Andalusiens Ministerpräsident Juan Manuel Moreno (r.) begutachtet die Schäden nach dem Waldbrand in der Sierra Bermeja in Málaga im September 2021.
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Großbrand in Sierra Bermeja in Málaga: Ministerpräsident Moreno (r.) begutachtet die Schäden.

Waldbrand in Andalusien

Großbrand in Málaga: Nach 47 Tagen endlich für gelöscht erklärt

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Am 8. September bricht einer der größten Waldbrände Spaniens in der Sierra Bermeja im Norden von Málaga aus. Erst 47 Tage später erklärt Infoca das Feuer für gelöscht. Die Bilanz: verheerend.

Estepona – Noch 47 Tage nach dem verheerenden Waldbrand in der Sierra Bermeja im Norden von Málaga sind die Spuren deutlich zu sehen. Verkohlte Erde zieht sich kilometerweit durch die andalusische Landschaft nur wenige Meter an einer Tankstelle vorbei. Erst 47 Tage nach dem Ausbruch des Feuers am 8. September um 21.35 Uhr erklärt die auf Waldbrände spezialisierte Einheit Infoca der Landesregierung von Andalusien den Großbrand am 24. Oktober um 19 Uhr für gelöscht und legt beeindruckende Zahlen vor.

MálagaProvinz
Fläche7.308 km²
Bevölkerung1,661 Millionen (2019) Eurostat
HauptstadtMálaga

8.401 Hektar Vegetation in den sieben Gemeinden Estepona, Jubrique, Júzcar, Faraján, Benahavís, Genalguacil und Casares brannten ab. Am heftigsten betroffen war Estepona. Ein Feuerwehrmann aus Almería kam ums Leben. 2.670 Menschen mussten evakuiert werden. Dass an nur einem einzigen Tag 1.437 Feuerwehrleute und 51 Löschflugzeuge im Einsatz waren, belegt, wie gewaltig und schwer zu kontrollieren der Brand war, der zudem noch in schwer zugänglichem Gebiet wütete.

Großbrand in Málaga nach 47 Tagen endlich gelöscht: Einen Monat lang glühende Wurzeln kühlen

Mehr als einen Monat, nachdem das Feuer unter Kontrolle gebracht worden war, blieben Infoca-Truppen im Einsatz, um den Untergrund, glühende Wurzeln und Torf zu kühlen, damit kein neuer Brand entstehen konnte. Derweil laufen die Ermittlungen der Umweltbrigade der Guardia Civil, Seprona. Die Staatsanwaltschaft geht von Brandstiftung aus. Die Täter sollen neben der Straße nach Genalguacil zwei Haufen von Laub und Tannenzapfen mit einem Brandbeschleuniger versetzt und in einem Abstand von einigen Metern angezündet haben. Ihnen drohen bis zu 20 Jahren Gefängnis.

Der Brand in der Sierra Bermeja gilt als einer der schwersten in der Geschichte Spaniens. Experten sprechen von einem Feuer der sechsten Generation. Begünstigt durch den Klimawandel und die hohen Temperaturen bildeten sich sogenannte Feuerwolken, die Stürme und Gewitter mit sich bringen und neue Brandherde entfachen können. Erschwerend für die Feuerwehrleute kam hinzu, dass sich Forstwege und Brandschneisen in schlechtem Zustand befanden und das Löschen behinderten.

Großbrand in Málaga nach 47 Tagen endlich gelöscht: Besonders betroffen sind die kleinen Dörfer

Der Bürgermeister von Genalguacil, Miguel Ángel Herrera (PSOE), machte den Mangel an Mitteln zur Brandvermeidung für das Umweltdesaster verantwortlich. Die kleinen Dörfer im Hinterland, wie Genalguacil mit 401 Einwohnern, würden im Vergleich zu den Küstenorten benachteiligt werden. Schuld daran sei die Landentvölkerung*. Der Meinung ist auch der Bürgermeister des 600 Einwohner zählenden Dorfes Jubrique, Alberto Benitez (PSOE). Auch wenn „nur“ 500 Hektar in Jubrique verbrannt seien, bedeute das, dass viele Familien Teile ihrer Höfe und ihre Lebensgrundlage verloren hätten.

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