Phasen der Deeskalation in Andalusien

Coronavirus-Krise: Málaga und Granada verpassen Deeskalations-Phase 2  

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Málaga und Granada haben erneut den Sprung in die nächste Phase der Coronavirus-Deeskalation verpasst. Sie müssen nun zusehen, wie Córdoba, Sevilla und Co. ihnen vorauseilen.

  • Málaga und Granada bleibt vorzeitiger Eintritt in Phase 2 des Deeskalations-Plans verwehrt.
  • Spanisches Gesundheitsministerium beharrt auf Mindestverweildauer von 14 Tagen in Phase 1.
  • Spätere Phasen könnten eventuell schon nach einer Woche überwunden werden.

Sevilla - Das spanische Gesundheitsministerium hat verkündet, welche Territorien des Landes im Vier-Stufen-Plan zur Deeskalation der Coronavirus-Beschränkungen die nächste Stufe erklimmen werden. In der Phase 0 wird kein Gebiet mehr verweilen müssen. Auch die letzten Regionen wie Madrid und Barcelona treten von der Phase 0 in die Phase 1 über und andere von der Phase 1 in die Phase 2. In Andalusien sind sind die meisten Provinzen am Montag, 25. Mai, in die Phase 2 übergetreten. Málaga und Granada müssen jedoch noch in der Phase 1 ausharren.

Deren Einwohner werden wie schon vor zwei Wochen erneut mit Neid auf ihre andalusischen Nachbarn blicken. In den Provinzen Almería, Cádiz, Córdoba, Huelva, Jaén und Sevilla wird man unter anderem bereits in Einkaufszentren shoppen gehen und das Innere von Gaststätten betreten können. In Málaga und Granada hingegen muss man weiterhin mit den kleinen Geschäften und den Außenterrassen der Lokale Vorlieb nehmen.

Coronavirus-Deeskalation: Alle acht Provinzen sollten gemeinsam vornaschreiten

Dabei hatte die andalusische Regierung seit dem Eintritt von Málaga und Granada in die Phase 1 zum 18. Mai darauf gepocht, dass der Rückstand der beiden Provinzen gegenüber den restlichen andalusischen Provinzen wettgemacht werden sollte. Das spanische Gesundheitsministerium hatte indes in den letzten Tagen schon signalisiert, dass dies nicht in Frage kommen werde und Málaga wie auch Granada im Hintertreffen bleiben würden.

Der andalusische Gesundheitsminsiter, Jesús Aguirre, zeigte sich mit der in Madrid getroffenen Entscheidung nicht einverstanden und forderte Nachbesserung. Alle acht andalusischen Provinzen, das würden alle Berichte seines Minsteriums bestätigen, erfüllten sämtliche geforderte Kriterien zum Einzug in Phase 2, versicherte Aguirre, sowohl hinsichtlich der Entwicklung der Sars-CoV-2-Pandemie als auch bezüglich der verlangten Aufrüstung der Gesundheitszentren zur Aufspürung und Isolierung neuer Infektionsfälle.

Das sei ihm auch von den Experten im spanischen Gesundheitsminsterium bescheinigt worden. „Während der letzten Videokonferenz der Gesundheitsminister der Autonomen Gemeinschaften mit dem spanischen Gesundheitsminister sind wiederholt die positive Entwicklung der Pandemie in Andalusien gewürdigt und die gute Arbeit unserer Administration im Kampf gegen Covid-19 gelobt worden”, teilt Jesús Aguirre mit.

In den vergangenen 14 Tagen seien in der Provinz Granada pro 100.000 Einwohner nur 4,26 Neuinfizierte registriert worden (Stand: 20. Mai, Anm. d. Red.). In der Provinz Málaga lag die Infektionsrate sogar noch niedriger, nämlich bei 2,65 pro 100.000 Einwohner. Damit lägen beide Provinzen dem andalusischen Gesundheitsminister zufolge weit unter dem vorgegeben Höchstwert von zehn Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner.

Andalusien fühlt sich gegenüber anderen spanischen Regionen benachteilt

Der andalusische Mittelwert, was die Infektionsrate während der letzten zwei Wochen anbelangt, habe bei 2,71 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner gelegen. Damit stünde Andalusien besser da als andere spanische Regionen wie etwa Aragón, Extremadura oder das Baskenland, die sehr wohl komplett in die Phase 2 einziehen werden.

Vom spanischen Gesundheitsministerium forderte der andalusische Gesundheitsminister außerdem einen schriftlichen Nachweis dafür, dass im Deeskalations-Plan die verschiedenen Territorium jede Phase mindestens zwei Wochen lang durchlaufen müssen. „Das ist lediglich auf einer Pressekonferenz geäußert worden, ist aber in keinem offiziellen Dokument der Zentralregierung festgeschrieben und auch nicht im Staatsanzeiger verkündet worden”, bemerkte Jesús Aguirre.

In sechs andalusischen Provinzen können ab dem 25. Mai Einkaufszentren öffnen, in zwei Provinzen hingegen nicht.

Der Chef des nationalen Zentrums für sanitäre Notfälle, der Mediziner Fernando Simón, hat als Coronavirus-Beauftragter der spanischen Zentralregierung zwar eingeräumt, dass die Vorgabe, wonach die einzelnen Gebiete in jeder Phase der Deeskalationsplans mindestens zwei Wochen verbringen müssen, nicht in Stein gemeißelt sei.

Eine flexible Handhabung, sprich eine Verkürzung der Verweildauer in einer Phase, könne allerdings nur in späteren Phasen in Betracht gezogen werden. In Phase 1 sei es nicht möglich, da die Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen weitreichender seien, weshalb auch die Gefahren, die diese Lockerungen in sich bergen, größer seien.

Demzufolge können sich die Provinzen Málaga und Granada wohl berechtigte Hoffnungen machen, zumindest in die Phase 3 im Gleichschritt mit den übrigen sechs andalusischen Provinzen schon am 8. und nicht erst am 15. Juni eintreten zu können.

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