Die andalusische Kulturministerin Patricia del Pozo  vor einem grossformatigen Gemälde.
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Die Pläne der Landesregierung zur Reaktivierung der Kultur hat die zuständige Ministerin Patricia del Pozo im Museo de Bellas Artes in Sevilla vorgestellt.

Burgen und Museen öffnen wieder

Coronavirus-Deeskalationsplan: Andalusien will den Kultursektor reaktivieren

  • vonJosé Antonio Nieto
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Nach und nach will die andalusische Regierung die ihr unterstehenden Kulturstätten wieder eröffnen - sobald die wegen Covid-19 angezeigten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden können.

  • Archäologische Stätten, Ausstellungszentren, Baudenkmäler und Bibliotheken öffnen schrittweise.
  • Wegen Corona abgesagte Kulturdarbietungen sollen neu terminiert werden.
  • Hilfsprogramme sollen dem angeschlagenen Kultursektor Liquidität verschaffen.

Sevilla - “Die Kultur war schon vor der Coronavirus-Pandemie da, sie hat uns die Ausgangsbeschränkungen während des Notstands erträglicher gemacht und sie hat darauf gewartet, dass wir zu ihr zurückkehren können”, erklärt die andalusische Kulturministerin Patricía del Pozo anlässlichlich der Vorstellung der Pläne der Landesregierung zur schrittweisen Öffnung ihrer kulturellen Zentren.

“Archäologische Stätten, Museen, Bibliotheken oder auch Archive können, alle durch Covid-19 erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen garantierend, ihre Aktivitäten wieder aufnehmen und Besucher empfangen”, fährt Patricia del Pozo fort. “Am 13. März hatten wir alle unsere kulturellen Dependencen schließen müssen und seit diesem Tag haben wir auf ihre Wiedereröffnung hingearbeitet”, fügt die regionale Kulturministerin hinzu.

Corona-Deeskalation: Bis 23. Juni sollen alle Kulturstätten des Landes offen sein

Einen für alle geltenden Stichtag hat die andalusische Regierung zur Wiedereröffnung der ihr unterstehenden Kulturstätten indes nicht festgelegt. Nach und nach öffnen diese vielmehr wieder ihre Pforten, abhängig von der Komplexität der erforderlichen hygienischen und sanitären Maßnahmen, um eine Infektionsgefahr sowohl für die Besucher als auch für die Mitarbeiter so gut es geht auszuschließen.

Das Archölogische Museum in Almería wird ab dem 15. Juni wieder für Besucher zugänglich sein.

Einige ihrer kulturellen Stätten hat die Landesregierung bereits wieder geöffnet, wie etwa ihre beiden Zentren für zeitgenössische Kunst, das Centro Andaluz de Arte Contemporáneo (CAAC) in Sevilla oder das Centro de Creación Contemporánea de Andalucía (C3A) in Córdoba. Außerdem können unter anderem das Kloster San Isidro del Campo in Santiponce (Sevilla) oder die archäologische Ausgrabungsstätte Los Millares in Santa Fé de Mondujar (Almería) schon wieder besichtigt werden.

Alle übrigen kulturellen Zentren der Region, die von der Landesregierung verwaltet werden, sollen in den nächsten Tagen, spätestens bis zum 23. Juni, wieder ihren Betrieb aufnehmen. So sollen zum Beispiel am 15. Juni das Archäologische Museum in Almería, tags darauf die Burg Alcazaba in Almería und einen weiteren Tag später die maurische Palastanlage Alhambra in Granada wieder ihre ersten Post-Corona-Besucher empfangen. Wobei stets bereits die jeweiligen, in der Regel reduzierten Sommer-Öffnungszeiten gelten werden.

Da das Coronavirus noch nicht besiegt worden sei, müsse man mit äußerster Vorsicht agieren, um die kulturellen Zentren öffnen zu können, ohne die Sicherheit des Personals oder der Besucher zu gefährden, bekundet Patricia del Pozo. Im Hinblick auf die bevorstehende Urlaubssaison seien die Wiedereröffnungen indes unabdingbar, da das kulturelle Angebot Andalusiens jedes Jahr mehr als 10,5 Millionen Touristen anlocke. Was die Kultur laut der Ministerin neben dem Fremdenverkehr und dem Agrarsektor zum dritten ökonomischen Standbein der Region mache.

Zyklen mit Konzerten und Theateraufführungen laufen bald wieder an

Weshalb die Landesregierung auch nicht nur archäologische Stätten, Museen, Ausstellungszentren und Baudenkmäler wiedereröffnen, sondern auch wieder Konzerte, Theateraufführungen, Tanzshows und dergleichen bieten will. Zu diesem Zweck sollen ihre alljährlichen, andalusienweiten Zyklen wie etwa das Circuito de Peñas Flamencas mit Flamenco-Musik oder das Programm Anfitrión mit Schauspielen in römischen Theatern ab Ende des Monats wieder aufgenommen und während der Corona-Pandemie abgesagte Events neu terminiert werden. Mit der Initiative Museos y Musica, die Konzerte in den Patios der Landesmuseen vorsieht, wird im Juli auch noch eine neuer Zyklus hinzukommen.

Die andalusische Kulturministerin kündigte außerdem ein Subventionsprogramm an, in das die Landesregierung rund drei Millionen Euro investieren will. Mit dem Geld soll die Modernisierung des von Selbständigen und Kleinbetrieben getragenen Kultursektors gefördert werden, welcher in der Region immerhin 60.000 Personen beschäftigt. Ab Ende Juni soll man Patricia del Pozo zufolge die Beihilfen beantragen können, innerhalb von maximal vier Monaten sollen die Zuschüsse in den Fällen, in denen sie gewährt werden, ausgezahlt werden.

Es ist dies eine weitere Maßnahme, mit der die Liquidität der Kulturschaffenden gewährleistet werden soll. In die gleiche Stoßrichtung zielte auch schon ein umfassenderer, Mitte Mai bereits vorgestellter Plan zur Errettung des Kultursektors aus der Corona-Krise. Der mit insgesamt 15 Millionen Euro dotierte Krisen-Plan verfolgt laut der andalusischen Kulturminiserin Patricia del Pozo vor allem vier Ziele: die Erhaltung der Arbeitsplätze im Kultursektor, den durch die Zwangspause verursachten Schaden zu kompensieren, das Kulturangebot zu erweitern und das kulturhistorische Erbe zu reaktivieren.

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