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Skulpturen, Murale, Gedichte: Estepona ist eine Schatzkiste für Kulturfans

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Von: José Antonio Nieto

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Zwei Männer stehen in einem Park vor einer Skulpturen.
Auf der Route der Skulpturen in Estepona ist der lokale Bildhauer Joaquín Aguilera (l.) mit sechs Kreationen vertreten. © Picasa

Mit einer Route der Skulpturen, einer Route der Murale und einer Route der Poesie bietet Estepona Besuchern an fast jeder Ecke eine kulturelle Attraktion.

Estepona - Mehr als 50 über die Straßen und Plätze der Gemeinde verteilte Kreationen umfasst die Route der Skulpturen in Estepona. Darunter allein zwölf des berühmten spanischen Künstlers Santiago de Santiago. Die Werke des aus dem kastilischen Avila stammenden Bildhauers, der sein künstlerisches Handwerk als Autodidakt in Italien, Frankreich und Japan erlernte, befinden sich in einem Park an der Playa El Angel.

Eine unter Einwohnern der Küstenstadt an der Costa del Sol besonders beliebte Skulptur ist die von Mariano Amaya mit dem Titel „El Labrador y El Pescador“. So genannt, weil sie eben einen Landwirt und einen Fischer darstellt, zwei Arbeiter also, die die Wurzeln der Gemeinde in Andalusien symbolisieren. Von Carmen Pérez wird die an der Strandpromenade befindliche Skulptur zurzeit restauriert. Die Restauratorin hat nicht nur die Sense des Landarbeiters zu ersetzt, sondern auch den Kalk auf dem Rest der Kreation zu entfernen. Abgelagert hatte sich diese Kalkschicht noch am früheren Standort des Kunstwerks, neben einem Brunnen. Einer Restaurierung sollen indes nicht nur diese, sondern noch sechs weitere Skulpturen unterzogen werden.

Route der Skulpturen in Estepona: Sechs Werke des lokalen Bildhauers Joaquín Aguilera

Es handelt sich dabei jeweils um Werke des lokalen Künstlers Joaquín Aguilera: „Homenaje a Juana Luna“ im Parque el Calvario „Ofelia“ an der Calle Guadiaro, „Homenaje a los Donantes“ auf der Plaza Eduardo Flores, „Monumento a La Peseta“ an der Strandpromenade, „Homenaje a Frasquito Gil“ in den Gärten an der Stierkampfarena sowie „Padre Manuel“ auf der Plaza San Francisco. Der Bildhauer selbst wird durch die Witterung oder den Zahn der Zeit beschädigte Elemente instandsetzen, Risse kitten und zum Schutz eine Lackschicht auftragen. Finanziert werden die Restaurierungsarbeiten an allen sieben Skupturen von dem Unternehmen Terra Analysys Consulting.

Zehn Personen stehen vor einer Wandkachel, auf der ein Gedicht angedruckt ist.
Auf der Route der Poesie sind jüngst zwei neue Gedichte hinzugekommen, darunter eines von Jaime Siles (5.v.l.). © Rathaus Estepona

Als ein großes Kunstmuseum unter freiem Himmel gilt Estepona indes nicht nur wegen der Route der Skulpturen. Der für die Museen und das historische Erbe zuständige Stadtrat Daniel García verweist darauf, dass in der Gemeinde auch eine Route der Murale mit über 60 Wandgemälden vorzufinden ist sowie eine Route der Poesie mit mehr als 40 Gedichten. Auf dekorativen Kacheln abgedruckt, zieren diese die Wände von Häusern der Altstadt. Erst jüngst sind anlässlich des Día de la Poesia, der in Estepona am 5. Mai begangenen worden ist, obwohl der Welttag der Poesie am 21. März bereits anstand, zwei neue hinzugekommen: „Himno a Venus“ von Jaime Siles und ein Fragment aus dem Gedicht „Fruto previo“ von Juan Antonio Bernier.

Route der Poesie in Estepona: Rainer Maria Rilke mit Auszug aus Duineser Elegien vertreten

In der Router der Poesie ist übrigens auch Rainer Maria Rilke vertreten, der 1912 für einige Monate nicht weit von Estepona, in Ronda, residierte. Von dem österreichischen Dichter ist an der Calle Gloria Fuertes ein Auszug – im Original sowie in spanischer Übersetzung – aus seinen Duineser Elegien zu lesen, konkret der achten von zehn Elegien, die Rilke nach einem Aufenthalt im Schloss Duino bei Triest, als Gast der Gräfin Maria von Thurn und Taxis, verfasste: „Und wir Zuschauer, immer, überall, dem allen zugewandt und nie hinaus! Uns erfüllts. Wir ordnens. Es zerfällt. Wir ordnens wieder und zerfallen selbst.“

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