Ärzte und Krankenpfleger in weißen Kitteln stehen an einem Bett auf der Intensivstation und behandeln einen Patienten.
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Von dem Massen-Ausbruch in Málaga sind ausgerechnet Krankenpfleger und Ärzte der Intensivstation betroffen.

Corona in Andalusien

Massen-Ausbruch in Málaga: Krankenpfleger infizieren sich bei Weihnachtsfeier

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Ausgerechnet Krankenpfleger haben sich in Málaga bei einem Massen-Ausbruch mit Corona infiziert. Offenbar steckten sie sich bei der Weihnachtsfeier an.

Update, 8. Dezember: Die Zahl der Infizierten bei dem Corona-Ausbruch in Málaga steigt auf 80. Die Gesundheitsbehörde in Andalusien will am heutigen Dienstag zusätzliches Personal einstellen, um die Krankenpfleger und anderen Fachkräfte zu ersetzen. Die meisten Betroffenen arbeiten auf der Intensivstation des Hospital Regional, alle haben einen asymptomatischen oder leichten Covid-19-Verlauf. Außerdem, so die gute Nachricht, habe sich kein Patient bei den Infizierten angesteckt.

Erstmeldung, 7. Dezember: Málaga - Eigentlich steht Andalusien in der Corona-Statistik aktuell gut da, die 14-Tages-Inzidenz in der Region liegt weit unter den durchschnittlichen Werten in Spanien: 117 Neuinfektionen kommen aktuell binnen zwei Wochen auf 100.000 Andalusier, in Spanien sind die aktuellen Corona-Werte mit 248 mehr als doppelt so hoch. Doch jetzt sind ausgerechnet Krankenpfleger aus Málaga von einem Massen-Ausbruch betroffen. Angesteckt haben sie sich wohl bei einer großen Weihnachtsfeier.

Corona-Ausbruch unter Krankenpflegern: Krankenhaus in Málaga betroffen

Die Infizierten, die dem Massen-Ausbruch zugeordnet werden, arbeiten alle in der Uni-Klinik Hospital Regional in Málaga - vormals Carlos Haya. 173 Angestellte trafen sich am 1. Dezember zum Weihnachtsessen, ausgerechnet das Personal der Intensivstation (UCI). Die meisten von ihnen sind Krankenpfleger, aber zu den Betroffenen zählen auch einige Ärzte. Dabei kann man den Infizierten gar nicht einmal vorwerfen, Corona-Protokolle missachtet zu haben: Alle Teilnehmer der Weihnachtsfeier hatten vorab einen negativen Antigen-Test vorgelegt, und alle sind vollständig geimpft - Booster inklusive.

Die gute Nachricht: Alle Infizierten in Málaga haben einen leichten Covid-19-Verlauf oder gar keine Symptome. Aktuell sprechen die Behörden in Andalusien von 68 bestätigten Fällen und gehen davon aus, dass der Massen-Ausbruch angesichts der 173 Teilnehmer an der Weihnachtsfeier noch wachsen dürfte. Über das lange Wochenende in Spanien mit den Feiertagen am 6. und 8. Dezember verzögert sich die Auswertung der Tests. Die Resultate vieler PCR-Tests stehen noch aus, von den Krankenpflegern selbst und von deren engen Kontakten.

Appell nach Ausbruch in Málaga: Krankenpfleger sollen auf Weihnachtsfeiern verzichten

Das Landesgesundheitsministerium in Andalusien hat nach dem Massen-Ausbruch an der Costa del Sol dringend dazu aufgerufen, unter Krankenhaus-Personal auf Weihnachtsfeiern zu verzichten. Ein entsprechender Aufruf wurde an alle öffentlichen und privaten Kliniken in der Provinz Málaga verschickt. Die Intensivstation des Hospital Regional in Málaga wurde unterdessen auf Minimalbetrieb heruntergefahren - bislang musste jedoch kein Personal aus anderen Abteilungen versetzt werden, um die mit Corona infizierten Pfleger und Ärzte zu ersetzen.

Unterdessen laufen in Andalusien Untersuchungen zu dem Corona-Ausbruch. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass sich die Betroffenen bei der Weihnachtsfeier in einem Restaurant ansteckten - eine Theorie lautet, dass diverse Antigen-Tests ein falsches Ergebnis geliefert hatten. Aber es gibt auch noch einen zweiten gemeinsamen Nenner unter den Betroffenen: Am 28. November war Staatsexamens-Prüfung, an der zahlreiche der Infizierten teilnahmen, die anschließend auch zum Weihnachtsessen in Málaga kamen.

Trotzdem Helden: Corona-Protokolle wurden in Málaga eingehalten

Um Schadensbegrenzung bemüht sich die Gewerkschaft CSIF, nachdem der Ausbruch in Málaga aktuell Thema in ganz Spanien ist. In einer Mitteilung erinnert CSIF daran, dass alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen seit Ausbruch der Pandemie wahre Helden seien: „Es ist sehr unfair, sie jetzt nach dem Ausbruch zu kriminalisieren“, heißt es in dem Schreiben. In der Vorweihnachtszeit gäbe es überall Veranstaltungen, Kongresse und Weihnachtsfeiern in hunderten von Firmen. „Die Betroffenen haben keine Regel gebrochen oder Corona-Auflagen missachtet, sondern die geltenden Empfehlungen befolgt“, betont die Gewerkschaft. „Die aktuelle Situation ist einem punktuellen Fall geschuldet und sollte niemanden dazu verleiten, an der Professionalität des Personals oder der Qualität der öffentlichen Gesundheitsversorgung zu zweifeln.“

Unterdessen steigt in Andalusien die Corona-Inzidenz weiter an, auch in der Provinz Málaga. Aktuell liegt der 14-Tages-Wert in der Provinz bei 158, die Lage in den Krankenhäusern ist aber weiterhin recht entspannt. Die Behörden melden aktuell 90 Covid-19-Patienten in den Kliniken der Provinz, 24 davon werden auf Intensivstationen behandelt.

Zum Thema: Die aktuellen Corona-Zahlen aus den Gemeinden der Costa del Sol.

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