Eine stark belegte Außenterasse eines Cafés.
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Den Forderungen der Gastronomie nachkommend, sind die Öffnungszeiten der Lokale in Andalusien verlängert worden.

Provinzen bleiben abgeriegelt

Coronavirus in Andalusien: Bars und Restaurants dürfen länger öffnen

  • José Antonio Nieto
    vonJosé Antonio Nieto
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Im Hinblick auf Ostern hat die Landesregierung von Andalusien die Corona-Restriktionen nur geringfügig gelockert. Handel und Gastronomie bekommen etwas mehr Spielraum. Die Mobilitätsbeschränkungen bleiben hingegen unverändert.

Update 26. März: Die 14 Tages-Inzidenz hat sich in Andalusien in den letzten Wochen bei einem Wert um die 120 eingependelt. Mal steigt sie leicht an, mal fällt sie wieder geringfügig ab. Momentan liegt sie bei 120,9 (Stand 25. März). Wobei vier Provinzen - Almería, Granada, Córdoba und Sevilla - Inzidenz-Werte über und die restlichen vier - Jaén, Cádiz, Málaga und Huelva - unter dem regionalen Mittelwert aufweisen. Mit der Auslastung der Krankenhäuser verhält es sich ähnlich, zumeist nehmen sie ab, an manchen Tagen aber auch wieder zu. Aktuell befinden sich 1.026 Covid-Patienten in den andalusischen Hospitälern, 244 von ihnen in Intensivbehandlung. Die dritte Welle will sich anscheinend noch nicht ganz verabschieden, die vierte aber auch noch nicht so richtig aufbäumen.

Coronavirus in Andalusien: 26 Distrikte in Alarmstufe 2 und acht in Stufe 3

Angestiegen ist zum heutigen Freitag die Zahl der Gemeinden, die wegen einer 14-Tages-Inzidenz über 500 abgeriegelt sind, und zwar von bislang 36 auf nun 40. Ebenso hat sich die Zahl der Gemeinden erhöht, in denen wegen einer Inzidenz über 1.000 die Gasstätten sowie die nicht essenziellen Geschäfte geschlossen bleiben, von bisher acht auf jetzt neun. Die eher negative Tendenz spiegelt sich auch in den Alarmstufen der Gesundheitsdistrikte wider. Zu den sechs, die sich bislang in der Alarmstufe 2 befanden - drei aus der Provinz Granada, zwei aus der Provinz Almería und einer aus der Provinz Almería, sind zwei weitere hinzugestoßen - einer aus der Provinz Granada und einer aus der Provinz Córdoba. In der Alarmstufe 2 befinden sich jetzt nicht mehr 28, sondern nur noch 26 Gesundheitsdistrikte - alle der Provinzen Málaga, Cádiz, Huelva und Jaén sowie die verbleibenden der Provinzen Almería, Córdoba und Sevilla.

Erstmeldung/ 18. März: Sevilla – Die dritte Coronavirus-Welle will in Andalusien noch immer nicht ganz abflauen. Ganz im Gegenteil droht sie sogar beinahe nahtlos in eine vierte Infektionswelle überzugehen. Denn die Fallzahlen, die ihren Rückgang in den vorangegangenen Wochen nach und nach gebremst hatten, sind in den letzten Tagen sogar schon wieder leicht angestiegen. Die 14-Tages-Inzidenz, die am 13. März noch 118,8 betragen hatte, ist in den vier Tagen darauf bis 123,3 emporgeklettert, womit sie nur noch knapp unter dem landesweiten Mittelwert liegt, der sich auf 127,8 beläuft.

Coronavirus in Andalusien: Almería Schlusslicht - Huelva Klassenprimus

Wobei die Infektionsraten innerhalb der Region beträchtliche Unterschiede aufweisen. Almería schneidet am schlechtesten ab mit einer 14-Tages-Inzidenz von 235,9, gefolgt von Granada mit einer Inzidenz von 190,9. Dies hat auch seine Bewandtnis, denn in diesen beiden Provinzen ist die britische, ansteckendere Variante des Coronavirus besonders präsent. Über 80 Prozent der Infektionen sollen in Almería und Granada jeweils auf diese Virusmutation zurückgehen, im andalusischen Durchschnitt hingegen liegt der Anteil bei etwas über 60 Prozent.

Die Provinz Huelva hingegen, die in allen drei Wellen relativ glimpflich davonkam, schlägt sich  mit einer 14-Tages-Inzidenz von 53,8 wieder Mal mit Abstand am besten, aber selbst dort zeigt der Wert, der bereits unter die 50er Marke abgefallen war,  zurzeit wieder einen Aufwärtstrend. In Huelva ist zumindest die britische Virusmutation mit einem Anteil von etwa 20 Prozent noch weit davon entfernt, die dominante Coronavirus-Variante zu sein. Relativ nah beieinander liegen schließlich die Infektionsraten in Córdoba mit einer Inzidenz von 121,1, Sevilla mit 120,6, Málaga mit 95,8, Cádiz, mit 95,3 und Jaén mit 89,2.

Coronavirus in Andalusien: Patientenzahlen sacken nicht mehr ab

Die Auslastung der Krankenhäuser erlebt in Andalusien derzeit ebenfalls ein Auf und Ab. Aktuell liegen in den Hospitälern 1.125 Covid-Patienten, 278 von ihnen auf der Intensivstation. (Stand 17. März). Vor einer Woche befanden sich zwar noch 1.316 Corona-Infizierte in stationärer Behandlung, von denen 318 auf die Intensivstation hatten verlegt werden müssen, doch zuletzt sind hinsichtlich der Patientenzahlen nicht mehr nur Rückgänge, sondern an einigen Tagen auch wieder Anstiege registriert worden.

Die jüngste Entwicklung der Corona-Fallzahlen lässt die andalusische Landesregierung eine vierte Welle befürchten.

Vor diesem Hintergrund wollte die andalusische Landesregierung am gestrigen Mittwochabend, nach Anhörung des Expertenkomitees, das sie in der Corona-Krise berät, im Hinblick auf die Karwoche, die in Spanien mit dem Palmsonntag eingeläutet wird, abermals Änderungen der bislang geltenden Corona-Regeln beschließen. Vorausgeschickt wurde zunächst eine mögliche Lockerung der Mobilitätsbeschränkungen. Die Region sollte zwar weiter abgeschottet bleiben, die Isolierung der Provinzen untereinander aber aufgehoben werden.

Coronavirus in Andalusien: Fahrten zwischen Provinzen bleiben untersagt

In den letzten Tagen hatte der andalusische Ministerpräsident Juanma Moreno, angesichts des sich abzeichnenden Tendenzwechsels bei den Infektionszahlen, die Ansage schon wieder etwas relativiert. Eine Mobilität sollte, ob der großen regionalen Unterschiede bei den Infektionsraten, nur unter jenen Provinzen erlaubt werden, die eine niedrige Inzidenz aufweisen, einen konkreten Richtwert hierfür nannte Moreno jedoch nicht. Am Ende aber überwog wohl doch die nicht unbegründete Angst vor einer vierten Infektionswelle und ist die Abriegelung aller Provinzen bis über Ostern hinaus beibehalten worden.

Fahrten von einer in eine andere andalusische Provinz bleiben damit bis auf Weiteres nur in folgenden Ausnahmefällen erlaubt:

  • Rückkehr zum Hauptwohnsitz,
  • Wahrnehmung einer medizinischen Behandlung,
  • Betreuung einer pflegebedürftigen Person,
  • Fahrt zum Arbeitsplatz oder notwendige Dienstfahrt,
  • Fahrt zur Schule, zur Universiät oder zu einem Examen.

Eine Reihe anderer Corona-Restriktion sind indes schon modifiziert worden, wobei es sich bei den ab dem 19. März und vorerst bis zum 9. April geltenden Änderungen nicht in allen Fällen um Lockerungen handelt. Die sozialen Treffen nämlich sind noch stärker eingeschränkt worden. Nach wie vor dürfen im Freien höchstens sechs Personen und in den Innenräumen von Lokalen maximal vier Personen zusammenkommen. In Wohnungen jedoch dürfen sich über Osten Personen aus verschiedenen Haushalten gar nicht mehr treffen.

Coronavirus in Andalusien: Eine Stunde mehr für Gaststätten und Geschäfte

Hinausgeschoben wurde wiederum der Beginn der nächtlichen Sperrstunde, und zwar von 22 auf 23 Uhr, enden tut sie weiterhin um 6 Uhr. Die Verkürzung der nächtlich Sperrstunde ist nicht zuletzt erforderlich gewesen, um dem Handel und der Gastronomie mit etwas verlängerten Öffnungszeiten entgegenzukommen. Gasstätten und nicht essenzielle Geschäfte müssen fortan nicht mehr um 21.30 Uhr, sondern erst um 22.30 Uhr schließen. Die etwas gelockerten Corona-Regeln in Andalusien scheinen auch deutsche Promis wie den Sänger Xavier Naidoo anzulocken, der sich in Marbella aufhalten soll*, wie mannheim24.de berichtet.

Dies sei so beschlossen worden, um Geschäftsinhabern und Lokalbetreibern ein wenig mehr Handlungsspielraum zu gewähren, aber auch um den Bürgern etwas mehr Luft zu gönnen, erklärt der andalusische Regierungschef Juanma Moreno. Auf dem Spiel stünden laut Moreno nämlich nicht nur die Gesundheit und das Leben aller, sondern auch die Beschäftigung und der Unterhalt Tausender Familien, die vom Gastgewerbe und dem Dienstleistungssektor abhängen.

Coronavirus in Andalusien: 28 Gemeinden isoliert und sechs ohne Gastronomie

Was sich hinsichtlich der Corona-Restriktionen nicht geändert hat, ist, dass noch immer alle Gemeinden mit einer 14-Tages-Inzidenz über 500 abgeschottet werden. Aktuell ist dies noch in 28 kleineren Gemeinden der Fall, wobei bis auf Huelva alle Provinzen vertreten sind. Und in jenen Gemeinden mit einer Inzidenz über 1.000 dürfen Bars, Restaurants und nicht systemrelevante Geschäfte gar nicht öffnen. Davon betroffen sind derzeit nur noch sechs Gemeinden, vier aus Granada und jeweils eine aus den Provinzen Almería und Sevilla. *costanachrichten.com und mannheim24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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