Badegäste an einem wenig ausgelasteten Strand.
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Eine Überfüllung glaubt die Stadt Almería angesichts der Vielzahl ihrer zum Teil sehr weitläufigen Strände verhindern zu können.

Badesaison startet am 15. Juni

Corona-Sommer in Almeria: Strände mit limitierten Kapazitäten

  • vonJosé Antonio Nieto
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Schwimmen im Meer oder Sonne tanken am Strand sollte in Corona-Zeiten möglichst keine Gesundheitsgefährdung darstellen. Die Sicherheit der Badegäste will die Stadt Almería mit ihrem Strand-Plan garantieren.

  • Almerías Stränden ist abhängig von ihrer Größe jeweils eine maximale Kapazität zugewiesen worden.
  • In der Nacht wird zwecks Strandreinigung der Zugang gesperrt sein.
  • Rettungsschwimmer werden vom 15. Juni bis 30. September im Einsatz sein.

“Es wird aufgrund der sanitären Krise wegen des Coronavirus ein anderer Sommer werden als sonst, was aber nicht heißt, dass er schlechter sein muss”, kommentiert der in Almería für die Strände zuständige Stadtrat, Carlos Sánchez. Die Kommunalregierung der PP habe für die Strände auf jeden Fall einen Plan ausgearbeitet, der den Anforderungen der Gesundheitsbehörden entsprechend die Sicherheit der Badegäste garantieren werde, damit sie den Aufenthalt am Meer unbesorgt genießen können.

Coronavirus am Strand: Baden und Sonnen mit Sicherheitsabstand

Eine dieser neuen Anforderungen ist der erforderliche Mindestabstand zwischen den Strandbesuchern, der mindestens zwei Meter betragen soll. Auf dieser Grundlage hat das Rathaus die Kapazitäten der Strände Almerías berechnet, die sich auf insgesamt 131.193 Personen beläuft – angefangen von dem kleinsten Strand, der Playa de la Garrofa mit einem Fassungsvolumen von 333 bis zum weitläufigsten Strand, der Playa de las Amolederas, die eine Aufnahmefähigkeit für 41.667 Personen aufweist. Wir glauben, dass die jeweiligen Kapazitäten an keinem Strand ausgeschöpft sein werden”, meint Carlos Sánchez.

Der einzige Strand, der in diesem Sommer gesperrt bleiben wird, ist die kleine, nur schwer erreichbare Playa de San Telmo unterhalb des gleichnamigen Leuchtturms. Die 15 übrigen Strände, von der Playa de la Garrofa bis zur Playa de la Fabriquilla werden für Schwimmer und Sonnenanbeter zugänglich sein. Allerdings erstmals mit limitierten Öffnungszeiten, wie sie zum Beispiel auch Roquetas de Mar angekündigt hatte. In Almería wird man sich an den Stränden indes vier Stunden länger aufhalten können und zwar von 7 bis 24 Uhr.

Hygiene am Strand: Toiletten und Strandduschen werden desinfiziert

Die nächtlichen Stunden sollen nämlich für eine besonders gründliche Reinigung der Strände vorbehalten bleiben und zwar eine doppelte. Die Strände sollen manuell gesäubert und der Sand soll außerdem noch maschinell durchsiebt werden. Die Toiletten sollen sogar vier Mal am Tag gereinigt werden. Diese werden auch nur einzeln zugänglich sein, ausgenommen Personen, die zur Errichtung ihrer Notdurft auf Hilfe angewiesen sind. Und die Strandduschen wiederum, die nur mit Badelatschen genutzt werden dürfen, sollen zur Betätigung mit Fußknöpfen ausgestattet werden, um jeglichen Hautkontakt zu vermeiden.

Von Mitternacht bis 7 Uhr dürfen die Strände in diesem Sommer zwecks ihrer Reinigung nicht betreten werden.

Mülleimer wird man an den Stränden Almerías in diesem Sommer keine vorfinden, da diese vom Sand hinaus an die Promenaden oder Zugangswege verlegt werden sollen. Zugangsstege wird es derweil weniger als bisher geben und die an manchen Stränden vorhanenden Kinderspielplätze wird man in diesem Sommer nicht nutzen dürfen.

Coronavirus: Almería kümmert sich um Menschen mit Behinderung

Andererseits sollen die entlang der Küste verteilten Schattenzonen für Menschen mit Behinderung von bislang fünf auf sieben erhöht werden. Und die Zahl der dort verfügbaren Amphibienstühle soll ebenfalls aufgestockt werden, von fünf auf 18. Wobei man diese im Bedarfsfall vorher beantragen muss und zwar unter Tel. 00 34 666 344 140.

Von Rettungsschwimmern überwacht werden in Almería die acht Stadtstrände und auch nur in der Zeit von 12 bis 19 Uhr. Die insgesamt 31 Rettungsschwimmer werden sich auf sieben Einsatzzentralen und neun Wachtürme verteilen. Dort werden sie allerdings erst ab dem 15. Juni anzutreffen sein, wenn nämlich der Strand-Plan des Rathauses in Kraft tritt. Im Einsatz werden sie bis zum 30. September sein, wenn in Almería die offizielle Badesaison endet.

Von Mitte Juni bis Ende September werden die acht urbanen Strände Almerías von 31 Rettungsschwimmern bewacht.

Über die neuen Nutzungs- und Verhaltenssregeln für die Strände von Almería werden die Badegäste schließlich mit bis zu 175 Informationsplakaten in Kenntnis gesetzt, die entlang der Küste angebracht worden sind. Die Einhaltung der Regeln werden die do genannten Equipos Covid (dt. Covid-Teams) überwachen.

Von den 3.000 Strandwächtern der andalusischen Regierung stehen Almería 126 zu

Neben Beamten der Ortspolizei und den mit der Instandhaltung der Strände betrauten Mitarbeitern des Rathauses gehören Covid-Teams auch die neuen Strandwächter der andalusischen Regierung an. Für alle Küstengemeinden der Region hatte die Landesregierung die Einstellung von 3.000 Erwerbslosen für diesen Job angekündigt. Auf die Stadt Almería würden entsprechend ihres proportionalen Bevölkerungsanteils 126 Strandwächter entfallen.

Die Strandbesucher sollen in Corona-Zeiten unter anderem von Streifen der Ortspolizei überwacht werden.

Zu guter Letzt hat der für die Strände zuständige Stadtrat noch ein wissenschaftliches Projekt angekündigt, für welches das Rathaus mit der Universität Almerías und dem Hospital de Torrecárdenas kooperieren wird. “Die Initiative zielt darauf ab, die mögliche Präsenz des Sars-Cov-2 im Sand und im Meer zu erforschen, quasi um die Gesundheit der Strände zu testen”, erklärt Carlos Sánchez. Dass etwas vergleichbares andernorts noch durchgeführt werden, sei ihm nicht bekannt.

Almería hofft für diesen Sommer auf einen Boom inländischer Touristen

Der Stadtrat ist außerdem zuversichtlich, dass in diesem Sommer an Almerías Stränden nicht nur Einheimische, sondern auch auswärtige Besucher liegen werden. Seinen Optimismus gründe er auf die bisherigen Buchungszahlen der örtlichen Hotels sowie auf Gespräche die er mit Vertretern des Tourismussektors geführt habe.

“Die Touristen suchen bevorzugt nach Urlaubsorten, an denen das Coronavirus weniger schwer gewütet”, meint Carlos Sánchez, und nach Städten die wie Almería nicht ganz so groß oder dicht bevölkert seien. Um diese Tendenz zusätzlich zu begünstigen, werde das Rathaus vermutlich noch vor Ende Juni eine landesweite Werbekampagne in nationalen Medien starten, mit der vor allem spanische Urlauber angelockt werden sollen.

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