Coronavirus in Spanien

Málaga weiterhin in Phase 0: Provinz fühlt sich diskriminiert

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Die Terrassen der Restaurants dürfen in den Provinzen Málaga und Granada vorerst nicht eröffnet werden.
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Dass die Provinzen Málaga und Granada vorerst in Phase 0 des Coronavirus-Deeskalationsplans bleiben müssen, hat zu Protest geführt. Der andalusischen Landesregierung und der Provinzverwaltung Málaga passt es nicht, dass eine Einteilung nach Gesundheitsbezirken andernorts erlaubt wurde.

  • Coronavirus: Provinzen Málaga und Granada verbleiben in Phase 0 des Deeskalationsplans.
  • Andalusische Landesregierung hatte Phasenbeginnn nach Gesundheitsdistrikten vorgeschlagen.
  • Gastronomiebranche ist verärgert.

Málaga – Die Entscheidung der spanischen Regierung, dass die Provinzen Málaga und Granada vorerst in der Phase 0 des Deeskalationsplans zum Ausstieg aus den Coronavirus-Maßnahmen verbleiben müssen, hat erwartungsgemäß zu Protesten geführt. Andalusiens Ministerpräsident Juanma Moreno warf am Sonntag der Regierung eine diskriminierende Behandlung vor und forderte sie dazu auf, die Situation in beiden Provinzen „unverzüglich erneut zu überprüfen“.

Gesundheitsdistrikte als Kritierium

Moreno hatte am Dienstag dem spanischen Gesundheitsministerium vorgeschlagen, dass alle acht andalusische Provinzen ab dem 11. Mai mit der Phase 1 zur Lockerung des Notstandsdekrets beginnen sollten. Allerdings sollte es Einschränkungen in drei von insgesamt 33 Gesundheitsdistrikten – Málaga, Granada und Großraum Granada – geben. Weiterhin verboten sein sollten in diesen Distrikten die Treffen mit Freunden und Angehörigen, die nicht im selben Haus wohnen, Veranstaltungen im Freien, Totenwachen auf den Friedhöfen sowie die Abhaltung von Wochenmärkten.

Die andalusische Landesregierung begründete dies damit, dass in den drei genannten Gesundheitsdistrikten die Ansteckungsrate mit dem Coronavirus in den vergangenen zwei Wochen höher war als 9,9 Covid-19-Erkrankte pro 100.000 getesteten Personen. Alle übrigen Lockerungen der Phase 1 wie die Eröffnung der Terrassen von Restaurants sowie die der Geschäfte und Museen sollten jedoch auch hier gelten.

Provinzverwaltung spricht von Diskriminierung

Nachdem die spanische Regierung am Freitag diesem Vorschlag eine Absage erteilt hatte, indem sie den gesamten Provinzen Málaga und Granada den Übergang von Phase 0 zu Phase 1 verwehrte, meldete sich auch sogleich der Vorsitzende der Provinzverwaltung von Málaga Francisco Salado zu Wort. „Wir sind schwer enttäuscht, dass die Regierung den Vorschlag der Landesregierung, den Beginn der Phase 1 nach Gesundheitsdistrikten vorzunehmen, für Andalusien abgelehnt hat, während sie dies anderen autonomen Regionen wie Katalonien, Valencia oder Kastilien-Leon gestattet hat“, sagt er.

Ärger in der Gastronomiebranche

Auch die Gastronomiebranche in der Provinz Málaga hat verärgert reagiert. Schließlich hätten die Gastronomiebetriebe bei einem Übergang zur Phase 1 ihre Außenterrassen wieder öffnen dürfen, wenn auch nur bis zur 50-prozentigen Auslastung ihrer Kapazität. „Wir müssen auf demselben Niveau sein wie andere Provinzen, sonst bleiben die Gastronomiebetriebe auf der Strecke“, erklärte Javier Frutos, der Vorsitzende des Gastronomieverbands Mahos aus Málaga. Frutos gab zu, dass ein Großteil der seinem Verband angeschlossenen Restaurants nicht vorhatte, in der Phase 1 zu öffnen. Dennoch habe es auch Gastwirte gegeben, die ihren Betrieb wieder aufnehmen wollten und die Freistellung ihrer Angestellten wieder rückgängig gemacht hätten. „Gerade diesen Unternehmern schadet die Entscheidung der Regierung sehr“, meinte er. „Man kann so etwas auch nicht von einem auf den anderen Tag entscheiden.“

Der spanienweit mit der Koordination aller Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung von Sars-Cov-2 beauftragte Epidemiologe Fernando Simón erklärte, er sei zuversichtlich, dass die Provinzen Málaga und Granada am 18. Mai in die Phase 1 übergehen können. „Beide Provinzen sind auf dem richtigen Weg. Ende der Woche wird das Gesundheitministerium die Situation erneut bewerten“, sagte er.

Jede Woche zählt für uns, denn im Moment haben wir überhaupt keine Einnahmen“, meinte Julián Bermúdez, der ein Restaurant mit Terrasse im Zentrum von Málaga besitzt. „Ob es für uns tragbar ist, die Terrasse mit nur 50 Prozent der Gäste zu betreiben, muss sich aber noch zeigen.“

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