Drei Frauen sitzen in Klappstühlen an einem Strand.
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Die fünfte Infektionswelle beginnt in Andalusien abzuebben. Wird sie die letzte gewesen sein?

Fünfte Welle verliert an Kraft

Coronavirus in Andalusien: Inzidenz sinkt - Herdenimmunität rückt näher

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Die fünfte Corona-Welle scheint in Andalusien ihren Zenit überschritten zu haben. Die Neuinfektionen nehmen weiterhin ab. In den Krankenhäusern ist davon aber noch nichts zu spüren.

Update, 13. August: In den andalusischen Gemeinden Conil de la Frontera, Paterna de Rivera, Punta Umbría, Campillos und Marchena läuft die seit Ende vergangener Woche geltende nächtliche Ausgangssperre von 2 bis 7 Uhr zum heutigen Freitag aus. Allen fünf Gemeinden ist es gelungen, ihre 14-Tages-Inzidenz jeweils wieder unter 1.000 zu drücken. Die Gemeinden Mengíbar, Tocino und El Cuervo hingegen haben es nicht geschafft. Die Inzidenz liegt dort noch immer über dem Grenzwert, sodass die Ausgangssperre dort noch mindestens eine weitere Woche gelten wird. Das gleiche Schicksal hat fünf weitere Gemeinden ereilt, deren Inzidenz zuletzt über 1.000 geklettert ist: Casas Viejas, Bonares, Trigueros, Bailén und Villaverde del Rio. Das nächtliche Ausgangsverbot tritt dort indes erst in Kraft, wenn es vom Oberlandesgericht abgesegnet wird.

Zur aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in Andalusien.

AndalusienSpanische Autonome Gemeinschaft
Fläche87.268 Quadratkilometer
Einwohner8,429 Millionen (Stand 2019)
HauptstadtSevilla

Update, 11. August: Die Infektionszahlen befinden sich in Andalusien mittlerweile wieder in einem Abwärtstrend. In den letzten sieben Tagen ist die 14-Tages-Inzidenz von 597,6 auf 563 (Stand 10. August) gesunken. Stark reduziert haben sich auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Provinzen der Region. Die höchste Inzidenz weist nach wie vor Málaga (678,4) auf, während Granada (424) den niedrigsten Wert verzeichnet. Die Auslastung der Krankenhäuser nimmt zurzeit allerdings noch zu. In den andalusischen Hospitälern befinden sich aktuell 1.486 Covid-Patienten, 179 mehr als noch vor einer Woche. Von diesen müssen 261 auf den Intensivstationen behandelt werden, das sind wiederum 31 mehr als eine Woche zuvor.

Coronavirus in Andalusien: 28 Todesfälle an einem Tag - Höchstwert der fünften Welle

Sehr hoch ist trotz der rückläufigen Zahl der Neuinfektionen auch noch die Sterberate. Allein am 10. August wurden 28 Todesopfer vermeldet, trauriger Spitzenwert der fünften Corona-Welle. Seit Anfang Mai waren in Andalusien nicht mehr an einem Tag so viele Personen mit oder an Covid verstorben. Erfreulich sind hingegen die Zahlen der Impfkampagne, in der bereits über 10,76 Millionen Impfdosen verabreicht werden konnten. Mehr als 5,2 Millionen Andalusier – 61,46 Prozent der Bevölkerung – sind bereits komplett geimpft und knapp 6,1 Millionen Andalusier haben zumindest eine erste Dosis erhalten.

Update, 7. August: Der Oberste Andalusische Gerichtshof (TSJA) hat am gestrigen Freitag zwei für die Landesregierung wichtige Entscheidungen gefällt. In einem Fall hat sie den Rücken gestärkt bekommen, in dem anderen hat ihr die Justiz einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zunächst haben die Richter, die für die beiden Urlaubsorte Conil de la Frontera (Cádiz) und Punta Umbría (Huelva) sowie für sechs weitere Gemeinden (siehe unten) angeordnete nächtliche Ausgangssperre abgesegnet. Diese ist somit zum heutigen Samstag in Kraft getreten. Aus dem Vorstoß, für den Besuch von Diskotheken eine Impfung, Genesung oder einen negativen Corona-Test vorweisen zu müssen, wird indes nichts. Die Landesregierung hatte das TSJA um eine Stellungnahme gebeten und die Richter haben die Maßnahme als unverhältnismäßig zurückgewiesen.

Coronavirus in Andalusien: Fünfte Welle verliert an Kraft - Neinfektionen gehen zurück

Erstmeldung, 5. August: Sevilla – Die fünfte Coronavirus-Welle scheint in Andalusien an Kraft zu verlieren. Zumindest beginnt die Infektionskurve wieder, sich nach unten zu biegen. Die 14-Tages-Inzidenz ist am gestrigen Mittwoch erstmals nach über einem Monat wieder gesunken. Aktuell beläuft sich die Inzidenz auf 586 (Stand 4. August). Einen Tag zuvor hatte sie noch bei 597,6 gelegen. Damit liegt Andalusien in Spanien unter dem landesweiten Mittelwert, der zurzeit bei 633 liegt. Innerhalb der Region weist die Provinz Málaga mit 805,9 die mit Abstand höchste Inzidenz auf. Am anderen Ende der Skala rangiert die Provinz Granada mit einer 14-Tages-Inzidenz von 437,8.

Im Gesundheitswesen schlägt sich die positive Tendenz indes noch nicht nieder. Die Zahl der Covid-Patienten in den andalusischen Krankenhäusern nimmt momentan noch deutlich zu. Aktuell befinden sich 1.336 Corona-Infizierte in stationärer Behandlung, das sind 182 mehr als noch vor einer Woche. In den Intensivstationen der Hospitäler liegen 28 Covid-Patienten. Von allen Krankenhausbetten sind derzeit 7,65 Prozent mit Corona-Infizierten belegt, von allen Intensivbetten sind es 13,43 Prozent. Und auch die Sterberate ist noch andauernd hoch. Allein am gestrigen Mittwoch wurden weitere 15 Todesopfer registriert. Seit Ausbruch der Pandemie sind in Andalusien bereits 10.403 Personen mit Covid verstorben.

Coronavirus in Andalusien: Impfkampagne erreicht bereits die Jugendlichen

Ein Hoffnungsschimmer stellt hingegen die Impfkampagne dar. Mittlerweile ist in Andalusien schon mit der Durchimpfung von Jugendlichen ab 16 Jahren begonnen worden. Bislang konnten in der Region 10,39 Millionen Impfspritzen gesetzt werden, womit bereits 98,4 Prozent aller angelieferten Dosen aufgebracht worden sind. Komplett geimpft sind inzwischen 59 Prozent der Bevölkerung und 69,5 Prozent der Andalusier haben zumindest schon eine Impfdosis erhalten. Bis Mitte August, hat der andalusische Ministerpräsident Juanma Moreno versprochen, werden 70 Prozent der Einwohner über zwölf Jahre komplett geimpft sein. Was ursprünglich erst für Ende des Monats vorgesehen war.

Die bisher geltenden Corona-Regeln sind von der andalusischen Regierung Anfang der Woche bis auf Weiteres verlängert worden. Nach einer Sitzung mit dem Expertenkomitee, das die Landesregierung in der sanitären Krise berät, war zunächst eine zusätzliche Restriktion angekündigt worden. Und zwar sollte für den Besuch von Diskotheken und Nachtclubs zur Pflicht werden, den Covid-Pass oder einen nicht mehr als 72 Stunden alten PCR- oder Antigentest vorzeigen zu müssen. Nachdem aber die rechtspopulistische Vox mit einer Klage dagegen gedroht hatte, ruderte die Landesregierung wieder zurück. Nun will sie erst den Segen der Justiz einholen und hat eine entsprechende Anfrage an den Obersten Andalusischen Gerichtshof (TSJA) gerichtet.

Coronavirus in Andalusien. Acht Gemeinden mit nächtlicher Ausgangssperre

Nach wie vor will die andalusische Regierung indes in Gemeinden mit einer 14-Tages-Inzidenz über 1.000 eine nächtliche Ausgangssperre für die Zeit von 2 bis 7 Uhr anordnen. Die wöchentliche Prüfung wird stets am Mittwoch vorgenommen. Aktuell sind acht Gemeinden davon betroffen: Conil de la Frontera, Paterna de Rivera, Punta Umbría, Mengíbar, Campillos, Marchena, Tocino und El Cuervo. Auch diese Restriktion muss zwar erst noch vom TSJA abgesegnet werden, was jedoch zu erwarten ist, da die Richter in der Vorwoche eine nächtliche Ausgangssperre fur Marbella, Estepona und Montoro nicht beanstandet hatten.

Die beiden Gemeinden der Costa del Sol (Marbella und Estepona) wie auch jene der Provinz Córdoba (Montoro) haben inzwischen ihre 14-Tages-Inzidenz jeweils wieder unter 1.000 drücken können, sodass die nächtliche Ausgangssperre dort zum morgigen Freitag wieder aufgehoben wird. Einen Inzidenzwert über 1.000 weisen aktuell neben den acht bereits erwähnten Gemeinden noch 49 weitere auf. Es handelt sich bei diesen jedoch um kleinere Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern, in denen von dieser Restriction abgesehen wird.

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