Eine ältere Person wird in einem Krankenwagen in ein Hospital abtransportiert
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In der Statistik der vom Coronavirus geforderten Todesopfer ist der Anteil der Bewohner von Seniorenresidenzen besonders hoch.

Starke Infektionsherde

Coronavirus in Andalusien: Hospitäler und Seniorenresidenzen bereiten Sorgen

  • vonJosé Antonio Nieto
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Bei mehr als einem Fünftel der an Covid-19 Erkrankten in Andalusien handelt es sich um medizinisches Personal. Die meisten Todesopfer sind in Altenpflegeheimen zu beklagen.

  • Land Andalusien lässt in Seniorenresidenzen Schnelltests durchführen.
  • Heimbewohner können Angehörige mit Smartphones kontaktieren.
  • Krankenhauspatienten in Lebensgefahr sollen psychologische Hilfe erhalten.

Sevilla - In der sanitären Krise wegen der Coronavirus-Pandemie bereiten den andalusischen Gesundheitsbehörden vor allem zwei Personengruppen Sorge: die medizinischen Fachkräfte sowie die Bewohner von Seniorenheimen. Erstere haben einen besonders hohen Anteil unter den Infektionsfällen in der Region, während letztere in besonderem Maße zur tragischen Statistik der Todesopfer beitragen. 

Von den rund 125.000 Personen, die in Andalusien im Gesundheitswesen tätig sind, haben sich bereits 2.097 nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Ihr Anteil an den bislang bekannt gewordenen Infektionsfällen in der Region beläuft sich damit auf 20,3 Prozent. Von den 2.097 Infizierten – 596 Ärzte, 533 Krankenpfleger, 274 Pflegehelfer sowie 64 Aufseher – bedürfen neun Prozent wiederum selbst einer stationären Krankenhausbehandlung.

Die Sterblichkeitsrate ist indes vor allem unter den Bewohnern der Seniorenresidenzen besonders hoch. Von den etwa 43.000 Heimbewohnern in Andalusien sind mittlerweile 273 wegen der Covid-19-Krankheit verstorben. Ihr Anteil an allen Todesopfern, die das Coronavirus in Andalusien bisher gefordert hat, liegt damit bei 32 Prozent. Während ihr Anteil an den Infizierten hingegen nur bei 14 Prozent liegt.

Residenten und Personal getestet

Um den aktuellen Infektionsstand in den Seniorenheimen der Region zu ermitteln, hat das andalusische Gesundheitsministerium in den letzten Tagen 46.416 Schnelltests durchführen lassen. Getestet wurden sowohl 15.076 Mitarbeiter, von denen 106 positiv getestet wurden, sowie 31.340 Residenten, 784 von ihnen mit positiven Ergebnis.

In den 14 öffentlichen, dem Land Andalusien unterstehenden Seniorenresidenzen hat das regionale Gesundheitsministerium außerdem insgesamt 59 Smartphones verteilen lassen. Auf diese Weise sollen die Heimbwohner den Kontakt zu ihren Familien wieder herstellen können, da die Besuche von Angehörigen in den Residenzen zurzeit nicht gestattet ist.

In den öffentlichen Krankenhäusern der Region hat die Landesergierung zum gleichen Zweck ebenfalls Tablets und Smartphones verteilen lassen. Da die Covid-19-Patienten isoliert sind und ebenfalls keinerlei Besucher empfangen können sollen sie zumindest per Videokonferenz mit ihren Verwandten sprechen können.

Das andalusische Gesundheitsministerium hat ferner eine Initiative angekündigt, um vor allem den kritischen Patienten in ihrem Überlebenskampf beizustehen. So sollen diese auf Wunsch eine psychosoziale oder auch eine spirituelle Begleitung erhalten. Und jene Patienten, deren Gesundheitszustand ausweglos ist, sollen von ihren Familien Abschied nehmen können.

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