Der andalusische Regierungssprecher Elias Bendodo während einer Pressekonferenz.
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Den beschlossenen Lockdown für Ecija und die Restriktionen für Studenten in Granada verkündete der Regierungssprecher Elías Bendodo nach der jüngsten Kabinettssitzung.

Studenten im Fokus

Coronavirus in Andalusien: Granada bald im Lockdown? Ecija ist es schon

  • vonJosé Antonio Nieto
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Die für den Lockdown maßgebliche Infektionsrate hat Granada überschritten, nur die Krankenhausauslastung liegt noch unter dem Grenzwert. Als Sündenböcke für die steigenden Fallzahlen hat die Landesregierung die Studenten der andalusischen Universitätsstadt ausgemacht.

  • Restriktionen für Granadas Studenten sollen Lockdown der gesamten Stadt verhindern.
  • Landesregierung suspendiert Präsenzunterricht und verhängt nächtliche Ausgangssperre für Wohnheime.
  • Rektorin der Hochschule kritisiert beschlossene Maßnahmen und nimmt Studierende in Schutz.

Update, 21. Oktober: Und wieder ist in Andalusien hinsichtlich der Infektionszahlen ein neuer negativer Rekord aufgestellt worden. Am 21. Oktober sind 3.442 Neuinfizierte vermeldet worden, über 500 mehr als beim bisherigen Spitzenwert vom 26. Oktober, womit die Gesamtzahl der Corona-Infizierten seit Ausbruch der Pandemie bereits die 100.000er-Marke überschritten hat. Erneut vermeldeten Sevilla mit 1.089 und Granada mit 847 mit Abstand die meisten Infektionsfälle in der Region, gefolgt von Córdoba mit 409, Jaén mit 333, Cádiz mit 316, Málaga mit 205, Huelva mit 129 und Almería mit 114. Die Infektionsrate der letzten 14 Tage hat sich bereits auf 280,5 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner erhöht, wobei vor allem die Provinzen Granada und Jaén deutlich über dem Mittelwert liegen.

Provinzhauptstadt Granada
Einwohner 232.462 (Stand 2019)
Fläche88,02 Quadratkilometer
Autonome GemeinschaftAndalusien

Zu der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in Andalusien.

Zu den bisherigen Lockdowns andalusischer Gemeinden.

Zu der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie in Spanien.

Eine mehr als bedenkliche Entwicklung weisen in Andalusien indes nicht nur die Infiziertenzahlen, sondern auch die Patientenzahlen der Krankenhäuser auf. Die Zahl der Covid-Patienten, die sich aktuell in stationärer Behandlung befinden, ist mittlerweile auf 1.567 angestiegen (Stand 21. Oktober), das sind 357 mehr als noch vor einer Woche. Von diesen befinden sich derzeit 198 in den Intensivstationen der Hospitäler, 37 mehr als sieben Tage zuvor. Von den Mitte März in der Region erreichten Höchstwerten mit 3.146 Covid-Patienten, 438 davon in Intensivbehandlung, die in der zweiten Infektionswelle lange Zeit unerreichbar schienen, ist man immer weniger weit entfernt. Deutlich beschleunigt hat sich seit Anfang Oktober auch die Zunahme der Todesopfer. Von den insgesamt 2.242 Sterbefällen seit Beginn der Corona-Pandemie sind bereits weit mehr als ein Drittel nach dem Ende des Nostands Ende Juni zu beklagen gewesen.

Coronavirus in Andalusien: Landesregierung ändert Diskurs - Situation außer Kontrolle

Der andalusische Ministerpräsident Juanma Moreno hat sich vor allem über die epidemiologische Evolution in Granada, Jaén und Sevilla besorgt gezeigt. Für kommenden Freitag, wenn das Kabinett zu seiner nächsten Sitzung zusammentritt, hat er die Ergreifung drastischer Maßnahmen angekündigt. Nachdem die Corona-Restriktionen in Granada bereits verschärft worden sind, droht Sevilla und Jaén nun das Gleiche. Grundlegend geändert hat der Regierungschef in den letzten Tagen auf jeden Fall seine Einschätzung der Lage. Der offizielle Diskurs sowohl von Moreno als von seinen Ministern bestand bislang darin, einerseits an die Bevölkerung - vor allem an die Jugend - zu appellieren, Vorsicht walten zu lassen und die Corona-Regeln zu beachten, um die Expansion des Virus im Zaum zu halten. Anderseits versicherte man stets, die Lage unter Kontrolle zu haben.

Nun aber, wo die Auslastung der Krankenhäuser doch rasant zunimmt und die Gesundheitszentren zu kollabieren drohen, gibt Juanma Moreno ganz andere Töne von sich. In der jüngsten Debatte zur Lage der Region im andalusischen Parlament, räumte er ein, ob der jüngsten Entwicklung überfordert zu sein. Vor allem in den Gesundheitszentren, die als erste Anlaufstelle für neue Infektionsfälle und potenziell Infizierte dienen, seit die Situation aus dem Ruder gelaufen und die Covid-Diagnostizierung erfolge nicht schnell genug. Die Oppositionsführerin der PSOE im Landtag, Susana Diaz, hat dem Regierungschef seine bisherige Selbstbeweihräucherung in der Corona-Krise vorgeworfen, als Andalusien noch relativ gut davonkam. Nun aber, wo dies nicht mehr so sei, fehle es Moreno an Führungskraft und Entschlossenheit. Auf kritische Entwicklungen reagiere die von ihm geführte Landesregierung zumeist zu spät oder mit wenig sinnvollen Maßnahmen.

Die zweite Infektionswelle spitzt sich in Andalusien zu, was die Oppositionsführerin Susana Díaz dem aus ihrer Sicht fatalen Krisenmanagement der Landesregierung ankreidet.

Coronavirus in Granada: Infektionszahlen und Patientenzahlen steigen rasant

Update, 17. Oktober: Die Infektionsrate der letzten 14 Tage steigt in Granada ungebremst weiter an. Im Großraum der Provinzhauptstadt liegt sie bereits bei 688,3 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner (Stand 16. Oktober), wobei sich die Gemeinden im Speckgürtel von Granada mit 500,4 noch deutlich darunter befinden, während die Stadt selbst mit 793 weit darüber liegt. Über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in Granada hat sich der Sprecher der andalusischen Regierung, Elías Bendodo, sehr besorgt gezeigt, weil nicht nur die Infektionszahlen sprunghaft ansteigen, sondern auch jene der Covid-Patienten in den Krankenhäusern. Von 112 zu Beginn des Monats haben sie sich innerhalb von nur zwei Wochenauf 251 mehr als verdoppelt.

Bendodo hat denn auch eingeräumt, dass es mit der vor wenigen Tagen beschlossenen Schließung des Uni-Campus für die Dauer von zehn Tagen nicht genügt, um die Situation in Granada zu entschärfen. Damit gesteht sich die Landesregierung wohl auch ein, dass es ein Fehler gewesen ist, dem studentischen Umfeld quasi die alleinige Schuld zuzuweisen und nur für das Kollektiv der Studierenden Restriktionen anzuordnen, während zum Beispiel für das Nachtleben keine strengeren Regeln erlassen wurden. Um dies zu ändern ist der andalusische Gesundheitsminister Jesús Aguirre am gestrigen Tag in Granada mit dem Bürgermeister Luis Salvador und den Verantwortlichen der lokalen Gesundheitsbehörden zu einer Krisensitzung zusammengekommen.

Coronavirus in Granada: Verschärfte Restriktionen für Gaststätten und Geschäfte

Dabei kam als Ergebnis heraus, dass in der Stadt Granada sowie in 31 Gemeinden ihres Einzugsgebietes ab dem heutigen Tag die gleichen Corona-Restriktionen gelten werden, wie in Ecija, Linares, Almodóvar del Rio und Casariche, also jene Ortschaften, wo sie bereits verschärft worden waren. Das bedeutet, dass unter anderem Gaststätten und Geschäfte nur bis 22 Uhr öffnen dürfen, Lokale nur 50 Prozent ihrer Kapazitäten ausschöpfen können und in Bars und Restaurants höchstens sechs Personen an einem Tisch zusammensitzen dürfen. Außerdem müssen Parkanlagen und Spielplätze gesperrt werden, dürfen keine Wochenmärkte veranstaltet werden und müssen Clubs und Vereine ihre Aktivitäten einstellen.

Die Restriktionen gelten vorerst für 14 Tage und könnten danach aufgehoben, entspannt, beibehalten oder auch weiter verschärft werden. Was in Granada und in dessen Speckgürtel nicht eingeschränkt worden ist, ist die Bewegungsfreiheit der Bürger, das heißt in die Stadt sowie ihre umliegenden Gemeinden kann man weiterhin ungehindert hinein oder auch hinaus. Wieder aufgehoben hat die Landesregierung die Mobilitätsbeschränkungen derweil wieder für Linares und Almodóvar del Rio, so wie sie es zuvor auch schon in Casariche getan hatte. Somit ist Ecija zurzeit die einzige andalusische Gemeinde in der man nur mit einem triftigen Grund wie Arbeit, Arztbesuch oder dergleichen hinein oder hinaus darf.

Coronavirus in Andalusien: Negative Entwicklung im Inland - Entspannung an der Küste

Andalusienweit ist die Infektionsrate mittlerweile auf 244,4 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner angestiegen, wobei neben der Provinz Granada zurzeit auch noch die drei im Inland gelegenen Provinzen Jaén, Sevilla und Córdoba über dem Mittelwert liegen, während die vier Küstenprovinzen Málaga, Cádiz, Almería und Huelva diesen nicht erreichen. Allein am 16. Oktober sind wieder 2.928 Infektionsfälle vermeldet worden, so viele wie an keinem anderen Tag seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Der vorherige Rekord mit 2.302 Neuinfizierten war nur zwei Tage zuvor registriert worden. In den letzten zwei Wochen wurden in Andalusien insgesamt 20.563 Infektionsfälle registriert, 9.132 davon in den letzten sieben Tagen.

Weitaus bedenklicher stimmt indes die Entwicklung der Patientenzahlen in den andalusischen Krankenhäusern. Nachdem diese zu Beginn des Monats einen klaren aber nicht allzu lange vorhaltenden Abwärtstrend eingeleitet hatten, sind sie im Verlauf der letzten Woche wieder kontinuierlich angestiegen zwar in einem Anlass zur Sorge bietenden Maße. Aktuell befinden sich 1.281 Covid-Patienten in stationärer Behandlung, 256 mehr als eine Woche zuvor und so viele wie noch nie seit Beginn der zweiten Infektionswelle. Von diesen mussten 1.281 Corona-Infizierten mussten bereits 171 auf die Intensivstationen der Hospitäler verlegt worden, 25 mehr als noch vor sieben Tagen

Coronavirus in Andalusien: Krankenhausauslastung unter landesweitem Durchschnitt

Seit Beginn der Pandemie mussten in Andalusien bereits 10.955 Covid-Patienten in ein Krankenhaus eingeliefert werden, etwa 40 Prozent davon allein in den letzten zwei Wochen, was verdeutlicht, dass die zweite Infektionswelle der ersten hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Volksgesundheit kaum noch nachsteht. Und doch steht Andalusien zumindest im landesweiten Vergleich nicht so schlecht da. Denn während in der Region 9,05 Prozent mit Krankenhausbetten mit Covid-Patienten belegt sind, liegt der nationale Durchschnitt bei 9,83 Prozent. Und während in Andalusien 13,79 Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt sind, liegt in diesem Fall der nationale Durchschnitt bei 19,56 Prozent.

Zwei weitere wichtige Indikatoren stimmen hingegen weniger zuversichtlich. Zum einen sind in Andalusien nicht einmal zehn Prozent der Infektionsfälle einem erkannten Corona-Ausbruch zuzuordnen, was bedeutet, dass sich das Virus weitgehend unkontrolliert verbreitet und die Aufspürung der Kontakte von Infizierten zu wünschen übrig lässt. Und zum anderen fallen 14,7 Prozent der Corona-Tests positiv aus, was bedeutet, dass in der Region noch immer nicht genug getestet wird. In diesem Fall befindet sich Andalusien über dem landesweiten Mittelwert der bei 12,5 Prozent liegt. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen Anteil von weniger als fünf Prozent positiver Tests als erstrebenswert.

Coronavirus in Andalusein: Granada mit bedenklicher Infektionsrate - Landesregierung besorgt

Ertstmeldung, 15. Oktober: Granada - Die erste andalusische Provinzhauptstadt, die den als bedenklich geltenden Grenzwert von 500 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den letzten 14 Tagen überschritten hat, ist Granada gewesen. Aktuell liegt die Infektionsrate in der Großstadt sogar schon bei 600 pro 100.000 Einwohner, nur eine Woche zuvor hatte sie noch bei 400 gelegen. Von einer Isolierung Granadas hat die Landesregierung bislang indes noch abgesehen, weil nämlich eine zweite hierfür als erforderlich erachtete Bedingung noch nicht erfüllt wird, und zwar das die Krankenhausauslastung betreffende Kriterium. Mit Covid-Patienten sind zurzeit erst 15 Prozent der Krankenhausbetten belegt, als Richtwert für einen Lockdown gelten 35 Prozent.

Trotzdem hat sich der andalusische Ministerpräsident Juanma Moreno über die Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in Granada sehr besorgt gezeigt, vor allem nach den Szenen, die sich am verlängerten Brückenwochenende rund um den spanischen Nationalfeiertag am 12. Oktober in der Stadt abgespielt haben. In mehreren Ecken der Innenstadt feierten und tranken viele junge Menschen nach Schließung der Gaststätten auf den Straßen weiter, ohne Schutzmasken und ohne soziale Distanz. Moreno sieht sowohl die nächtlichen Trinkgelage als auch den rasanten Anstieg der Infektionszahlen in Granada im Zusammenhang mit dem Beginn des akademischen Studienjahres. Da sich außerdem in sieben Studentenwohnheimen Corona-Ausbrüche mit insgesamt 150 Betroffenen ereignet hatten, sah sich der Regierungschef zum Handeln gezwungen.

Am 13. Oktober beschloss das Kabinett dann kurzerhand, für alle Studentenwohnheime der traditionsreichen Universitätsstadt eine Sperrstunde ab 22 Uhr zu verhängen. In allen Wohnheimen, in denen Infektionsausbrüche registriert worden sind, sollen außerdem stichprobenartig Schnelltests unter den Bewohnern durchgeführt werden. Weitere Restriktionen wie etwa ein Zugangsverbot für Nichtbewohner oder eine Reduzierung der maximalen Personenzahlen in Zimmern und Gemeinschaftsräumen hat die Landesregierung im Übrigen für alle andalusischen Studentenwohnheime empfohlen. In Granada ist außerdem noch der Präsenzunterricht ausgesetzt worden. Ursprünglich sollten Vorlesungen und Seminare zwei Wochen lang suspendiert werden beziehungsweise online erfolgen, am Ende beließ man es dann aber doch bei zehn Tagen.

Coronavirus in Granada: Hörsäle der Universität werden geschlossen - Kneipen bleiben geöffnet

Die Schließung des Campus ist von der Hochschulleitung als gravierender Fehler bezeichnet worden. Insbesondere die Rektorin der Universität, Pilar Aranda, übte eine scharfe Kritik an der Maßnahme. Aranda äußerte sich sehr betrübt darüber, dass dem Gastgewerbe von der Landesregierung offensichtlich ein höherer Wert beigemessen werde als der akademischen Ausbildung, denn während Hörsäle, Bibliotheken und Forschungslabors geschlossen werden, dürften die Kneipen in Granada weiter geöffnet bleiben. Die Rektorin ist außerdem der Ansicht, dass die Studenten, die sich auf dem Campus und im Unterricht vorbildlich verhalten würden, zu Unrecht unter Generalverdacht gestellt werden. Von den rund 60.000 Studenten in Granada seien bisher lediglich 236 positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden und noch kein einziger Hörsaal hätte wegen einer Häufung von Infektionsfällen geschlossen werden müssen.

Der Sprecher der andalusischen Regierung, Elias Bendodo, hat versichert, für die Verärgerung der Rektorin der Universität volles Verständnis zu haben. Mit der Aussetzung des Präsenzunterrichtes an der Hochschule, erklärte er andererseits, wolle man eben verhindern, dass sich die Corona-Ausbrüche von den Studentenwohnheimen auf den Campus verlagern. Außerdem seien die beschlossenen Maßnahmen unumgänglich gewesen, da man sonst in spätestens zwei Wochen die gesamte Stadt hätte in den Lockdown schicken müssen. Die Führungsriege der Universität, die sich in einem offenen Brief an Bendodo gewendet hat, sieht das jedoch ganz anders. Die Suspendierung der Vorlesungen sei kontraproduktiv, da sie zur Folge haben werde, dass die Studierenden freier sein werden, um ein aktiveres Sozialleben zu führen. Und viele auswärtige Studenten dürften dies zudem nuzten, um in ihre Herkunftsorte zu fahren, mit der damit verbundenen Gefah,r das Virus weiter zu verbreiten.

Coronavirus in Andalusien: Ecija für zehn Tage im Lockdown - Lockerungen in Casariche

In den Lockdown, der Granada drohen könnte, wenn die beschlossenen Restriktion nicht die von der Landesregierung erhoffte Wirkung mit sich bringen, ist am heutigen Tag bereits Ecija getreten, und zwar vorerst für die Dauer von zehn Tagen. Die knapp 40.000 Einwohner zählende Kleinstadt in der Provinz Sevilla ist nach Casariche (Sevilla), Almodóvar del Rio (Córdoba) und Linares (Jaén) bereits die vierte andalusische Ortschaft, in der seit Beginn der zweiten Infektionswelle die Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt und die Restriktionen für Geschäfte, Lokale und soziale Aktivitäten verschärft werden. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Ecija nur 625 Personen mit dem Coronavirus infiziert, mit 369 Neuinfizierten in den letzten 14 Tagen ist die Infektionsrate zuletzt jedoch auf 925,4 pro 100.000 Einwohner hochgeschnellt. Und in den letzten Wochen sind bereits 25 Infektionsausbrüche registriert worden, die alle auf Treffen im Familienkreis zurückzuführen sind.

Noch höher liegt die Infektionsrate mit 1.285 pro 100.000 Einwohner in der Gemeinde Sierra de Yeguas (Málaga). In kleinen Dörfern wie diesem mit gerade Mal 3.346 Einwohnern ist die Infektionsrate allerdings nur ein begrenzt hilfreicher Indikator, da schon ein nicht allzu großer, kontrollierter Corona-Ausbruch den Wert stark in die Höhe treibt. Da die Zahl der Neuinfizierten zuletzt obendrein eine abnehmende Tendenz aufweist, hat die andalusische Regierung in Sierra de Yeguas zwar die Restriktionen für Geschäfte, Lokale und soziale Aktivitäten verschärft, die Bewegungsfreiheit aber nicht eingeschränkt. Ungehindert in den Ort hinein oder aus diesem heraus kann man auch wieder in Casariche, wo der Lockdown aufgrund seiner positiven Resultate nach zwei Wochen zumindest teilweise gelockert worden ist, denn die übrigen Restriktionen werden bis auf Weiteres beibehalten, da die Infektionsrate im Ort zwar spürbar gesunken, aber noch immer überdurchschnittlich hoch ist.

Coronavirus in Andalusien: Stichprobenartige Massentests in sieben weiteren Gemeinden

Zu guter Letzt hat die andalusische Regierung auch noch beschlossen in den nächsten Tagen in sieben weiteren Gemeinden mit besonders hohen Infektionsraten – Alhama de Granada in der Provinz Granada, Banemejú und El Carpio in der Provinz Córdoba sowie Castillo de las Guardas, Herrera, Molares und Utrera in der Provinz Sevilla - stichprobenartige Massentests durchzuführen, um die epidemiologische Entwicklung besser einschätzen zu können. Erst Ende der vergangenen Woche waren in 14 Gemeinden insgesamt 3.767 Antigen-Schnelltests realisiert worden, bei denen lediglich 19 Corona-Infizierte aufgespürt werden konnten. In der Woche davor waren wiederum in elf Gemeinden insgesamt 4.598 Tests durchgeführt worden, die auch nur 52 positive Ergebnisse lieferten. Wobei die Zahl der an den freiwilligen Corona-Tests teilnehmenden Personen, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden, von Ort zu Ort stark variiert und oftmals nicht einmal die Hälfte der Einberufenen erscheint.

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