Málaga und Granada ziehen nach

Deeskalation: Ganz Andalusien ab Montag in Coronavirus-Phase 1

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Ab kommenden Montag werden auch in Málaga und Granada die Gastwirte ihre Außenterassen montieren können.
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Anders als Almería, Cádiz, Córdoba, Huelva, Jáen und Sevilla müssen Málaga und Granada bis 18. Mai in Phase 0 ausharren. Jedoch werden auch diese beiden Provinzen im Vier-Stufen-Plan der spanischen Regierung die nächste Stufe erklimmen.

  • Coronavirus-Deeskalation: Malága und Granada ziehen am 18. Mai in die Phase 1 nach.
  • Andalusische Regierung hatte Verweilen der beiden Provinzen in Phase 1 scharf kritisiert.
  • Im Vier-Stufen-Plan sollen alle acht andalusischen Provinzen nun gemeinsam voranschreiten.

Sevilla- In sechs der acht andalusischen Provinzen - Almería, Cádiz, Córdoba, Huelva, Jaén und Sevilla – können die Einwohner seit dem vergangenen Montag unter anderem Freunde oder Verwandte besuchen, in Geschäften einkaufen, in den Außenterassen von Bars und Restaurants einkehren oder auch Zweitwohnungen aufsuchen, sofern sich diese innnerhalb ihrer Provinz befinden. In Málaga und Granada wird dies ihren jeweiligen Einwohnern noch verwehrt.

Beide Provinzen haben im Vier-Stufen-Plan der spanischen Zentralregierung zur schrittweisen Lockerung der Coronavirus-Restriktionen die Phase 0 bislang noch nicht verlassen dürfen. Am kommenden Montag, eine Woche später als die restlichen andalusischen Provinzen, werden aber auch sie nun in die Phase 1 voranschreiten können. Den Segen hierfür hat das spanische Gesundheitsministerium am gestrigen Freitagabend erteilt.

“Völlig zurecht”, hat der andalusische Gesundheitsminister Javier Aguirre erklärt, “denn Málaga und Granada erfüllen alle geforderten Voraussetzungen hinischtlich der epidemiogischen Entwicklung sowie der präventiven Maßnahmen”. Im Gesundheitswesen der Autonomen Gemeinschaft werde alles dafür getan, um eine erneute Infektionswelle zu verhindern und Ansteckungen mit dem Sars-Cov-2 frühzeitig zu diagnostizieren.

Die andalusische Landesregierung hätte am liebsten zum 11. Mai bereits alle andalusischen Provinzen schon in der Phase 1 gesehen. Dass Málaga und Granada noch weiter in der Phase 0 verweilen mussten, bewertete der Regierungschef, Juanma Moreno, als eine Diskriminierung Andalusiens gegenüber anderen Autonomen Gemeinschaften wie etwa das Baskenland, da deren Provinzen höhere Fallzahlen aufweisen würden als Málaga oder Granada.

Corona-Deeskalation: Andalusien fühlte sich diskriminisert

Die assymetrische Deeskalation, die der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez im Vorfeld angekündigt hatte, sei nicht nach objektiven Faktoren wie den Infektionszahlen sondern nach subjektiven, politisch bedingten Kriterien vorgenommen worden, wetterte Moreno. Der Sprecher der andalusischen Regierung, Elias Bendodo, lästerte sogar, dass die Regionen alle 14 Tage einem Nominierungs-Verfahren wie bei Big Brother ausgesetzt werden.

Die Oppositionsführerin im andalusischen Landtag, Susana Díaz (PSOE), hatte der Koalitionsregierung von PP und Ciudadanos ihrerseits vorgeworfen, die Gesundheit der Bevölkerungen Málagas und Granadas aufs Spiel zu setzen. Die Deeskalation sei kein Wettrennen der Regionen und die Regierung von Juanma Moreno handele unverwantwortlich, wenn es ihr einzig darum ginge, dass Andalusien als erstes ins Ziel kommt.

Im Kampf gegen Covid-19 sei äußerste Vorsicht geboten, so Díaz, da sei es nebensächlich, ob die Ausgangsbeschränkungen eine Woche früher oder später gelockert werden. Dem hielt Juanma Moreno wiederum entgegen, dass nicht die einwöchige Verzögerung entscheidend sei, sondern die Rufschädigung, die Málaga und Granada erlitten hätten, was zu Lasten ihrer touristischen Gebiete wie die Costa del Sol und die Costa Tropical gehen werde.

Aus diesem Grunde hatte die Landesregierung auch gehofft, dass wenn überhaupt, von den insgesamt 33 andalusischen Gesundheitsbzirken nur die Distrikte Málaga-Stadt, Granada-Stadt und Granada-Ballungsraum zum 11. Mai noch nicht in die Phase 1 gelangen würden. Auf diese Weise sollten die restlichen, weit weniger von der Pandemie betroffenen Gegenden der beiden Provinzen ungestraft davon kommen.

Auch hier fühlte sich die andalusische Regierung benachteiligt, da in anderen Regionen wie Katalonien, Kastilien-Leon oder Valencia nach Gesundheitsbezirken differenziert wurde, in Andalusien hingegen nicht. Diese hatten ihre Anträge zur Aufnahme in die Phase 1 aber auch nach diesen Distrikten aufgeschlüsselt, während Andalusien die Aufnahme nach Provinzen beantragt hatte und nur für die drei erwähnten Bezirke einen Unterschied gemacht hatte.

Málaga und Granada sollen nur eine Woche in Phase 1 bleiben

Einen Sonderweg will das Land Andalusien nun auch noch beim Übergang in die Phase 2 einschlagen. Obwohl jedes Gebiet mindestens zwei Wochen lang in einer Phase bleiben muss, will die Regierung von Juanma Moreno, dass alle acht andalusischen Provinzen zusammen die Phase 1 überwinden und zwar möglichst schon zum 25. Mai.

Málaga und Granada sollten gemeinsam mit den übrigen andalusischen Provinzen in die Phase 2 kommen und nicht wieder eine Woche länger darauf warten müssen”, hat der regionale Gesungdheitsminister Javier Aguirre bekundet. Davon erhofft sich die Landesregierung eine schnellere Reaktivierung der Ökonomie, da sie in der Phase 2 auch die Mobilität zwischen den andalusischen Provinzen wieder erlauben will.

Eine Mobilität ziwschen Provinzen sieht der Vier-Stufen-Plan der spanischen Regierung zwar erst in der Phase 3 vor, aber die andalusische Regierung hat diesbezüglich ohnhin ihre eigenen Vorstellungen. So will sie zum Beispiel auch die Strände und Schwimmbäder bereits in der Phase 2 und nicht erst in der Phase 3 für Besucher öffnen.

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