Eine Gruppe Famingos fliegt über einen See im Naturpark El Hondo Elche
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Wegen Wassermangel haben die Flamingos die Lagune Fuente de Piedra verlassen müssen.

Brut aufgegeben

Flamingos auf der Flucht - Lagune in Málaga wegen Hitze und Regenmangel ausgetrocknet

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Wegen Wassermangels haben Tausende Flamingos die Lagune Fuente de Piedra im Norden Málagas verlassen. Ihren ungeschlüpften Nachwuchs mussten sie zurücklassen.

Málaga - In der Laguna Fuente de Piedra im Norden der Provinz Málaga ist für gewöhnlich die größte Kolonie an Flamingos des Landes vorzufinden. Mehr als 19.400 Exemplare wurden hier 2020 registriert. Rund 8.000 Paare der rosafarbenen Wasservögel brüten hier Jahr für Jahr ihren Nachwuchs aus, wobei die Weibchen stets nur ein Ei ablegen.

FlamingosFachbegriff Phoenicoptaridae
UnterstammWirbeltiere (Vertebrata)
Unterklasse Kiefermäuler (Gnathostomata)
ReiheLandwirbeltiere (Tetrapoda)
KlasseVögel (Aves)

Flamingos auf der Flucht: Nach Eiablage in Málaga blieben Niederschläge weitgehend aus

In diesem Sommer aber ist etwas Unvorhergesehenes und sehr Ungewöhnliches passiert: Die Flamingos haben wegen Wasserknappheit die etwa 1.400 Hektar große Lagune an der Costa del Sol auf der Suche nach feuchteren Gebieten verlassen – ohne das Schlüpfen ihres Nachwuchses abzuwarten. Es kam in Fuente de Piedra in manchen sehr trockenen Jahren schonmal vor, dass die Flamingos sich nicht reproduzierten, aber noch nie, dass sie ihre bereits gelegten Eier verließen.

Schon im Winter waren die Niederschläge in Fuente de Piedra hinter den üblichen Mittelwerten zurückgeblieben. Immerhin 6.000 Paare kamen dennoch zur Reproduktion in die Lagune. Ab dem Frühjahr aber, als die Weibchen ihre Eier bereits abgelegt hatten, wurden die Regenfälle noch rarer, weshalb das Binnengewässer zum Sommer weitgehend austrocknete. Wobei der Wassermangel anderen Wasservögeln sogar noch stärker zusetzt als den Flamingos, da diese problemlos größere Distanzen zurücklegen können.

Flamingos pflanzen sich in der Regel nur dann fort, wenn die Bedingungen in ihrem Lebensraum hierfür geeignet sind.

Flamingos auf der Flucht: Wasservögel sind bis nach Huelva oder Alicante gezogen

Die Flamingos verließen Fuente de Piedra denn auch, um ihr eigenes Überleben zu sichern. Unterschlupf fanden sie zum Teil in der kleineren, ganz in der Nähe gelegenen Laguna de Campillos. Andere zogen jedoch um einiges weiter, verließen sogar Andalusien und migrierten in die Laguna Rosa bei Torrevieja in der valencianischen Provinz Alicante. Die meisten kamen indes in den Salinen des Biosphärenreservats Marismas de Odiel in der Provinz Huelva unter. Wohin viele Flamingos aus Málaga ohnehin schon regelmäßig pendelten, da sie ihre Lieblingsspeise, die Salzwasserkrebse, dort im Überfluss vorfinden. Ihre zurückgelassenen Eier wiederum dienten Raubtieren als leicht zu erbeutende Mahlzeit.

Experten befürchten, dass sich das neuartige Phänomen, das sich in diesem Jahr in der Lagune ereignet hat wegen des Klimawandels künftig noch öfter wiederholen könnte. Sehr zum Leidwesen der Gemeinde Fuente de Piedra, der nämlich die gern gesehenen auswärtigen Besucher ohne die rosafarbene Pracht in ihrer Lagune zusehends abhanden kommen.

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