Sommer ohne Volksfest

Coronavirus in Andalusien: Stadt Málaga sagt ihre Feria im August ab

  • vonNicolas Hock
    schließen

Die Stadt Málaga hat wegen der Coronavirus-Pandemie ihre Feria im August abgesagt. Die Entscheidung kam überraschend, da die spanische Zentralregierung bislang die Volksfeste im Sommer nicht verboten hat.

  • Feria von Málaga wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt.
  • Stadtregierung will kostenlose Konzerte als Alternative anbieten.
  • Für Auftragsvergaben reserviertes Geld soll für soziale Zwecke verwendet werden

Málaga – Die Feria von Málaga, eines der größten Volksfeste Andalusiens, zu dem Jahr für Jahr mehr als sechs Millionen Besucher aus dem In – und Ausland kommen, wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr ausfallen. Diese Entscheidung der Stadtregierung gab Feststadträtin Teresa Porras von der konservativen Volkspartei PP am Mittwoch bekannt, nachdem der ebenfalls der PP angehörende andalusische Ministerpräsident Juanma Moreno am Dienstag den Rathäusern der autonomen Region empfohlen hatte, ihre Volksfeste in diesem Sommer aufgrund des Ansteckungsrisikos nicht auszutragen.

Stadt kommt Entscheidung der Zentralregierung zuvor

Die Absage der Feria kam für viele überraschend, da Bürgermeister Francisco de la Torre noch vor rund zwei Wochen erklärt hatte, dass die Entscheidung darüber, ob das für die Zeit vom 15. bis 22. August geplante Volksfest stattfinden soll oder nicht erst Ende Juni oder Anfang Juli gefällt werden sollte. Erst recht, weil er gesagt hatte, er wolle die Entscheidung der von der sozialistischen PSOE geführten spanischen Zentralregierung abwarten, die sich zu dem Thema bislang noch gar nicht geäußert hat.

Die Feria von Málaga ist eines der größten Volksfeste Andalusiens mit jährlich mehr als sechs Millionen Besuchern.

Feststadträtin Teresa Porras meinte hierzu lediglich: “Wir haben stets die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden befolgt. Dieses Mal kamen sie von der Junta de Andalucia.”

“Wir können ein so großes Volksfest nicht feiern und die Ortspolizei Geldstrafen verhängen lassen, wenn die Sicherheitsabstände nicht respektiert werden”, erklärte am Mittwoch auch Bürgermeister Francisco de la Torre. “Deshalb haben wir selbst die Initiative ergriffen, denn unser Ziel ist, dass die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Richtung Null geht.”

Verträge für das Volksfest werden annulliert

Die Stadtregierung hatte bereits mehrere Verträge mit einem Volumen von rund einer Million Euro für die Feria abgeschlossen. So wurden schon das traditionelle Feuerwerk zum Beginn des Fests, sämtliche Konzerte sowie die Installation von Sonnenschutzsegeln auf dem Feriagelände und die Ausschilderung der dortigen Parkplätze in Auftrag gegeben.

All diese Verträge wurden unter dem Vorbehalt abgeschlossen, dass sie annulliert werden können, falls die Feria abgesagt wird. Das für die Auftragsvergaben reservierte Geld soll nach Angaben von De la Torre jetzt dem Sozialamt von Málaga zur Verbesserung der Situation der durch die Coronavirus-Pandemie in Not geratenen Bürger zur Verfügung gestellt werden.

Kostenlose Konzerte geplant

Teresa Porras erklärte, dass anstelle der Feria eine Reihe kostenloser Musik- und Kulturveranstaltungen mit beschränkter Zuschauerzahl und unter freiem Himmel veranstaltet werden sollen. Die Stadträtin verwies dabei auf die in jedem Sommer stattfindenden Konzerte im städtischen Auditorium, sprach aber auch von der Möglichkeit, auf der Burg Gibralfaro Konzerte auszutragen. “Wir überprüfen derzeit mehrere neue Standorte, wobei unser Hauptkriterium ist, dass die Zuschauerzahl beschränkt werden kann.”

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare