rauchschwaden verhüllen das einkaufszentrum laguna village und die angrenzenden palmen.
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Rauchschwaden verhüllten am vergangenen Samstag das Einkaufszentrum Laguna Village in Estepona. Der Komplex mit Geschäften und Restaurants fiel den Flammen zum Opfer.

Brand im Laguna Village

Großbrand in Estepona: Einkaufszentrum, Geschäfte und Chiringuitos fallen Flammen zum Opfer

  • vonLena Kuder
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Das Einkaufszentrum Laguna Village in Estepona ist am vergangenen Samstag bei einem Waldbrand den Flammen zum Opfer gefallen. 30 Wohnungen sowie das Kempinski Hotel mussten evakuiert werden.

  •  Das Einkaufszentrum Laguna Village in Estepona ist den Flammen zum Opfer gefallen.
  •  30 Wohnungen sowie das Luxushotel Kempinski Bahía mussten evakuiert werden. 
  • Bis heute ist die Brandursache nicht geklärt. Das Feuer könnte auf einer Finca im Gebiet  Prado World in der Nähe des Río Padrón ausgebrochen sein. 

Estepona – Verkohlte Balken, versengte Sonnenschirme und von Ruß geschwärzte Wände – das Einkaufszentrum Laguna Village an der A-7 mit seiner einst einladendenden Atmosphäre nahe Estepona hat sich am vergangenen Samstag innerhalb von wenigen Stunden in einen unwirtlichen Ort verwandelt.

EsteponaStadt in Spanien
Fläche137 km²
ProvinzProvinz Malaga
Bevölkerung67.012 (2018) Instituto Nacional de Estadística

Update, 3. September: Die Nationalpolizei hat darüber informiert, dass die beiden Verhafteten am vergangenen Mittwoch dem Gericht in Estepona vorgeführt wurden. Im Zuge der Ermittlungen wurden die beiden in Estepona und Manilva gefasst.

Update, 2. September: Esteponas Bürgermeister José María García Urbano (PP) hat bei einem Treffen mit dem deutschen Pächter des Grundstücks, Jürgen Sauer, bekannt gegegeben, dass die Stadt den Wiederaufbau durch Steuergelder finanzieren und über die Bausteuer ICIO von einer Steuerrückvergütung profitieren will. Da das Einkaufszentrum zurzeit des Wiederaufbaus geschlossen bleibt, wird die Pacht um diesen Zeitraum verlängert. García Urbano (PP) gab bekannt, dass die Stadt bei den Ermittlungen zur Brandursache als privater Kläger auftritt.

Kempinski Hotel und 30 Wohnungen wurden evakuiert

Gegen 14 Uhr gingen am vergangenen Samstag etwa hundert Anrufe bei der Notrufleitstelle 112 ein, da acht Restaurants, etwa ein Dutzend Modeboutiquen, weitere Geschäfte und drei Beach Clubs des Komplexes Laguna Village in Estepona in Flammen standen. Sofort wurde die Stufe 1 des andalusischen Brandschutzplans Infoca aktiviert und drei Helikopter, ein Flugzeug, ein Löschfahrzeug sowie 30 Feuerwehrmänner rückten kurze Zeit später an. Angestellte und Gäste verließen das Laguna Village sofort. Auch das nahegelegene Fünf-Sterne-Luxushotel Kempinski Hotel Bahia sowie 30 Wohnungen wurden evakuiert. Das Hotel blieb weitgehend unbeschädigt. Weder Angestellte noch Hotelgäste kamen bei dem Brand zu Schaden. Ein Feuerwehrmann erlitt bei den Löscharbeiten Verbrennungen zweiten Grades an seinem Bein. Gegen 19.45 Uhr konnten die Gäste ins Hotel zurückkehren. Eine Fläche mit einer Größe von rund 42 Hektar fiel den Flammen zum Opfer. Bevor die A-7 für einige Stunden gesperrt wurde, filmten einige Autofahrer von der Straße aus die züngelnden Flammen und stellten die Videos danach in die sozialen Netzwerke.

Feuer war nach etwa 25 Stunden gelöscht

Esteponas Bürgermeister José María García Urbano gab um 17.45 Uhr über den Kurznachrichtendienst Twitter bekannt, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Gänzlich gelöscht war es nach Angaben der Feuerwehr jedoch erst am vergangenen Sonntag gegen 15 Uhr. Die Nationalpolizei hat am vergangenen Montagabend eine 43-jährige Spanierin und einen 51-jährigen Spanier verhaftet, die in einem Schuppen in Nähe des Río Padrón hausten. Von einem etwa hundert Meter entfernten Stromzähler hatten die beiden eine Stromleitung ohne jegliche Isolierung zu ihrer Baracke verlegt. Vermutlich sind sie für den Ausbruch des Feuers verantwortlich. Ihnen wird schwere Fahrlässigkeit und aufgrund des Anzapfens der Stromleitung Unterschlagung vorgeworfen. Flugasche hatte durch den stark wehenden Westwind Poniente die A-7 überquert, war auf dem Strohdach des Einkaufszentrums gelandet und hatte dieses sofort in Brand gesteckt. Die wissenschaftliche Polizei hat nach dem Brand die Ermittlungen eingeleitet. Im Inneren der Baracke fand sie mehrere an das illegale Stromnetz angeschlossene Elektrogeräte wie eine elektrische Pfanne und einen Ventilator. Nach Angaben der Polizei hat ein Kurzschluss eines dieser Geräte den Brand verursacht.

Estepona Bürgermeister trifft sich mit dem deutschen Pächter

Der andalusische Innenminister Elías Bendodo reiste am Samstag nach Estepona, um die Verheerungen des Brandes in Augenschein zu nehmen. Auch der Präsident der Provinzverwaltung, Francisco Salado, brachte in den sozialen Netzwerken seine Anteilnahme gegenüber den Betroffenen zum Ausdruck. 200 Personen haben durch das Feuer ihren Job verloren. Esteponas Bürgermeister José María García Urbano will sich am Dienstag mit dem deutschen Konzessionär Jürgen Sauer treffen, um über einen schnellstmöglichen Wiederaufbau des Laguna Village zu sprechen. Sauer hat das städtische Grundstück im Jahr 2000 für eine Dauer von 75 Jahren gepachtet. „Die Stadtverwaltung kann maßgeblich dazu beitragen, das Einkaufszentrum schnell wieder aufzubauen“, betonte García Urbano, der nähere Details erst nach dem Treffen mit dem deutschen Unternehmer bekannt geben wollte.

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