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Von der Alhambra, die vom Land Andalusien verwaltet wird, soll künftig auch die Stadt Granada finanziell profitieren.

Aufwertung des Kulturerbes

Granada wird aufgehübscht - bezahlen soll es die Alhambra

  • vonJosé Antonio Nieto
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Andalusiens Landesregierung will das historische Kulturerbe Granadas aufwerten, um die Stadt sehenswerter zu machen. Das Geld hierfür steuert die Alhambra aus ihren Einnahmen bei.

Granada - Die andalusische Kulturministerin Patricia del Pozo hat jüngst in Granada den bereits im Juli 2020 von der Landesregierung beschlossenen „Plan Alhambra“ mit ihrer Unterschrift besiegelt. Der Plan kommt, anders als sein Name vermuten lässt, nicht etwa der Alhambra zugute, sondern vielmehr der Stadt Granada, insbesondere den Altstadtvierteln im Umfeld der Palastanlage.

GranadaStadt in Spanien
Höhe738 m
Fläche88,02 km²
Bevölkerung919.700 (Stand 2019)

In die Erhaltung und Aufwertung des historischen Erbes der Stadt Granada will die Landesregierung von Andalusien mit dem Plan rund 19,4 Millionen Euro investieren. Das Geld stammt aus den Einnahmen, die von der Alhambra generiert werden. Ein Teil von deren Gewinn soll also abgeschöpft werden, damit die Granadinos, wie sie schon seit langem einforderten, von ihrer bedeutendsten Sehenswürdigkeit und wertvollsten touristischen Ressource profitieren können.

Granada wird aufgehübscht - und vier Institutionen profitieren

Die Subventionen der Landesregierung werden vier verschiedenen Institutionen und Körperschaften zugute kommen, allen voran dem Rathaus Granadas, das allein 14,9 Millionen Euro erhalten wird. Bedacht werden außerdem das Erzbistum Granadas mit 2,1 Millionen Euro, die örtliche Universität mit 1,3 Millionen Euro sowie die Stiftung Abadía del Sacromonte mit 1,1 Millionen Euro.

Die andalusische Kulturministerin Patricia del Pozo hat den bereits im vergangenen Sommer angekündigten „Plan Alhambra“ jüngst auf der Palastanlage in Granada besiegelt.

Granadas Rathaus will mit dem Geld unter anderem die als Muralla Zirí bekannte, historische Stadtmauer restaurieren, eine Monumentalbeleuchtung geschichtsträchtiger Gebäude im Altstadtviertel Albaicín installieren sowie im Palacio de los Córdovas und im Parque Carmen de los Mártires diverse Ausbesserungen vornehmen lassen.

Restaurierungen in der Kathedrale von Granada und in zwei Kirchen geplant

Das Erzbistum will die bereitgestellten Mittel für eine Restaurierung der Orgel der Kathedrale von Granada, der Fassade und des Daches der Iglesia de San Cecilio, sowie des Glockenturms der Iglesia de San Andrés verwenden. Die Universität wiederum will verschiedene Teile des Hospital Real restaurieren lassen, ein ehemaliges Krankenhaus, das aktuell dem Rektorat der Hochschule als Sitz dient.

Die Fundación Abadía del Sacromonte plant schließlich Interventionen in mehreren Immobilien des direkt an die Alhambra angrenzenden Altstadtviertels Sacromonte in Granada. Insgesamt sollen mit den Mitteln des „Plan Alhambra“ der Landesregierung an die 30 Einzelprojekte finanziert werden.

Ehrgeiziges Ziel: Granada will 2031 Kulturhautsdat Europas sein

Die Initiative zielt nicht zuletzt darauf ab, die Bewerbung Granadas als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2031 zu unterstützen. Außerdem soll sie dazu beitragen, dass die Touristen künftig nicht mehr nur für einen Besuch der Alhambra nach Granada kommen und verstärkt auch eine Besichtigung der Stadt Granada mit einplanen.

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