Covid-Pass-Kontrolle am Eingang zu einer Diskothek.
+
Auch in Andalusien muss man vorerst bis 15. Januar den Covid-Pass vorzeigen, wenn man in einem Restaurant essen oder eine Disco besuchen möchte.

Von der Justiz abgesegnet

Coronavirus: Covid-Pass auch in Andalusien Pflicht für Gastronomie und Nachtleben

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
    schließen

Die andalusische Landesregierung hat für die Gastronomie und das Nachtleben den Covid-Pass zur Pflicht gemacht. Er gilt seit 20. Dezember und vorerst bis zum 15. Januar für die Gastronomie, das Nachtleben, Krankenhaus- und Pflegeheim-Besuche. Die Maßnahme ist von der Justiz abgesegnet worden.

Update, 20. Dezember: Am 20. Dezember tritt in Andalusien, wie in anderen Regionen Spaniens, die Covid-Pass-Pflicht für Gastronomie und Nachtleben in Kraft, die vorerst bis zum 15. Januar gelten wird. Einen zweiten Antrag der andalusischen Regierung hat das Oberlandesgericht der Region am 17. Dezember abgesegnet. Da die Richter bei der ersten Anfrage bemängelt hatten, dass die 3-G-Regel außer für Gäste auch für die Beschäftigten der Gaststätten und Nachtclubs gelten sollte, sind diese im zweiten Anlauf ausgenommen worden. Derweil hat die Landesregierung fünf der acht andalusischen Provinzen - Córdoba, Huelva, Jaén, Málaga und Sevilla - wegen ihrer hohen Inzidenz wieder in die Alarmstufe 1 zurückgestuft. Auf die bislang damit verbundenen Restriktionen, wie etwa eine Limitierung der Öffnungszeiten und Kapazitäten von Lokalen, wird bis auf Weiteres jedoch verzichtet.

Zum Thema: Aktuelle Inzidenz an der Costa del Sol, Ort für Ort.

Coronavirus in Andalusien: Oberlandesgericht lehnt Covid-Pass-Pflicht zunächst ab

Update, 15. Dezember: Das Oberlandesgericht hat die Einführung der Covid-Pass-Pflicht für Gastronomie und Nachtleben vorerst abgelehnt. Die Richter begründen ihre Entscheidung damit, dass sie für alle gelten sollte, die ein Lokal betreten, also für die Kunden wie auch für die Angestellten. Darin sehen sie einen ungerechtfertigten Eingriff in die Rechte der Arbeitnehmer. Der andalusischen Landesregierung stellen sie indes frei, die Genehmigung der 3-G-Regel erneut zu beantragen. Um den Segen der Justiz zu bekommen, dürfte die Pflicht zum Vorzeigen des Covid-Passes aber nur den Gästen von Bars, Cafés, Restaurants, Festsälen und Tanzlokalen auferlegt werden.

Erstmeldung, 10. Dezember: Sevilla - Die Landesregierung von Andalusien will, wie zuvor auch schon jene in Valencia, den Covid-Pass für Gastronomie und Nachtleben einführen. Die Pflicht zum Nachweis, dass man geimpft, genesen oder getestet ist, soll vorerst bis zum 15. Januar gelten. Dem muss aber erst noch das Oberlandesgericht zustimmen. Vom Vorsitzenden des andalusischen Gaststättenverbandes, Javier Frutos, wird die Maßnahme befürwortet. Die Gastronomen ziehen diese präventive Maßnahme möglichen Restriktionen für Bars, Restaurants und Diskotheken vor. Gegenüber verkürzten Öffnungszeiten oder limitierten Aufnahmekapazitäten stelle der Covid-Pass hinsichtlich der Rentabilität ihrer Lokale das weitaus kleinere Übel dar.

Coronavirus in Andalusien: Covid-Pass auch für Krankenbesuche in Hospitälern Pflicht

Der Covid-Pass gilt in Andalusien schon jetzt für Besucher in Krankenhäusern oder Seniorenheimen, und zwar ebenfalls über die Weihnachtszeit hinaus, die in Spanien bis zum Dreikönigstag andauert, bis zum 15. Januar. Ein erster Antrag war vom Oberlandesgericht noch abgelehnt worden, weil er zeitlich nicht befristet worden war, was nach Ansicht der Richter alle außerordentlichen Corona-Restriktionen sein müssten. Im zweiten Anlauf bekam die Landesregierung dann, nachdem sie die Covid-Pass-Pflicht für Besuche in Hospitälern und Residenzen mit einem Verfalldatum versehen hatte, grünes Licht von der Justiz.

Derweil nehmen die Infektionszahlen in Andalusien, wie auch im Rest des Landes weiter zu. Obwohl sich die 14-Tage-Inzidenz, die in der Region zurzeit bei 155 liegt (Stand 9. Dezember), noch weit unter dem nationalen Durchschnitt befindet, die sich auf 305 beläuft. Die Schwelle vom niedrigen zum mittleren Infektionsrisiko, die gemäß der neuen Covid-Ampel nicht mehr bei 50, sondern nun bei 100 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern liegt, haben alle acht andalusischen Provinzen bereits überschritten, Cádiz mit just 100 nur ganz knapp, Huelva mit 197 hingegen schon recht deutlich. Die Provinz Málaga weist derweil eine 14-Tage-Inzidenz von 186 auf und der Gesundheitsdistrikt der Costa del Sol liegt mit einer Inzidenz von 203 sogar noch darüber.

Coronavirus in Andalusien: Erste Infektionsfälle mit neuer Variante Omikron registriert

In Andalusien sind am 9. Dezember auch die ersten Infektionsfälle mit Omikron vermeldet worden. Mit der neuen Variante des Coronavirus haben sich zwei Personen aus der Provinz Cádiz und eine aus der Provinz Almería angesteckt. Vier weitere Fällen, in denen ein Verdacht vorliegt, werden noch geprüft, konnten aber noch nicht bestätigt werden. Alle Betroffenen weisen indes nur eine leichte Symptomatik auf. Bislang musste jedenfalls noch keiner von ihnen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. In den Hospitälern der Region befinden sich zurzeit 395 Covid-Patienten, 86 von ihnen in Intensivbehandlung. Im Vergleich zu den früheren Corona-Wellen sind die Patientenzahlen in Relation zu den infektionsfällen relativ niedrig, dank der hohen Impfquote.

In Andalusien ist mittlerweile 80,9 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft, von den Einwohnern im bislang impffähigen Alter über 12 Jahren sind es sogar 91,9 Prozent. Eine dritte Dosis haben in Andalusien bereits über 1,36 Millionen Andalusier erhalten, etwa 75 Prozent der Senioren über 70 Jahre und rund 54 Prozent der Personen über 60 Jahre. Mit der nun frei gegebenen Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren will das Landesgesundheitsministerium am 15. Dezember bereits beginnen. Eine erste Lieferung des Vakzins für Kinder mit 260.000 Dosen soll noch vor Weihnachten aufgebraucht werden. Im Januar wird dann eine zweite Lieferung mit weiteren 440.000 Impfdosen erwartet. Die Impfspritze sollen die Kinder schließlich in den Gesundheitszentren bekommen und nicht in den Schulen, wie zunächst in Erwägung gezogen wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare