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Coronavirus Andalusien: Landesregierung will Zertifikat für sichere Tourismusbetriebe einführen

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Bars, Restaurants und Hotels sollen die Einhaltung der Corona-Auflagen zertifiziert bekommen.
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Ein Güte-Siegel soll spanienweit Hotels und Gaststätten ausweisen, die im Kampf gegen Covid-19 alle einschlägigen Sicherheitsvorkehrungen beachten. Für die Antragsteller ist die Zertifizierung indes mit Kosten verbunden. Das Land Andalusien will daher ein eigenes Covid-Free-Siegel einführen.

  • Bars, Restaurants und Hotels können trotz Coronavirus-Krise wieder Gäste empfangen.
  • Vertrauen der Kunden muss gewonnen und die Angst vor dem Coronavirus genommen werden.
  • Zertifizierung der Corona-Sicherheitsauflagen dürfte der Branche dabei hilfreich sein.

Sevilla - Dank der schrittweisen Lockerung der Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie dürfen Bars, Restaurants und Hotels wieder Gäste bewirten - vorausgesetzt, dass sich ihr Standort bereits in der Phase 1 des landesweiten Deeskalationsplans befindet. Ihre Kundschaft hoffen Hotels und Gaststäten nach und nach erweitern zu können, wenn auch die Einreisebeschränkungen nach Spanien wie auch die Mobilitätsbeschränkungen zwischen den spanischen Provinzen wieder aufgehoben werden.

Coronavirus und Gastronomie: Covid-Free-Siegel soll Angst nehmen

Damit sich ihre Etablissements aber wieder halbwegs, im Rahmen der auferlegten Kapazitätsgrenzen füllen, wird es indes noch einer weiteren Bedingung bedürfen: dass die potenziellen Klienten möglichst ohne Angst vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 ihre Lokale aufsuchen können. Vertrauen dürfte den Konsumenten zum Beispiel ein Siegel einflössen, welches zertifiziert, dass die Kneipe oder das Hotel alle Vorschriften erfüllt, die zur Minimierung des Ansteckungsrisikos beitragen können.

Ein solches Covid-Free-Siegel hat das Instituto de Calidad de Túristica Española (ICTE) ins Leben gerufen. Das vom spanischen Tourismusministerium, den Autonomen Gemeinschaften, dem spanischen Städte- und Gemeindenbund (FEMP) sowie den Dachverbänden aus der Tourimusbranche getragene Institut bietet Unternehmern aus dem Diestleistungssektor an, ihre Betriebe daraufhin zu überprüfen, ob sie Maßnahmen ergriffen haben, um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter und Kunden vor einer Ansteckung mit Corona so gut es geht zu gewährleisten. Ist dies der Fall, erhalten sie das Siegel “Safe Tourism Certified”.

Covid-Free-Siegel: Antragsteller werden dafür zur Kasse gebeten

Der Haken bei der Sache: Die hierfür erforderliche, externe Betriebsprüfung, die von fünf von ICTE auserwählten Firmen durchgeführt werden kann, kostet den Atragsteller zwischen 500 und 3.000 Euro. Der andalusische Vizepräsident und zugleich Tourismusminister, Juan Marín, bringt hierfür keinerlei Verständnis auf. Das Siegel sollte für die Unternehmer der Branche eine Hilfe sein und keine zusätzliche Last, erklärte Marín. Er fordert deshalb, dass der Staat die Kosten für die Zertifizierung übernimmt, zumal die Betreiber der Hotels und gastronomischen Lokale schon unter drastischen Umsatzeinbussen leiden müssen.

Auf die Forderung des andalusischen Tourismusministers, den Hoteliers und Gastronomen die Ausgaben für ein Covid-Free-Siegel zu ersparen, hat die spanische Zentralregierung bislang noch nicht reagiert. Daher erwägt die andalusische Landesregierung, nun ein eigenes, vergleichbares Zertifikat einzuführen. “Andalucía Destino Seguro” (dt. Andalusien, sichere Destination) soll das Siegel heißen, dass die Träger kostenlos erhalten können sollen und zwar schon ab Anfang Juni, wie Juan Marín in Aussicht gestellt hat.

Hierfür müssten die Antragsteller zunächst eine eidesstaatliche Erklärung abgeben, dass sie in ihren Lokalen sämtliche vom spanischen Gesundheitsministerium sowie die von der Weltgesungheitsorganisation (WHO) geforderten Hygienevorschriften und sonstigen Sicherheitsmaßnahmen erfüllen. Das dies tatsächlich so ist, soll von Inspektoren aber auch überprüft werden. Eine Nichterfüllung der Vorgaben würde Sanktionen nach sich ziehen. Beantragen könnten ein solches Zertifikat in Andalusien an die 8.000 Hotels sowie rund 46.000 Bars und Restaurants, die zusammen mit 14 Prozent zur Wirtschaftsleistung der Autonomen Gemeinschaft beitragen.

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