abständen erneuert werden. Die jetzige Neufassung gilt für den Zeitraum der Jahre 2022 bis 2027 und müsste vor ihrem Ablauf erneut aktualisiert werden. Die Studie gibt auch Erkenntnisse zur Gefahr von Überschwemmungen in Andalusien.

AndalusienSpanische Autonome Gemeinschaft
Fläche87.268 Quadratkilometer
Einwohner8,427 Millionen (Stand 2019)
HauptstadtSevilla

Klimawandel in Andalusien: immer längere Dürreperioden, aber auch immer mehr Starkregen

In Andalusien wohnen demnach etwa 575.000 Personen in Gebieten, die einer Überschwemmungsgefahr ausgesetzt sind. Bei einer Bevölkerung von knapp 8,43 Millionen Einwohner kein unerheblicher Anteil. In der vorherigen Version des Plans, mit dem unter anderem der Katastrophenschutz arbeitet, waren es noch 82.000 Personen weniger gewesen, die mit der Bedrohung einer möglichen Überschwemmung leben mussten.

Eine erhöhte Gefahr bestehe in 168 Gemeinden in Andalusien, die sich vor allem auf die Provinz Granada sowie die beiden am Fluss Guadalquivir liegenden Provinzen Córdoba und Sevilla konzentrieren. Von Überschwemmungen gefährdet seien nicht zuletzt auch Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten oder Seniorenheime. Infolge des Klimawandels verzeichne die Region zwar immer öfter längere Dürreperioden, zusehends aber auch sintflutartige Regenfälle, die erhebliche Schäden anrichten können.

Uberschwemmungen in Andalusien: Kompensationen für von Unwetter betroffene Gemeinden

Schäden, die den staatlichen Administrationen schließlich teuer zustehen kommen. Als mahnendes Beispiel können die letzten Unwetter dienen, die sich zwischen Ende August und Ende September in Andalusien ereignet hatten. Aus dem laufenden Haushalt für dieses Jahr hat die andalusische Regierung nun 1,5 Millionen Euro abzweigen müssen. Allein um beschädigte öffentliche Infrastrukturen wieder in Schuss zu bringen.

Mit dem Geld der Landesregierung sollen die insgesamt 24 Gemeinden aus sechs Provinzen in Andalusien entschädigt werden, die von den verschiedenen Unwettern getroffen wurden. Je nach entstandenem Schaden erhalten die einzelnen Gemeinden – zehn aus der Provinz Jaén, jeweils vier aus den Provinzen Córdoba, Granada und Huelva sowie jeweils eine aus den Provinzen Málaga und Sevilla – zwischen 15.000 und 610.000 Euro.

Die 1,5 Millionen Euro sollen zur Reparatur oder Erneuerung von Straßen und Versorgungsnetzen sowie von Einrichtungen wie Parks, Sportanlagen und Friedhöfen dienen. Drei Gemeinden der Provinz Huelva – Cartaya, Lepe und Isla Cristina –, die am 23. September von einem besonders starken Unwetter heimgesucht wurden, sollen außerdem noch 882.000 Euro vom Landesbildungsministerium erhalten. Dort wurden nämlich mehrere Schulen überschwemmt, wobei nicht nur die Gebäude beschädigt wurden, sondern auch etliches Unterrichtsmaterial verloren ging.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare