Lokalpolitiker praesentieren ein Hinweisschild an einem Strand.
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An den Stränden installierte Hinweisschilder setzen die Badegäste in drei Sprachen über die neuen Corona-Regeln in Kenntnis.

Neue Nutzungs-Regeln wegen Covid-19

Coronavirus in Roquetas de Mar: Badevergnügen nur in geordneten Bahnen

  • vonJosé Antonio Nieto
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Für ihre Strände haben die Küstengemeinden schon immer so einiges regulieren müssen. Wegen des Coronavirus kommen für ihre Strand-Pläne noch viele weitere Normen hinzu.

  • Für erforderliche Reinigungen und Desinfektionen erhalten Strände in Roquetas de Mar Öffnungs- und Schließungszeiten.
  • Strandwächter sollen unachtsame oder unverbesserliche Badegäste zur Ordnung rufen.
  • Strandbesucher werden in diesem Sommer nur begrenzte Flächen belegen können.

Roquetas - Im Vier-Stufen-Plan der spanischen Zentralregierung zur Deeskalation der Coronavirus-Restriktionen befindet sich Roquetas de Mar wie der Rest der Provinz Almería seit dem 25. Mai in der Phase 2. Das bedeutet nicht nur, dass unter anderem das örtliche Einkaufszentrum wieder öffnen konnte und Restaurantbesucher wieder im Inneren der Lokale essen können, sondern auch, dass man wieder im Meer baden kann.

Ein großer Andrang ist an den Stränden in den ersten Tagen ausgeblieben, zumal ein starker, von der Seeseite in Richtung Festland blasender Wind, das Schwimmen erschwerte und das Sonnenbad ungemütlich machte. Zum Wochenende dürften bereits mehr Besucher zu erwarten sein und ein richtiger Ansturm könnte erfolgen, wenn ab Mitte Juni auch die Mobilität zwischen den Provinzen wieder erlaubt wird.

Für diesen möglichen Ansturm will sich die Stadt rüsten und zwar mit einer Reihe von Sicherheitsvorkehrungen, welche die Gefahr einer Verbreitung des Sars-CoV-2 an den Stränden minimieren sollen. Detailliert werden sie in einem außerordentlichen Plan für die Strände, wie ihn die andalusische Regierung für alle Küstengemeinden der Region bis Mitte Juni eingefordert hatte.

Coronavirus: Normen für Strände müssen wegen Infektionsgefahr erweitert werden

Zwar waren die kommunalen Pläne für die Strände des letzten Jahres von der Landesregierung aufgrund der Ausnahmesituation automatisch um ein Jahr verlängert worden. Die aktuellen Erfordernisse zur Verhinderung von Corona-Infektionen an den Stränden konnten diese Pläne aber, da Covid-19 noch lange nicht bekannt war, nicht enthalten.

Ein solches Erfordernis wird zum Beispiel die Limitierung der Zeiten sein, an denen man den Strand nutzen kann. In Roquetas de Mar hat man sich dafür entschieden diese auf 9 bis 22 Uhr zu beschränken. Um am frühen Morgen sowie am späten Abend eine Reinigung des Sandes sowie eine Desinfektion der Installationen an den Stränden vornehmen zu können.

“Die Sauberkeit der Strände wird auf jeden Fall garantiert sein”, versichert der Bürgermeister von Roquetas de Mar, Gabriel Amat. In dem Urlaubsort wurden die Strände ohnehin schon an 365 Tagen im Jahr gereinigt, was entlang der spanischen Küste längst nicht überall der Fall ist. Nur in den Wochen, in denen die Strände wegen der Corona-Pandemie nicht genutzt werden durften, war die Frequenz reduziert worden.

Reinigung der Strände und Desinfektion der Installationen werden intensiviert

Fortan sollen die Reinigungstrupps bis auf weiteres sogar zwei Mal pro Tag anrücken und zwar nicht nur an den Stränden. Die Mitarbeiter der Reinigungsfirma Urbaser werden auch die Strandpromenaden zwei Mal täglich desinfizieren, inclusive des gesamten öffentlichen Mobiliars wie Bänke und Papierkörbe”, bekundet Gabriel Amat.

Das gleiche gelte für die Infrastruktur der Strände wie etwa die Zugangsstege oder auch die Duschen und die Toilettenhäuschen. Diese sind momentan zwar noch gesperrt, sollen jedoch benutzbar gemacht werden, sobald der diesjährige Extra-Plan für die Strände in Kraft tritt, was dem Bürgermeister zufolge bereits in wenigen Tagen passieren soll.

Die Duschen wie auch die Toilettenkabinen wird man in diesem Sommer barfuß nicht benutzen dürfen.

Bis zum 15. Juni, an dem die Badesaison in Roquetas de Mar offiziell beginnt, sollen die Strände mit allen üblichen Installationen und Service-Leistungen ausgestatt sein. Erhalten bleiben sollen sie bis zum 30. September, an dem die Badesaison in dem Küstenort für gewöhnlich endet.

Ortspolizei wird regelkonformes Verhalten der Strandbesucher kontrollieren

Über die Sicherheit der Badegäste werden bis zu 50 Rettungschwimmer wachen, die entlang der 16 Kilometer langen Küste von Roquetas de Mar verteilt und täglich von 11.30 Uhr bis 19.30 Uhr im Einsatz sein werden. Und dass die Strandbesucher den geforderten Mindestabstand von zwei Metern einhalten und sich an die sonstigen Corona-Regeln halten, sollen Patrouillen der Ortspolizei kontrollieren.

Über die Sicherheit der Strandbesucher werden entlang der 16 Kilometer langen Küste 50 Rettungsschwimmer wachen.

Welche Regeln wegen des Coronavirus zu beachten sind, steht inklusive deutscher und englischer Übersetzung auf 160 Hinweisschildern, die an den Stränden installliert worden sind. Diesen kann man zum Beispiel entnehmen, dass Sport nur individuell betrieben werden kann und Spiele am Ufer komplett untersagt sind.

Verboten sind auch Bälle, Luftmatratzen und dergleichen, ausgenommen Schwimmflügel für Kinder, die noch nicht schwimmen können. Ebenso verboten wird schließlich auch das nächtliche Grillen an den Stränden, das in den letzten Jahren in Roquetas de Mar zunehmend in Mode gekommen war und das die Stadt bislang nicht überall, aber doch in verschiedenen, unbewohnten Zonen erlaubte.

Für all jene, die die Schilder übersehen, ihren Inhalt nicht verstehen oder die meinen, dass die Regeln nur für alle anderen gelten, werden entlang der Küste von Roquetas de Mar bereits ab dem 1. Juni bis zu 25 Strandwächter unterwegs sein, um sie freundlich darauf hinzuweisen. “Es geht nicht darum Zuwiderhandlungen zu sanktionieren, sondern mit Respekt an das Verantwortungsbewusstsein der Badegäste zu appellieren”, erklärt Gabriel Amat.

Corona-Restriktionen: Höchstens 15 Personen auf maximal zehn Quadratmeter

Die Besucher werden an den Stränden in diesem Sommer auch nur noch reduzierte Flächen in Anspruch nehmen können, wobei deren Größe davon abhängt, wie viele Sonnenschirme sie mitbringen. Mit einem Sonnenschirm können sie 2,5 x 2 Meter und mit zwei Sonnenschirmen 5 x 2 Meter besetzen. Wobei keinesfalls mehr als 15 Personen gemeinsam das Badevergnügen genießen dürfen.

“Das wichtigste ist, dass wir alle kooperieren, um an den Stränden eine maximale Sicherheit gewährleisten zu können”, stellt der Bürgermeister abschließend fest. “Wenn wir alle unseren Teil dazu beitragen, werden wir die schwierige Situation auch gemeinsam meistern”, fügt Gabriel Amat hinzu.

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