Einige medizinische Fachkräfte in Schutzausrüstung stehen vor dem Eingang eines Hospitals.
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Nach schwierigen Wochen kann das Personal der Krankenhäuser in der Region allmählich wieder etwas aufatmen.

Schlimmste Phase überwunden

Coronavirus in Andalusien: Rückkehr zur Normalität im Gesundheitswesen

  • vonJosé Antonio Nieto
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Die Zahl der Covid-19-Infizierten in stationärer Behandlung nimmt stetig ab, wie auch jene der Patienten auf den Intensivstationen. Entlastung der Hospitäler ermöglicht die Rücknahme von Sondermaßnahmen.

  • Spitze der Infektionskurve scheint bereits überschritten.
  • Belegung in Hospitälern und Intensivstationen geht zurück.
  • Gesundheitswesen wird für mögliche erneute Welle gewappnet.

Sevilla - In Andalusien, wo die Spitze der Infektionskurve allem Anschein nach schon Ende März erreicht wurde, hat auch die durch das Coronavirus hervorgerufene, sanitäre Krise ihren Zenit mittlerweile überschritten. Die Zahl der Covid-19 Patienten, die einer Behandlung in einem der regionalen Krankenhäuser bedürfen, nimmt seit Tagen stetig ab. In den Intensivstationen der Hospitäler übertreffen die Entlassungen ebenfalls die Neueinweisungen.

Seit Ausbruch der Pandemie mussten in Andalusien über 5.500 Infizierte in ein Krankenhaus eingeliefert werden, aktuell befinden sich indes nur noch kaum mehr als 1.000 von ihnen in stationärer Behandlung. Ähnlich verhält es sich mit den Intensivstationen, deren Belegungszahlen seit einer Woche bereits rückläufig sind. Bislang mussten rund 700 an Covid-19 erkrankte Personen dort eingeliefert werden, zurzeit befinden sich dort weniger als 250.

Vor diesem Hintergrund soll in den Krankenhäusern nach und nach wieder ein Stück weit Normalität einkehren, wenn auch mit gewissen Vorkehrungen und einem Notfallplan, falls die Infektionskurve wieder ansteigen sollte, was für den kommenden Herbst oder Winter nicht ausgeschlossen wird, einem Zeitpunkt, zu dem auch die gewöhnliche Grippewelle das Gesundheitswesen wieder zusätzlich belasten könnte.

Mit Material eindecken

Für die Möglichkeit, dass die Infiziertenzahlen dann wieder rapide ansteigen, sollen die Lager der Krankenhäuser nach wie vor verstärkt mit Material wie Schutzausrüstungen für Ärzte und Pflegekräfte gefüllt werden. Und um eine starke Grippewelle zu verhindern, erwägt das regionale Gesundheitsministerium für ältere Menschen ab 65 Jahren und Riskopgruppen die bisher optionale Schutzimpfung zur Pflicht zu machen.

Wie die Rückkehr zu normalen Verhältnissen in den Krankenhäusern von statten gehen soll, hat das andalusische Gesundheitsministerium näher erläutert. Beibehalten wird in den Hospitälern nach wie vor eine strikte Trennung zwischen den Patienten mit und ohne Covid-19, wobei all jene, die auf eine Infizierung mit dem Coronavirus hinweisende Symptome aufweisen, schon beim Zutritt von den übrigen isoliert werden.

Reaktivierung der Operationen

Krankenhausstationen, die im Zuge der Pandemie geschlossen oder für die Behandlung der Covid-19-Patienten umgewidmet wurden, sollen nach und nach wieder ihrem ursprünglichen Zeck zugeführt werden. Schließlich sollen auch die nicht dringenden, zuletzt aufgeschobenen Operationen wieder aufgenommen werden. Und auch die externen Sprechstunden der Fachärzte sollen in den Krankenhäusern wieder anlaufen, wenn auch zunächst mit einer Priorität für Personen mit besonders schweren Erkrankungen wie Krebspatienten.

Bei den Sprechstunden werden eine Reihe von Vorsichtsmaßnahmen zur Anwendung kommen. Termine sollen derart vergeben werden, dass in den Warte-Bereichen möglichst wenig Patienten zusammenkommen. Mehrere anstehende Diagnosen und Behandlungen sollen möglichst an einem Tag durchgeführt werden, damit die Betroffenen nicht mehrmals erscheinen müssen. Und Nachuntersuchungen sollen soweit möglich auf Distanz etwa per Videokonferenz durchgeführt werden.

Behelfskrankenhäuser nicht mehr nötig

Zu guter letzt soll auch, da ein Mangel an Zimmern oder Betten nicht mehr bestehe, die Überweisung von Patienten aus den öffentlichen Krankenhäusern in private Kliniken eingestellt werden. Dementsprechend werden auch keine weiteren Einweisungen mehr in andere Einrichtungen erfolgen, wie etwa jene Hotels, die für die Internierung von Covid-19-Patienten mit einer relative leichten Symptomatik medizinisch ausgestattet und in Notkrankenhäuser verwandelt worden waren.

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