Vier Personen gehen an einer der Außenmauern der Alhambra in Granada entlang.
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Erdbeben-Serie in Granada: Wegen Rissen und Aushöhlungen an einem Burgturm musste einer der Zugangswege zur Alhambra vorsichtshalber gesperrt werden.

Alhambra und Kathedrale betroffen

Nach Erdbeben in Granada: Evaluierung der Schäden

  • vonJosé Antonio Nieto
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Seit Ende Januar sind in Granada mehr als 1.100 kleinere Erdbeben registriert worden, von denen über 20 mindestens Stärke 3 auf der Richterskala erreichten. Jetzt gilt es, die entstandenen Schäden zu bemessen.

Granada - Die Serie an Erdbeben in der Provinz Granada, die Anfang Dezember begann und sich Ende Januar verstärkte, hat in den letzten Tagen deutlich nachgelassen. Davor waren innerhalb von zwei Wochen mehr als 1.100 kleinere Erdstöße registriert worden, von denen über 100 von der Bevölkerung wahrgenommen werden konnten. 22 Erdbeben erreichten mindestens Stärke 3 auf der Richterskala, fünf lagen sogar über Stärke 4. Nun, wo sich die Lage beruhigt zu haben scheint, ist die Zeit der Schadensbemessung gekommen. Nicht zuletzt sind auch die am bedeutenden kulturhistorischen Erbe der Provinzhauptstadt Granada verursachten Schäden zu evaluieren.

Erdbeben-Serie in Granada: Schäden an der Alhmabra und der Kathedrale

Zum Beispiel an der Alhambra, wo vor allem ein Turm der Palastanlage, die Torre de las Gallinas, in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Die Spitze des Burgturms musste mit Pfeilern gestützt werden, da Risse an den Zinnen aufgetaucht sind. Risse und Aushöhlungen sind auch am Fuße des Turms entstanden, weshalb die außerhalb der Alhambra verlaufende Cuesta del Rey Chico, einer der Zugangswege zu der Palastanlage in Granada, vorsichtshalber für Passanten gesperrt werden musste, bis die Stabilität des Turms gewährleistet ist. Dieser befand sich im Übrigen schon vor der Erdbeben-Serie nicht mehr in allerbestem Zustand, weshalb er auch nicht Teil der Besucherroute ist.

An der Kathedrale Granadas wiederum waren durch eines der Erdbeben Fragmente eines Dachgiebels abgefallen, ohne dass dabei Personen zu Schaden kamen. Nun müssen noch weitere Giebel abgetragen werden, um eine Gefahr durch abbrechende Teile zu bannen. Im Inneren der Kathedrale wiederum hat sich eine noch vom ganz großen Erdbeben in Lissabon 1755 stammende Fisur weiter vergrößert. Die Inspektionen dauern noch immer an, die Struktur des Sakralbaus soll aber nicht betroffen sein, weshalb auch die Gottesdienste dort weiter abgehalten werden können.

Bebenserie in Granada: Historischer Ort Epizentrum der meisten Erdbeben

Nicht so in der im 18. Jahrhundert erbauten Iglesia de la Encarnación in der zwölf Kilometer westlich von Granada gelegenen Gemeinde Santa Fé, in der sich zumeist das Epizentrum der jüngsten Erdbeben befunden hatte. Die an der Plaza de España gelegene Kirche wird ebenfalls noch inspiziert, da in ihrem Inneren, insbesondere an Dachgewölben, mehrere Risse aufgetaucht sind. In der geschichtsträchtigen Ortschaft, in der die Katholischen Könige am 17. April die Finanzierung der Kolumbus-Expedition besiegelten, sind zudem eine Reihe von Häusern in der seit 1970 unter Denkmalschutz stehenden Altstadt einsturzgefährdet. Bis auf Weiteres darf man daher in diese nicht mehr hineinfahren und dürfen dort auch keine Autos geparkt werden.

Erdbeben-Serie in Granada: In der Gemeinde Santa Fé lag das Epizentrum der meisten Erdstöße, was auch in der örtlichen Kirche seine Spuren hinterlassen hat.

Um sich vor Ort ein Bild von diesen und allen übrigen Schäden an öffentlichen Gebäuden sowie an privaten Wohnhäusern zu machen, hat der andalusische Vizepräsident Juan Marín jüngst die Gemeinde Sante Fé besucht. Während seiner Visite, bei der er vom Bürgermeister Manuel Gil begleitet wurde, kündigte Marín an, dass sich in der Landesregierung von Andalusien das von ihm geführte Tourismusministerium mit dem Bauministerium und dem Ministerium für Kultur koordinieren werde, um die Schäden zu reparieren.

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