Touristen in Sevilla konsultieren einen Stadtplan.
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Die Corona-Lage entspannt sich in Andalusien zusehends, was man auch daran sieht, dass die Schutzmaske wieder vermehrt am Kinn oder gar am Handgelenk getragen wird.

Gastronomie darf länger öffnen

Coronavirus in Andalusien: Inzidenz sinkt weiterhin - Restriktionen gelockert

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Die Corona-Inzidenz ist in Andalusien wie die Krankenhausbelegung weiter rückläufig, während die Impfkampagne voranschreitet. Die Gunst der Stunde hat die Landesregierung genutzt, um die Restriktionen zu lockern. Entschärft wurden vor allem die strengen Regeln für Gastronomie und Nachtleben.

Update, 9. September: Das Expertenkomitée der andalusischen Landesregierung ist am vergangenen Mittwoch erneut zusammengetreten. Aufgrund der sinkenen Inzidenzzahlen während der vergangenen Wochen hat es beschlossen, dass in einigen Gesundheitsdestrikten weitere Lockerungen vorgenommen werden können. In vielen Gemeinden gilt nun statt Alarmstufe 2 die Arlarmstufe 1. Dies betrifft etwa die Öffnungszeiten und zugelassene Zahl an Gästen in Bars und Diskotheken. Außerdem wurde entschieden, dass in allen andalusischen Gemeinden die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben wird.

Zur aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in Andalusien.

Erstmeldung, 2. September: Sevilla – Die fünfte Coronavirus-Welle verliert in Andalusien zunehmend an Kraft. Langsam aber stetig gehen die Infektionsfälle weiter zurück. Die 14-Tages-Inzidenz ist bereits auf 228 (Stand 1. September) abgefallen. Anfang August hatte sie noch bei 584 gelegen. Das Ansteckungsrisiko in der Region gilt damit zwar noch immer als hoch, aber nicht mehr als extrem. Andalusien nähert sich außerdem dem Durchschnittswert für ganz Spanien, der sich auf 221 beläuft. Innerhalb der Region weist die Provinz Córdoba mit 182 die niedrigste und die Provinz Huelva mit 311,8 die höchste Inzidenz auf. Unter dem regionalen Mittelwert befinden sich noch die Provinzen Granada, Cádiz, Málaga, Jaén und Almería, deutlich übertroffen wird er hingegen von der Provinz Sevilla.

AndalusienSpanische Autonome Gemeinschaft
Fläche87.268 Quadratkilometer
Einwohner8,427 Millionen (Stand 2019)
HauptstadtSevilla

Der Alarmstufe 2 unterliegen nur noch 25 der insgesamt 34 andalusischen Gesundheitsdistrikte – alle fünf der Provinz Sevilla, alle vier der Provinz Córdoba, alle vier der Provinz Jáen, alle drei der Provinz Huelva sowie 2 der Provinz Almería, zwei der Provinz Granada, zwei der Provinz Cádiz und drei der Provinz Málaga, darunter auch der Distrikt Costa del Sol. Zu den 3 Gesundheitsdistrikten, die sich bereits in der niedrigsten Alarmstufe 1 befanden ­– zwei der Provinz Granada und einer der Provinz Almería – sind zum heutigen Donnerstag sechs weitere hinzugekommen – drei der Provinz Cádiz sowie drei der Provinz Málaga, darunter der Distrikt Axarquia. Auf der anderen Seite wird mit Cantillana in der Provinz Sevilla wieder eine Gemeinde der nächtlichen Ausgangssperre von 2 bis 7 Uhr unterliegen, die zuletzt nirgends mehr gegolten hatte.

Coronavirus in Andalusien: Impfquote steigt an - Druck auf Gesundheitswesen nimmt ab

In den andalusischen Krankenhäusern entspannt sich die Situation derweil zusehends. In stationärer Behandlung befinden sich aktuell 952 Covid-Patienten. Auf dem Höhepunkt der fünften Infektionswelle waren es noch 1.420 gewesen. In den Intensivstationen der andalusischen Hospitäler liegen derzeit 188 Corona-Infizierte, 72 weniger als beim Höchststand der fünften Welle. Von allen Krankenhausbetten sind momentan 5,44 Prozent, von allen Intensivbetten wiederum 10,06 Prozent mit Covid-Patienten belegt.

Die positive Entwicklung der Corona-Fallzahlen ist nicht zuletzt der fortschreitenden Impfkampagne zu verdanken. Inzwischen sind bereits 71,6 Prozent der Andalusier komplett geimpft und 77,8 Prozent haben zumindest schon eine erste Dosis erhalten. Nimmt man die Bevölkerung über zwölf Jahre zum Maßstab, da Jüngere noch nicht geimpft werden dürfen, haben ihre Impfung sogar schon 81,3 Prozent der Einwohner abgeschlossen, während 88,4 Prozent bereits eine erste Impfung bekommen haben.

Coronavirus in Andalusien: Restriktionen für Gastronomie und Nachtleben gelockert

Vor diesem Hintergrund sah die andalusische Landesregierung den Zeitpunkt gekommen, die Corona-Restriktionen wieder etwas zu lockern. Vor allem für die Gastronomie sind die bisher geltenden Regeln entschärft worden:

  • Bars und Restaurants können bis 2 Uhr öffnen, auch wenn sie nur bis 1 Uhr neue Gäste empfangen dürfen,
  • Eisdielen dürfen ebenfalls bis 2 Uhr öffnen, ab 1 Uhr aber keinen Alkohol mehr ausschenken,
  • Zapfenstreich für das Nachtleben ist um 3.30 Uhr, wobei die Gäste ab 3 Uhr nicht mehr bewirtet werden dürfen.

Freizeit- und Themenparks dürfen nun wieder bis 2 Uhr betrieben werden, ebenso wie die Rummelpläte auf Volksfesten. Nicht mehr ganz so strengen Limitierungen unterliegen außerdem private Feiern wie Hochzeiten, Kongresse und Fachtagungen sowie Spektakel wie der Stierkampf, deren Aufnahmekapazitäten jeweils erweitert worden sind:

  • Hochzeiten dürfen in der Alarmstufe 1 mit bis zu 250, in der Alarmstufe 2 mit maximal 200 Gästen gefeiert werden,
  • Kongresse können in der Alarmstufe 1 mit höchstens 1.000, in der Alarmstufe 2 mit maximal 800 Teilnehmern veranstaltet werden,
  • Stierkampfarenen können in der Alarmtsufe 1 bis zu 75 Prozent und in der Alarmstufe 2 höchstens zu 60 Prozent ausgeschöpft werden.

Die neuen Corona-Regeln sind vom andalusischen Präsidenten Juanma Moreno am vergangenen Dienstagabend bekannt gegeben worden, nach einer Sitzung des Expertenkomitees, das die Landesregierung in der sanitären Krise berät. In Kraft getreten sind sie bereits zum heutigen Donnerstag.

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