Inneres der Cueva del Tesoro in Rincón de la Victoria.
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Ein kleiner Teil der Höhle maritimen Ursprungs befindet sich noch immer unter Wasser.

Höhle voller Legenden

Cueva del Tesoro an der Costa del Sol: Ein Highlight nicht nur für Geologen

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Die Cueva del Tesoro ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Rincón de la Victoria in Málaga. Um die optisch spektakuläre und geologisch faszinierende Höhle ranken sich gleich mehrere Legenden. Das Rathaus bietet nun Erlebnisführungen an, um ihre interessante Geschichte zu vermitteln.

Málaga - Die Cueva del Tesoro (Schatzhöhle) ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten von Rincón de la Victoria an der Costa del Sol. Ihre Besonderheit liegt nicht zuletzt darin, dass sie sich – wohl im Zeitalter des Jura – unter Wasser formte und später erst aus dem Meeresgrund emporstieg. Derartige Höhlen maritimen Ursprungs an Land gibt es weltweit nur drei: eine in Asien, eine in Amerika und jene in Rincón de la Victoria, die einzige in Europa.

Ihren Namen verdankt die Höhle, die ursprünglich eigentlich Cueva del Higuerón hieß, einer mittelalterlichen Legende. Dieser zufolge ließ Tesufin Ibn Ali, einer der letzten Regenten der Dynastie der Almoraviden, bevor er 1145 in Oran von den Almohaden getötet wurde, den Schatz seines Hofes nach Al Andalus, das heutige Andalusien im Süden von Spanien, verschiffen. Versteckt wurde er der Legende nach schließlich in der Cueva del Tesoro an der Küste der Provinz Málaga.

Cueva del Tesoro: Legenden von versteckten Schätzen und erfolglosen Schatzjägern

Eine weitere Legende besagt, dass Antonio de la Nari, genannt el Suizo (der Schweizer), im 19. Jahrhundert fast drei Dekaden nach dem Schatz suchte. 1847 soll er dabei ums Leben gekommen sein, und zwar bei einer Explosion, da der Schweizer, der Legende nach Soldat der wallonischen Garde, für die Schatzsuche Sprengstoff einsetzte. Gefunden wurde der Schatz indes, wenn er denn dort versteckt liegt, bis heute nicht.

Die etwa 500 Meter lange Höhle, die an sich schon ein natürlicher Schatz ist und in der obendrein Fundstücke des Paläolithikum und der Kupferzeit entdeckt wurden, kann man auf der Webseite des städtischen Tourismusamtes virtuell besichtigen - oder auch live erkunden. Seit neuestem bietet die Gemeinde außerdem Erlebnisführungen an, um einen Besuch der Höhle noch interessanter zu gestalten.

Cueva del Tesoro: Schauspieler schlüpfen in Rollen von Protagonisten der Historie der Höhle

Die im März anlaufenden Führungen werden zunächst bis Ende des Jahres stets am letzten Sonntag des Monats stattfinden, bis auf jene im Dezember, die wegen Weihnachten vorgezogen wird und schon am vorletzten Sonntag erfolgt. Realisiert werden die Führungen, eine um 11 Uhr und eine weitere um 12.30 Uhr, von vier Darstellern der spanischen Schauspielgruppe Caliope Teatro, darunter ihr Leiter Aki Gamazo.

Die Schauspieler werden in die Rollen mehrerer Personen schlüpfen, die mit der Geschichte der Höhle verknüpft sind, wie etwa der bereits erwähnte Schatzsucher Antonio de la Nari oder Manuel Laza, der die Höhle Jahrzehnte lang erforschte. Schließlich befand sie sich auf einem Grundstück, das sein Onkel Enrique Laza, ein Pharmazeut, 1915 erworben hatte, nicht etwa wegen seiner geologischen Bedeutung, sondern wegen seiner reichen Vorkommen an Heilpflanzen.

Cueva del Tesoro: Schatzhöhle ist nicht die einzige für Besucher zugängliche Höhle

Die Cueva del Tesoro befindet sich in dem als El Cantal bekannten Felsengebiet zwischen Rincón de la Victoria und dem zur Gemeinde gehörenden Küstenort La Cala del Moral. Nur einen Steinwurf von der Schatzhöhle entfernt befindet sich mit der Cueva de la Victoria noch eine weitere, höchst interessante Höhle, die erst Ende Februar für Besucher zugänglich gemacht worden ist. Die Cueva de la Victoria, die schon im Neolithikum als Grabhöhle genutzt wurde, besticht vor allem durch ihre zahlreichen prähistorischen Felsmalereien.

Nähere Infos zu den beiden Höhlen gibt es auf der Webseite des Tourismusamtes von Rincón de la Victoria.

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