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Flamingos sind zurück: Salinen im Naturpark Cabo de Gata belebter denn je

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Eine Lagune mit mehreren Flamingos.
Blau, grün und rosa: Wasser, Vegetation und Flamingos bieten am Cabo de Gata wieder das altvertraute, bunte Naturspektakel. © Junta de Andalucía

Vor einem Jahr trockneten die Salinen am Cabo de Gata in Andalusien komplett aus. Flamingos, Seemöwen und Enten ergriffen darauhin die Flucht in andere Feuchtgebiete. Mit der Rückkehr des Wassers haben sich nun auch die Wasservögel wieder zurückgemeldet.

Almería - Fast ein Jahr lang gaben die Salinen am Cabo de Gata ein ungewohnt tristes Bild ab. Der unterirdische Kanal, der die zur Salzgewinnung dienenden Wasserbecken mit Meerwasser füllt, war im Frühjahr 2022 beschädigt worden und verstopfte daraufhin. Ob der dadurch ausbleibenden Wasserzufuhr trockneten die Salinen bis zum Frühsommer komplett aus. Ohne Lebensgrundlage, mussten Flamingos und auch alle andere Wasservögel die Flucht ergreifen und auf andere, nahe gelegene Feuchtgebiete ausweichen.

Es dauerte bis August, ehe die Arbeiten zur Reparatur des Kanals in Angriff genommen wurden, bis Anfang dieses Jahres, ehe sie abgeschlossen wurden. Und auch danach musste man noch einige Monate warten, bis sich die Salinen nach und nach wieder mit Meerwasser füllten und ihren gewohnten Wasserstand erreichten. Nun, im Frühjahr 2023, weisen sie wieder ausreichend Wasser und damit auch Nahrung für die Wasservögel auf, die hier ihr Habitat haben, für Paarung und Eiablage verweilen oder auf ihren Migrationen zwischen Europa und Afrika am Cabo de Gata eine Rast einlegen.

Dürre lässt Lagunen austrocknen: Flamingos suchen Zuflucht in Salinen des Cabo de Gata

Die Salinen scheinen sogar noch belebter als in früheren Jahren zu sein, was eine logische Erklärung hat. Während andere Lagunen in Andalusien, wie etwa jene in Fuente de Piedra im Hinterland von Málaga aufgrund der Dürre - nicht zum ersten Mal - austrocknen, haben die Salinen am Cabo de Gata, da sie mit Wasser aus dem Meer gespeist werden und nicht vom Wetter abhängen, nicht dieses Problem. So ist im Vergleich zum Vorjahr das entgegengesetzte Phänomen zu beobachten, dass nämlich Flamingos und Co. aus anderen Feuchtgebieten an das Cabo de Gata flüchten.

Ein Junge schaut von einer Vogelbeobachtungshütte auf eine trockene Landschaft.
Ohne Wasser, ohne Leben: Im Sommer letzten Jahres gab es am Cabo de Gata keine gefiederte Fauna zu beobachten. © Encarna Albiol

Vom andalusischen Umweltministerium ist dieses Phänomen auch schon in Zahlen gefasst worden. Demnach waren im vergangenen April in den Salinen des Cabo de Gata bereits an die 2.200 Wasservögel gezählt worden, etwa 200 Flamingos und rund 2.000 Vögel anderer Arten. In einem April seien in dem Feuchtgebiet seit 2009 nicht mehr so viele Wasservögel registriert worden. Außerdem seien Vögel 25 verschiedener Arten ausgemacht worden, drei weniger als im April 2022, dafür aber vier mehr als im Jahr zuvor.

Und künftig sollen die Wasservögel am Cabo de Gata noch bessere Lebensbedingungen vorfinden, da Maßnahmen ergriffen werden sollen, um ihnen etwa Nestbau und Brutaufzucht zu erleichtern. In der Salinen-Krise hatte die Landesregierung nämlich eine Investition von einer Millionen Euro beschlossen, mit der in diesem Jahr das Ökosystem des Feuchtgebietes optimiert werden soll. Von dem Geld werden aber auch die Besucher der Salinen profitieren, da die ornithologischen Aussichtspunkte renoviert werden sollen.

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