eine statute wird vor einem erdbeben in granada weggebracht
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Anwohner von Santa Fe bei Granada bringen einen Heiligenstatue in Sicherheit. Im Hintergrund: Abgesperrte Straßen wegen der Schäden des Erdbebens vom 23. Januar.

Bewegtes Spanien

Erdbeben in Granada in Serie: Menschen fliehen auf die Straßen, Sachschäden + Video

  • vonMarco Schicker
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Am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Januar, haben Dutzende kleine Erdbeben und seismische Bewegungen die Region um Granada in Andalusien in Atem gehalten. In der Nacht zum 27. Januar trieben weitere Beben über der Stärke 4 Menschen auf die Straße. Es entstanden Sachschäden, ein Verletzter.

Update, 29. Januar: Die Bewohner von Granada kommen nicht zur Ruhe. Donnerstagabend kurz vor 20 Uhr bebte die Erde erneut und ziemlich heftig. Die Erdbeben erreichten in Santa Fe eine Stärke von 4,3 auf der Richterskala, 42 Erschütterungen wurden aufgezeichnet. Viele Menschen verließen fluchtartig ihre Häuser und suchten auf großen freien Flächen, auf Straßen oder Parkplätzen Zuflucht. Das Nationale Geographische Institut IGN zeichnete von Samstag bis Donnerstag 500 Erderschütterungen im Einzugsgebiet von Granada auf, vorwiegend in Atarfe und Santa Fe.

Update, 27. Januar: In der Nacht zum Mittwoch meldet sich rund um Granada in Andalusien die Erde wieder mit einem Dutzend Erdbeben zurück. Zwei davon gegen 21.40 Uhr erreichten Stärken von 4,1 und 4,3 auf der Richterskala, das Epizentrum lag wieder unweit von Santa Fe, in Chauchina, wie bereits am Wochenende zuvor. Sechs der Beben Dienstagabend ereigneten sich binnen 20 Minuten.

Die Erschütterungen waren von Jaén bis Málaga zu spüren, in Granada Stadt trieb es hunderte Menschen - wie auf dem Video zu sehen ist - aus Angst auf die Straßen, die sich dort in Sicherheit brachten. Wieder wurden kleinere Sachschäden an Gebäuden und auch Risse in Straßendecken gemeldet.

Zwar gilt die Gegend um Granada als eine der seismisch aktivsten in ganz Spanien, die Serie von über 100 Beben binnen zehn Tagen, darunter mindestens vier mit Stärken von 4 oder darüber, gilt dennoch als ungewöhnlich.

Erstmeldung, 24. Januar: Granada - Das stärkste Erdbeben ereignete sich am Samstag gegen 12.15 Uhr in Atarfe/Santa Fe, quasi einem Vorort der Provinzhauptstadt Granada, und erreichte eine Stärke von 4,4 auf der Richterskala. Es war in der gesamten Provinz Granada - wenn auch unterschiedlich stark - spürbar.

Dabei enstanden an etlichen Gebäuden Risse, die Feuerwehr musste zahlreiche Gebäude und einige Straßen absperren, weil man den Einsturz von Gebäudeteilen oder herabstürzende Elemente fürchtete. Ein Mann wurde durch Ziegel, die von einem Schornstein fielen verletzt, verschiedene Dachabdeckungen in mehreren Dörfern fielen herab.

Am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr registrierte das ING, das Nationale Geographische Institut das vorerst letzte Beben von 3,3 in dem Raum, der landesweit als eines der seismisch aktivsten Gebiete zählt. Insgesamt schlugen die Seismographen am Wochenende in Granada 26 mal aus.

Auch in Torrevieja, Kreis Vega Baja, ganz im Süden der Provinz Alicante gab es am Samstagmorgen eine kleinere Erdbewegung, nachdem es in der Vorwoche ein Mini-Beben der Stärke 2,3 erlebte. Neben Granada ist die Vega Baja sowie die Gegend um Lorca in der Region Murcia und der Südwesten Portugals seismisch mit die aktivste auf der iberischen Halbinisel.

1829 wurde die Vega Baja durch ein Erdbeben der Stärke 6,6 fast vollständig zerstört, über 400 Menschen starben damals. In Lorca starben vor zehn Jahren, im Mai 2011 bei einem Beben der Stärke 5,1 mit etlichen Nachbeben neun Menschen.

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