Neue Lockerungen der Restriktionen

Coronavirus in Spanien: Provinz Málaga in die Phase 3 des Deeskalationsplans gestartet

  • vonNicolas Hock
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Die Provinz Málaga ist am 8. Juni in die Phase 3 des Deeskalationsplans zur Lockerung der Auflagen des wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Notstandsdekrets gestartet. Die meisten Hotels und rund die Hälfte der Kneipen und Geschäfte sind noch geschlossen, doch die Prognosen sehen positiv aus.

  • Fast sämtliche Freizeiteinrichtungen dürfen mit Beschränkung der Besucherzahl öffnen.
  • Viele Geschäfte und Kneipen sind wegen der Coronavirus-Pandemie noch geschlossen.
  • Zahlreiche Wiedereröffnungen bis zum Ende der Phase 3 erwartet.
  • Plätze an den Theken der Kneipen dürfen wieder genutzt werden.

Málaga – Seit Montag befindet sich ganz Andalusien in der Phase 3 des Deeskalationsplans der spanischen Regierung zur Lockerung der Auflagen des wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Notstandsdekrets. Auch die den übrigen andalusischen Provinzen bislang um eine Woche hinterherhinkenden Provinzen Málaga und Granada, denn das spanische Gesundheitsministerium hat am vergangenen Freitag aufgrund der niedrigen Infektionsraten mit nur 1,68 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner während der letzten 14 Tage in der autonomen Region der Petition der Landesregierung stattgegeben, dass alle acht andalusischen Provinzen gemeinsam in die letzte Phase des Deeskalationsplans übergehen.

Zahlreiche Auflagen wegen Coronavirus gelockert

Neben dem Wegfall der Zeitfenster für Spaziergänge und Sport im Freien sowie der Mobilität zwischen den andalusischen Provinzen bedeutet der Eintritt in die Phase 3, dass private Treffen von bis zu 20 Personen erlaubt sind, dass Bars, Cafés und Restaurants ihre Innenräume zur Hälfte und ihre Außenterrassen zu 75 Prozent ihrer Kapazitäten und Hotels ihre Gemeinschaftszonen mit einer 50-prozentigen Auslastung wieder nutzen dürfen.

In den Kneipen dürfen wieder die Plätze an der Theke besetzt werden.

Ferner dürfen Fitness-Studios, Schwimmbäder, Zoos, Freizeitparks, Theater und Kinos sowie die Geschäfte in den Einkaufszentren zu einer 50-prozentigen Auslastung wieder öffnen und wissenschaftliche Kongresse und Messen mit beschränkter Publikumszahl wieder veranstaltet werden. Sogar Diskotheken und Pubs dürfen wieder öffnen, wobei die Auslastung allerdings auf 30 Prozent ihrer Kapazität beschränkt wurde. Dies sind die allgemeinen Vorgaben der spanischen Zentralregierung für die Phase 3. Die andalusische Landesregierung hat diese bereits am Dienstag dahingehend modifiziert, indem sie per Dekret die Eröffnung von Diskotheken wieder verbot und dafür die maximale Auslastung der Innenräume von Restaurants und Kneipen von 50 auf 66 Prozent erhöhte.

Optimistische Prognose bis zum Ende der Phase 3

In den ersten Tagen der Phase 3 wurde davon noch nicht allzu viel umgesetzt. Die meisten Freizeitparks und Hotels hatten bereits angekündigt, sie wollten mit der Wiedereröffnung bis zum 1. Juli warten, wenn mit der Grenzöffnung wieder Touristen ins Land kommen können, und auch viele Kneipen, Restaurants und Geschäfte waren in der Stadt Málaga zu Beginn der Woche noch geschlossen.

Dennoch gibt es optimistische Prognosen: Javier Frutos, der Vorsitzende der Gastronomievereinigung Mahos, erklärte, dass bis zum Ende der Phase 3 bis zu 85 Prozent der Kneipen und Restaurants wieder geöffnet sein werden, eine ähnliche Zahl nannte die Vereinigung der Strandunternehmer für die derzeit nur etwa zur Hälfte geöffneten Chiringuitos und der Vorsitzende des Unternehmerverbands Málaga Comercio, Salvador Pérez, sagte, dass er davon ausgehe, dass bis Ende Juni 100 Prozent aller Einzelhandelsgeschäfte der Stadt wieder geöffnet sein werden.

An den Theken von Kneipen zu sitzen wieder erlaubt

Sehr wohl wahrnehmen konnte man die mit der Phase 3 einhergehenden Lockerungen jedoch in den Kneipen und Cafeterias der Provinzhauptstadt, wo zum ersten Mal seit ihrer Wiedereröffnung wieder Stühle an der Theke standen. Zahlreiche Menschen strömten bereits am Montagmorgen in die Cafeterias, um ihr Frühstück direkt am Tresen einzunehmen und auch an den Abenden waren die Barhocker vor den Theken der meisten Kneipen gut besetzt.

In der Tapas-Bar „Colmado 93“ im Zentrum von Málaga sitzt am Dienstag um 14 Uhr der 64-jährige Luis Carreras bei einem Bier an der Theke. „Ich habe es vermisst, mich in einer Kneipe an die Theke setzen zu können“, sagt er. „Denn das ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Kultur in Spanien. An der Theke kann man gemütlich sein Bier trinken und menschliche Beziehungen pflegen.“

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