Altersheime in Almeria unter Covid-19

Coronavirus Almería: Lage in Seniorenresidenzen entspannt sich

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Die Seniorenheime der Provinz sind wiederholt von der militärischen Katastrophenschutzeinheit UME desinfiziert worden.
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Vier Seniorenresidenzen aus der Provinz Almería haben schwierige Wochen hinter sich. In allen vier grassierte das Coronavirus. Und alle vier haben wegen Covid-19 Todesfälle beklagen müssen. Das Schlimmste scheint mittlerweile aber überstanden zu sein.

  • In den vier Residenzen infizierten sich insgesamt 91 Bewohner mit dem Coronavirus.
  • Medizinische Ausrüstung der Seniorenheime konnte Todesfälle relativ gering halten.
  • Rückkehr zur Normalität geht nur langsam und mit anhaltender Vorsicht vonstatten.

Almería – Vier Seniorenresidenzen aus der Provinz Almería haben dem andalusischen Gesundheitsminsiterium in den letzten Wochen ernste Sorgen bereitet, da das Coronavirus in ihnen Einzug gehalten hatte. Gewütet hat das Virus in der Residencia Ballesol und der von Ordensschwerstern geführten Residencia Santa Teresa de Jornet in Almería sowie in der Residencia Virgen del Rosario in Roquetas und der Residencía Valleluz in Illar.

Besonders schwer getroffen wurde die Residencia Virgen del Rosario in Roquetas, wo sich außer 34 Heimbewohnern auch 13 Angestellte mit Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Alle Mitarbeiter sind mittlerweile geheilt, während von den infizierten Senioren sechs verstarben, 27 wieder gesund geschrieben werden konnten und nur noch einer in Behandlung ist, wobei er sich bereits auf dem Weg der Besserung befindet.

Coronavirus Seniorenheime: Fälle in der Bergregion Alpujarras

Hart erwischt hatte es auch die Residencia Valleluz in dem kleinen Dorf Illar in der Bergregion der Alpujarras. Dort steckten sind 27 Senioren mit Sars-Cov-2 an, von denen zwei den Kampf gegen das Coronavirus nicht überlebten. Die Residencia Ballesol in Almería wiederum registrierte 12 Infektionsfälle und zwei Todesfälle, während in der Residencia Santa Teresa de Jornet 18 Heimbewohner erkrankten, von denen drei der Covid-19-Krankheit erlagen. Vorerkrankungen sind ein möglicher Grund dafür, dass das bei den Senioren einen schwereren Verlauf als bei anderen nahm.

Die beiden Residenzen in Almería waren unter Aufsicht des Hospital de Torrecárdenas in Almería, jene in Roquetas und Illar wiederum in Kooperation mit dem Hospital de Poniente in El Ejido mit medizinischem Personal und Material ausgestattet worden, um an Covid-19 erkrankte Heimbewohner möglichst vor Ort behandeln und nur bei einer aktuen Verschlechertung ihres Gesunheitszustandes in ein Krankenhaus einliefern zu müssen.

Gefahr Coronavirus in Seniorenheimen: Sicherheitsvorkehrungen werden beibehalten

Unter medizinischer Betreuung steht nun nur noch die Residencia Virgen del Rosario in Roquetas, wo die Heimbewohner, die Covid-19 bereits überstanden haben, vorsichtshalber noch immer auf einer anderen Etage untergebracht sind als die übrigen 43 Senioren, die sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hatten. Auch dürfen die Bewohner noch bis auf weiteres weder die gemeinschaftliche Zonen der Residenz nutzen noch Besucher empfangen.

Dass die in den vier Residenzen tätigen Ärzte und Pfleger ganze Arbeit geleistet haben, lässt sich an den Zahlen ablesen, wenn man die statistischen Daten in Relation setzt. Von den insgesamt 91 infizierten Senioren konnten 77 - höchstwahrcheinlich kommt noch einer hinzu - gerettet werden. Verstorben sind zwar leider 13 Personen, wobei man angesichts des sehr fortgeschrittenen Alters und der vielfachen Pathologien der allermeisten Heimbewohner, die Zahl, so herzlos es klingen mag, als niedrig einstufen muss.

Unter allen an Covid-19 erkrankten Personen aus Almería liegt die Sterberate bislang bei sieben Prozent, während die Sterberate Sars-Cov-2 infizierten Heimbewohnern aus der Provinz bei 14,2 Prozent liegt. Vergleicht man diesen Wert allerdings mit jenen anderer andalusischer Provinzen wie Granada oder Jaén, wo die Sterberate unter den infizierten Bewohnern der Seniorenresidenzen bei 31 beziehungsweise 28 Prozent liegt, kommt Almería sehr gut weg. Auch in Alicante wütete das Coronavirus in Seniorenheimen.

Covid-19 in Andalusien: Infektionsfälle in Residenzen stark rückläufig

In Andalusien stehen 1.107 Residenzen unter Beobachtung der Gesundheitsbehörden, von denen bislang 23 mit medizinischem Gerät und Fachpersonal ausgerüstet werden mussten. Während 966 Seniorenheime aktuell keine Infektionsfälle aufweisen, befinden sich in den 141 übrigen Residenzen zurzeit noch 236 nachweislich mit dem Coronavirus infizierte Bewohner, auch wenn nur 107 von ihnen Symptome zeigen. Unter den Mitarbeitern sind derzeit wiederum 82 Infektionsfälle bekannt, von denen 50 auch Symptome haben.

Kontrolliert wird die Gesamtsituation der Seniorenresidenzen schon seit mehr als zwei Monaten mit der regelmäßigen Durchführung von Schnelltests, denen Bewohner wie Personal untergezogen werden. Seit dem 9. April sind bereits über 105.000 Schnelltests realisiert worden, mehr als 60.000 an Heimbewohnern und etwa 45.000 an Angestellten. Dabei wurden fast 1.200 infizierte Senioren und knapp 400 infizierte Mitarbeiter aufgespürt.

Zur Evakuierung schwerer Fälle und wohl auch zur Entlastung der zeitweise stark ausgelasteten Krankenhäuser waren vier leer stehende Einrichtungen - das Hotel Ilunion Alcora und das Hospital Fremap in Sevilla, die Residencia El Burgo in La Linea de la Concepción (Cádiz) sowie das Colegio Mayor Aruna in Málaga ­- in Nothospitäler verwandelt worden. Da sich in diesen aber keine Bewohner mehr befinden, ist die Maßnahme von der andalusischen Regierung vor wenigen Tagen wieder aufgehoben worden.

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