Pressekonferenz des andalusischen Gesundheitsministers Jesús Aguirre.
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Der andalusische Gesundheitsminister hat einen Impfplan vorgelegt, in dem unter anderem die Rangfolge der verschiedenen Risikogruppen festgeschrieben worden ist.

Rangfolge der Risikogruppen

Coronaschutzimpfung in Andalusien: Detaillierte Planung bis zum Frühjahr

  • vonJosé Antonio Nieto
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Die Landesregierung hat einen Plan für die Corona-Schutzimpfung in Andalusien vorgelegt. Nach schleppendem Beginn soll die Durchimpfung der Bevölkerung beschleunigt werden.

Update, 27. Januar: In Andalusien sind bislang 242.391 Corona-Schutzimpfungen verabreicht worden (Stand 26. Januar), 166.543 Personen haben bereits die erste Impfspritze erhalten und 2.622 haben auch schon die zweite Dosis erhalten. Erhalten hat Andalusien bisher 330.970 Impfdosen, 324.070 von BioNTech-Pfizer und erst 6.800 von Moderna. Der Landesgesundheitsminister Jesús Aguirre hat bedauert, dass die zweite Lieferung von Moderna, die am heutigen Mittwoch ankommen sollte, auf nächste Woche verschoben worden ist. Dies rechtfertige seiner Ansicht nach die Entscheidung der Landesregierung sicherheitshalber, zur Gewährleistung der zur Immunisierung notwendigen zweiten Dosis, eine strategische Reserve zurückzubehalten. Man könnte sich nämlich nie darauf verlassen, meint Aguire, dass die vereinbarten Liefertermine oder Liefermengen auch eingehalten werden. Sein Chef, der Landesministerpräsident Juanma Moreno, hat derweil deutlich mehr Impfstoffe eingefordert. Um bis zum Sommer wie geplant bis zu 70 Prozent der Bevölkerung zu immunisieren, müsste Andalusien jede Woche an die 350.000 Impfdosen erhalten. Mit dem jetzigen Rhthmus könnten bis zum Sommer höchstens 15 Prozent der Bevölkerung immuniisert werden.

Update, 24. Januar: In Andalusien musste die Corona-Schutzimpfung an diesem Wochenende wegen fehlender Dosen unterbrochen werden. 251.240 Impfdosen haben die Gesundheitsbehörden seit dem Start der Impfkampagne Ende Dezember erhalten, 244.620 von BioNTech-Pfizer und 6.800 von Moderna. 221.635 Impfspritzen sind bereits gesetzt worden. Zur Sicherheit wollte das Landesgesundheitsministerium, falls es zu unvorhergesehenen Zwischenfällen kommen sollte, 20 Prozent der Dosen zurückbehalten. Wegen des aktuellen Lieferengpasses von BioNTech-Pfizer - ein unvorhergesehener Zwischenfall - musste man diese strategische Reserve bereits anzapfen. Etwa die Hälfte ist von dieser bereits aufgebracht worden, der Rest soll Anfang kommender Woche gespritzt werden, bis die nächste Lieferung zur Verfügung steht. Am Montag soll Andalusien dann wieder 79.650 Impfdosen von BioNtech-Pfizer erhalten und am Mittwoch 9.800 weitere von Moderna. Ab Mitte Februar rechnet die Landesregierung mit der ersten Liferung des Impfstoffes von AstraZeneca.

Risikogruppen erhalten bereis zweite Dosis - Seniorenheime bald immun

Bislang haben 177.313 Andalusier die erste Impfdosis erhalten. In den Seniorenheimen der Region konnten bereits 96,6 Prozent aller Bewohner und 93,8 Prozent aller Betreuer teilimmunisiert werden. Von den Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die an vorderster Front gegen die Corona-Pandemie kämpfen, haben 79,7 Prozent die erste Impfspritze bekommen. Ihrer kompletten Immunisierung sehen nach verabreichter zweiter Dosis inzwischen 22.161 Andalusier entgegen. Darunter befinden sich 8.720 Seniorenheimbewohner und 6.214 Betreuer von Seniorenresidenzen, bei den Übrigen handelt es sich um Ärzte und Krankenpfleger. Landesweit haben in Spanien erst an die 70.000 Personen alle zwei zur Immunisierung erforderlichen Spritzen bekommen. Andalusien trägt mit einem Anteil von etwa 30 Prozent dazu bei, obwohl die Region nur 18 Prozent der Bevölkerung stellt.

Update, 20. Januar: Die Corona-Schutzimpfung nimmt in Andalusien allmählich Fahrt auf. Seit dem Start der Impfkampagne am 27. Dezember sind in der Region bereits 152.919 Impfspritzen gesetzt worden. Damit sind knapp 71 Prozent der bislang erhaltenen Impfdosen aufgebraucht worden. Über 69.000 Spritzen sind an Mitarbeiter des Gesundheitswesens verabreicht worden, der Rest in den Seniorenresidenzen. Nur jene, etwa zehn Prozent, in denen Corona-Ausbrüche aktiv sind, konnten bisher nicht berücksichtigt werden.

Lieferengpass bei BioNTech-Pfizer: Nur die Hälfte der Impfdosen erhalten

In dieser Woche sind wegen des jüngsten Lieferengpasses bei BionTech-Pfizer nur 34.125 statt der üblichen 69.225 Impfdosen angeliefert worden. Trotzdem konnte das andalusische Gesundheitsministerium wie geplant am Montag damit beginnen, jenen Bewohnern und Pflegern der Seniorenheime, die schon die erste Impfspritze bekommen hatten, die zur Immunisierung notwendige zweite Dosis zu verabreichen. Für unvorhergesehene Zwischenfälle wie etwa ausbleibende Lieferungen hatte man nämlich beschlossen, 20 Prozent der Impfdosen zurückzuhalten.

Erstmeldung, 16. Januar: Sevilla - Während die jüngste Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in Andalusien wieder reichlich Anlass zur Sorge bietet, hat der Landesgesundheitsminister Jesús Aguirre hat einen Impfplan für die nächsten vier Monate vorgelegt. Mehr als zwei Wochen nach dem Start der Impfkampagne gegen Covid-19 Ende Dezember, wie die im regionalen Landtag oppositionelle PSOE bemängelt hat. Der Impfplan zielt darauf ab, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Menschen zu impfen. Getauft wurde er „Plan 24x7“, was suggerieren soll, dass fortan an sieben Tagen pro Woche 24 Stunden am Tag Impfungen verabreicht werden. Bis zum Frühlingsbeginn wird das andalusische Gesundheitswesen zunächst einmal über rund 980.000 Impfdosen verfügen – 868.000 von BioNTech-Pfizer sowie 112.000 von Moderna – mit denen an die 490.000 Personen immunisiert werden könnten, also knapp sechs Prozent der regionalen Bevölkerung.

Corona-Schutzimpfung in Andalusien: Erste Immunisierte ab Ende Januar

Der Impfplan der Landesregierung sieht zwei Etappen vor, in denen verschiedene Risikogruppen immunisiert werden sollen, wobei die erste Etappe wiederum in zwei Phasen aufgeteilt worden ist. In der ersten Phase der ersten Etappe sollen zwei Gruppen berücksichtigt werden. Zum einen sollen sämtliche Bewohner und Betreuer der andalusischen Seniorenresidenzen (79.233 Personen) an die Reihe kommen. Die erste Impfspritze haben bis Donnerstag dieser Woche alle bereits erhalten, vom 18. Januar bis 4. Februar sollen sie die zweite Dosis erhalten. Und zum anderen sollen jene Ärzte und Krankenpfleger immunisiert werden, die in den Krankenhäusern und Gesundheitszentren an vorderster Front gegen das Coronavirus kämpfen (73.634 Personen), und zwar im öffentlichen wie im privaten Gesundheitswesen. Diese sollen bis zum heutigen Sonntag die erste und vom 18. Januar bis 7. Februar die zweite Dosis verabreicht bekommen.

In der zweiten Phase der ersten Etappe sollen dann zwei weitere Gruppen zum Zuge kommen, sowohl alle als schwere Fälle eingestuften Pflegepatienten (95.547 Personen) sowie das übrige Personal des Gesundheitswesens (209.445 Personen). Zwischen dem 8. und dem 28. Februar sollen sie die erste Impfspritze und im Zeitraum vom 1. bis 21. März die zweite gesetzt bekommen. Für die zweite Etappe, die sich vom 15. März bis 25. April hinziehen wird, sind schließlich alle Senioren über 70 Jahre vorgemerkt worden (824.500 Personen). Erst danach soll mit der Durchimpfung der restlichen Einwohner begonnen werden.

Beschleunigung der Impfkampagne: Landesregierung fordert mehr Impfdosen

Der Landesgesundheitsminister Jesús Aguirre würde in der zweiten Etappe gerne schon alle Senioren ab 65 Jahren berücksichtigen und bis zum Beginn des Frühjahrs knapp 1,5 Millionen Andalusier impfen, doch dafür müsste die Region zwei Millionen Impfdosen mehr erhalten als bislang vorgesehen sind. Tatsächlich hatte die EU unlängst bereits angekündigt für ihre Mitgliedsstaaten 300 Millionen weitere Impfdosen von BioNTech-Pfizer kaufen zu wollen, die im günstigsten Fall ab dem Februar bereits verteilt werden könnten. Und noch vor Ende Januar könnte mit dem Impfstoff von AstraZeneca auch schon das dritte Vakzin zugelassen werden, von dem die EU ebenfalls 300 Millionen Dosen erwerben will.

Die andalusische Landesregierung fordert von der spanischen Zentralregierung mehr Impfdosen. Hat sie auch genügend Kapazitäten, um die deren Verabreichung entsprechend zu beschleunigen?

Auf einem anderen Blatt steht, ob die andalusischen Gesundheitsbehörden logistisch und personell über genügend Kapazitäten verfügen, um viel mehr Impfungen zu verabreichen als bisher. Bislang nämlich werden von den 69.000 Impfdosen, die zurzeit wöchentlich angeliefert werden, noch längst nicht alle verabreicht. Bis zum 15. Januar sind 139.718 Impfspritzen gesetzt worden, 64,6 Prozent aller erhaltenen Dosen. Der vom Landesgesundheitsminister vorgestellte Impfplan sieht indes vor, pro Woche bis zu 275.000 Impfspritzen zu setzen. Das sollte laut Aguirre durchaus machbar sein, da während der Grippe-Schutzimpfung im vergangenen Herbst in zwei Monaten schließlich auch schon 1,9 Millionen Spritzen gesetzt worden seien. Der Minister versichert, dass diesmal sogar noch mehr Ressourcen mobilisiert und pro Woche bis zu 400.000 Impfungen vorgenommen werden könnten.

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