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Dürre in Spanien: Wassermangel setzt Landwirten der Axarquía in Málaga schwer zu

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Mangos aus der Axarquía
Die Mangos aus der Axarquía (Málaga) bringen den Agrarfirmen zwar viel Umsatz, trinken aber allen das Wasser weg. © Andaluciamia

Ausbleibender Regen, ein fast leerer Stausee und fehlende alternative Wasserquellen machen in der Axarquía in Málaga nicht nur den Tropenfruchtproduzenten zu schaffen. Auch in anderen landwirtschaftlichen Sektoren geraten die Bauern an ihr Limit.

Málaga - Die Niederschläge bleiben in der Axarquía Málagas schon länger hinter den vor einigen Jahren noch normalen Werten zurück. Von Jahr zu Jahr fällt weniger Regen vom Himmel, aus dem Stausee La Viñuela mit einer Füllmenge unter 8,5 Prozent bekommen die Landwirte bereits seit Monaten kein Wasser mehr, natürliche Quellen versiegen und das Wasser aus ihren Brunnen ist, da versalzen, oft nicht mehr brauchbar. Vor diesem Hintergrund ziehen für die Bauern im Osten der Costa del Sol immer dunklere Wolken auf.

Vor allem jene, die Tropenfrüchte kultivieren, beginnen gewahr zu werden, dass ihr Anbau womöglich keine Zukunft mehr hat. Ihre Bäume dürsten, die Äste dörren aus, die Früchte reifen früher, sind viel süßer, weil sie den Zucker konzentrieren, aber auch viel kleiner und bringen entsprechend weniger ein. Selbst ein radikaler Baumschnitt wird die Bäume nicht retten, wenn es im Herbst nicht bald regnet, damit neue Zweige sprießen können.

Ernteausfälle und verspätete Aussaat: Rosinen- und Gemüsebauern sehnen Regen herbei

Aber auch in anderen landwirtschaftlichen Sektoren sieht es ob der anhaltenden Dürre nicht viel besser aus. Die Produktion von Rosinen, traditioneller Verkaufshit der Axarquía, brach schon im letzten Jahr laut dem Verband der Kleinbauern UPA um 60 Prozent ein. Und in diesem Jahr soll die Ernte aufgrund des Wassermangels noch dürftiger ausfallen. Und die Gemüsebauern mussten ihre Tomaten, Gurken und Paprika in diesem Frühjahr vorzeitig ernten, bevor die Pflanzen austrocknen. Mit der neuen Aussaat warten sie noch – auf den ersehnten, unabdingbaren Regen.

Die Bauern fordern angesichts ihrer Notlage von den politischen Instanzen ein Moratorium, damit keine weiteren, eine Bewässerung benötigende Plantagen genehmigt werden. Und dass Projekte zur Verbesserung der Abwasserklärung in der Region beschleunigt werden, denn trinkbares Wasser werden sie, da an erster Stelle die Versorgung der Bevölkerung garantiert werden muss, so bald kaum mehr bekommen.

Erschließung alternativer Quellen: Landesregierung treibt Ausbau von Kläranlagen voran

Derweil hat die andalusische Regierung die Nutzung geklärter Abwässer aus den beiden Anlagen in Torrox sowie jenen in Algarrobo und Rincón de la Victoria zur Bewässerung von Anbauflächen genehmigt – nachdem in diesen die dritte Filterstufe eingeführt worden war, um den Reinigungsprozess zu verfeinern. Auf diese Weise stünden zusätzliche 1,14 Hektokubikmeter Wasser pro Jahr zur Verfügung, die einer insgesamt 570 Hektar großen Anbaufläche zugute kommen werden.

Die Landesregierung erinnert auch daran, dass die zuvor ausgebesserte Kläranlage in Vélez-Málaga bereits seit Ende 2021 weitere 5,24 Hektokubikmeter liefert, zur Bewässerung von 2.700 Hektar. Und daran, dass sie in die Optimierung der Kläranlagen, die im Rahmen ihrer Dürre-Dekrete als dringlich eingestuft worden waren, um die behördlichen Verfahren zu beschleunigen, mehr als 2,35 Millionen Euro investiert habe.

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