Medizinische Fachkräfte ziehen sich Schutzanzüge an.
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Für den Kontakt mit Covid-19-Patienten müssen sich Ärzte und Krankenpfleger Schutzanzüge anziehen.

Landesregierung investiert 120 Millionen Euro

Coronavirus in Andalusien: Gesundheitswesen deckt sich mit Material ein

  • vonJosé Antonio Nieto
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Beim Ausbruch der Coronavirus-Pandemie mangelte es in den andalusischen Krankenhäusern an Schutzausrüstungen für das Personal. Für den Fall einer zweiten Infektionswelle soll dies verhindert werden.

  • Positive Entwicklung: Corona-Pandemie klingt in Andalusien zunehmend ab.
  • Zum Jahresende wird zweite Infektionswelle mit steigenden Fallzahlen befürchtet.
  • Vorsorglich soll Schutzmaterial für sechs Monate eingelagert werden.

Sevilla - Die Coronavirus-Pandemie konnte in Andalusien mittlerweile weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Bislang haben sich 17.469 Personen nachweislich mit Sars-Cov-2 infiziert, da jedoch 13.257 von ihnen bereits geheilt und 1.417 verstorben sind, befinden sich in der Autonomen Gemeinschaft nur noch 2.795 aktive Virusträger.

Von diesen 2.795 Corona-Infizierten werden zur Zeit 129 in den regionalen Krankenhäusern behandelt, Auf dem Höhepunkt der Pandemie Ende März waren es noch 2.708 gewesen. In den Intensivstationen der Hospitäler liegen nurmehr 33 Covid-19-Patienten, der vor zwei Monaten erreichte Spitzenwert betrug 438.

In den andalusischen Hospitälern wie auch auf den Intensivstationen hat sich die Lage allmählich entspannt.

Die Zahl der Infektionsfälle lag in den vergangenen zwei Wochen bei 1,63 Personen pro 100.000 Einwohner. Im regionalen Vergleich steht Andalusien in Spanien damit besser da als alle anderen Autonomen Gemeinschaften. Und die Reproduktionsrate, die aussagt wie viele Personen ein Infizierter ansteckt, liegt aktuell bei 0,2 Prozent, also weit unter dem Wert 1, mit dem sich die Epidemie weiter ausbreiten würde.

Mögliche zweite Infektionswelle könnte mit Grippewelle zusammenfallen

Dessen ungeachtet halt das andalusische Gesundheitsministerium den Kampf gegen Covid-19 noch lange nicht für fertig ausgefochten, zumal ein wirksamer Impfstoff nich nicht verfügbar ist. Für den Herbst oder den Winter wird eine zweite Infektionswelle befüchtet, die dann zeitlich obendrein auch noch mit der alljährlichen Grippewelle zusammenfallen könnte.

Daher schickt sich die Landesregierung an, ihr Gesundheitswesen für den Kampf gegen das Coronavirus mit genügend Material einzudecken. Vorrätig sollen vor allem Schutzausrüstungen für das medizinische Fachpersonal gelagert werden. Daran hatte es in Andalusien vor allem in der Anfangsphase der Pandemie gemangelt, weshalb sich in der Region überdurchschnittlich viele Ärzte und Krankenpfleger mit Sars-Cov2 infizierten.

Der Sprecher der andalusischen Regierung, Elias Bendodo, sowie der regionale Gesundheitsminister Jesús Aguirre haben dahingehend jüngst eine Investition von 120 Millionen Euro angekündigt. Mit dem Geld sollen unter anderem 47 Millionen Schutzmasken gekauft werden – 40 Millionen chirurgische Gesichtsmasken, sechs Millionen Masken des Typs FFP 2 und eine Million es Typs FFP 3.

Außerdem sollen 600 Millionen Schutzhandschuhe erworben werden und jede Menge Schutzhauben und Schutzkittel – Einweg-Kittel, chirurgische Kittel sowie wasserundurchlässige Kittel. Zu guter letzt stehen auch noch zwei Millionen Corona-Schnelltests auf der Einkaufsliste. Das Material soll für einen Zeitraum von sechs Monaten vorhalten.

Neben Schutzausrüstungen stehen in Lagern auch Beatmungsgeräte bereit

Aufbewahrt wird das Ganze in drei Lagern der Gesundheitsbehörden in Sevilla, Granada und Antequera (Málaga). In dem Lager in Antequera werden neben den genannten Materialien auch noch an die 300 Beatmungsgeräte bereitstehen, für den Fall, dass jene in den Hospitälern den Bedarf nicht mehr decken würden. Es handelt sich dabei um die im Rahmen des Forschungsprojektes Andalucía Respira entwickelten Beatmungsgeräte, die als Reserve für die herkömmlichen Geräte gedacht sind.

Für den Fall einer zweiten Infektionswelle häuft das Land Andalusien reichlich sanitäres Material an.

Anlässlich der Ankündigung der Investition erklärte der Regierungsprecher Elias Bendodo, dass der Schlüssel für eine erfolgreiche Krisenbewältigung ein Voraushandeln sei. Und mit dem massiven Materialerwerb wolle die Landesregierung eben vorausschauend auf mögliche künftige Engpässe im Gesundheitswesen reagieren.

„Das eingelagerte Material soll zum Herbst und Winter für den Fall der Fälle sogar noch weiter vermehrt werden”, bekundet auch der Gesundheitsminister Jesús Aguirre. „Wir werden bereit sein”, versichert er, falls auf Andalusien eine zweite Infektionswelle zukommen sollte. Und das medizinische Personal werden nicht erneut einen Mangel an Schutzausrüstungen beklagen müssen.

Beide, Bendodo und Aguirre, heben außerdem hervor, dass etwa 60 Prozent des Materials in der Region von andalusischen Unternehmen hergestellt wird, was die Qualität gewährleiste. „Mit Firmen, die zum Teil ihre Produktion umgestellt haben, um unsere Nachfrage zu decken, haben wir Verträge und Abkommen abgeschlossen, um langfristig eine ausreichende Versorgung sicherzustellen“, so der Gesundheitsminister.

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