Eine Musikkombo sorgt auf der Straße für Stimmung.
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Das fröhliche Treiben der Feria wird in diesem August in Almería ausbleiben.

Stadt sagt Patranatsfest ab

Coronavirus in Almería: Diesen Sommer ohne Feria

  • vonJosé Antonio Nieto
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Mit der Entscheidung, das Sommerfest ins Wasser fallen zu lassen, hat sich Almería schwer getan. Seit Monaten hat sie zwischen Austragung und Absage laviert.

  • Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie schien die Absage der Fería unausweichlich.
  • Bis vor wenigen Tagen wollte die Kommunalregierung am Fest festhalten.
  • Druck der andalusischen Landesregierung brachte die getroffene Entscheidung näher.

“Die Gesundheit der Almerienser ist wichtiger als jegliche Feier, deshalb haben wir in Koordination mit den andalusischen Gesundheitsbehörden beschlossen, alle in den Monaten Juni und Juli in den verschiedenen Stadtbezirken anstehenden Volksfeste, einschließlich der Feria in der Innenstadt, abzusagen”, hat Almerías Bürgermeister Ramón Fernández (PP) jüngst erklärt. Man werde sich stattdessen bereits an die Arbeit machen, die Feria des kommenden Jahres vorzubereiten. Mit der lange hinausgezögerten Entscheidung hat sich die Kommunalregierung der konservativen Volkspartei mehr als schwer getan.

Auf dem Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie Ende März sah es bereits stark danach aus, dass die in der zweiten August-Hälfte anstehende Feria der Provinzhauptstadt ins Wasser fallen würde. Damals wurden frühzeitig auch schon andere Feiern, wie etwa jene zur Johannisnacht Ende Juni, abgesagt. Mit der zunehmenden Abflachung der Infektionskurve aber wendete sich das Blatt. Noch bis vor wenigen Tagen tendierte die regierende PP eher dazu, das Sommerfest doch austragen zu wollen, wenn auch in einem völlig anderem als dem gewohnten Format, um große Menschenansammlungen zu verhindern.

Almerías Bürgermeister entspricht dem Wunsch der Landesregierung

Letztlich aber kam es doch anders. Erst appellierte die Landesregierung an alle Bürgermeister der andalusischen Städte und Gemeinden, zumindest bis September keine Volksfeste, Rummel oder Wallfahrten zu veranstalten. Dann redeten auch noch der Sprecher der Landesregierung, Elias Bendodo, sowie der andalusische Gesundheitsminister Jesús Aguirre Almerías Bürgermeister ins Gewissen, während einer Videokonferenz, an der auch Málagas Bürgermeister Francisco de la Torre (PP) teilnahm. Dieser erklärte umgehend, dass die Mitte August, direkt vor jener in Almería anstehende Feria in Málaga in diesem Jahr nicht stattfinden werde.

Am Ende blieb auch Almerías Bürgermeister nichts anderes übrig, als es seinem Parteikollegen aus Málaga gleichzutun. Einfach sei ihm der Schritt nicht gefallen, vor allem wegen der sozioökonomischen Implikationen, da doch sehr viele Familien wirtschaftlich von der Feria abhängen würden. Die Betroffenen hätten die Entscheidung jedoch geteilt. In diesem Sinne hat sich unter anderem Almerías Gaststättenverband Ashal bereits geäußert, der öffentlich erklärte, die Absage der Feria zu verstehen, zu respektieren und auch zu unterstützen.

Auch ohne Feria soll in diesem Sommer in Almería Unterhaltung geboten werden

Die Absage der Feria werde auch nicht bedeuten, dass in diesem Sommer in Almería nun gar keine Kulturevents oder sonstige Aktivitäten zur Freizeitgestaltung anstehen werden. “Wir arbeiten an einem an die aktuellen sanitären Erfordernisse angepassten Programm, mit Veranstaltungen, die unter freiem Himmel und mit limitiertem Publikumsaufkommen durchgeführt werden können und die größtenteils familiären Charakter haben werden”, versicherte Ramón Fernández.

Darunter könnten auch einige Aktivitäten fallen, die für gewöhnlich im Rahmen der Feria organisiert wurden. Jene Massenveranstaltungen, bei denen ein Mindestabstand kaum eingehalten werden könnte, wie der Festumzug oder der Rummel auf dem Festgelände kämen sicherlich nicht in Frage. Dafür aber andere wie etwa die internationale Töpfermesse, die in Almería eine lange Tradition hat oder auch Konzerte. Zum Beispiel jene des alternativen Musikfestivals Cooltural Fest, das sich in der Provinzhauptsdt einer großen beliebtheit erfreut.

Einige Konzerte unter freiem Himmel könnten in diesem Sommer in Almería schon angesetzt werden.

Möglich wäre auch die religiösen Zeremonien zu Ehren der Schutzheiligen Virgen del Mar, der die Patronatsfeiern gewidmet sind, aufrechtzuerhalten. Dies hatten auch schon die Kommunalregierungen in Roquetas und El Ejido vorgemacht. Diese hatten zwar ihre in diesem Sommer anstehenden Volksfeste abgesagt, in beiden Orten sollen aber unter anderem die vorgesehenen Gottesdienste zu Ehren der jeweiligen Schutzpatrone sehr wohl abgehalten werden.

“Völlig klar ist für uns, dass wir nichts organisieren werden, was unkontrollierbare Menschenansammlungen mit sich bringen könnte”, stellt Almerías Bürgermeister Ramón Fernández fest. Das würde angesichts der sanitären Ausnahmesituation allein schon der gesunde Menschenverstand vorschreiben. Und um zu sehen, was alternativ veranstaltet werden könnte, hätte man ja schließlich noch mehr als zwei Monate Zeit.

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