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Historisches Erbe an der Costa del Sol: Modernes Museum um antike Ruinen

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Von: José Antonio Nieto

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Ansicht der Ruinen der Villa Romana de Antiope in Rincón de la Victoria.
Archäologen zufolge stammt die 1989 entdeckte Villa aus dem dritten Jahrhundert nach Christus. © Rathaus Rincón de la Victoria

Um die Ruinen einer imposanten Villa aus römischer Epoche entsteht derzeit in Rincón de la Victoria an der Costa del Sol ein archäologisches Museum. Mit den neuesten technologischen Innovationen ausgestattet, soll das Museum einen hochmodernen Blick in die Antike gewähren. Eröffnen soll es noch in diesem Jahr.

Rincón de la Victoria. Am Fuße der als Las Lomas bekannten Anhöhe bei Torre de Benagalbón in der Gemeinde Rincón de la Victoria wurden 1989 die Überreste einer imposanten römischen Villa entdeckt. Es dauerte indes bis 2003, ehe man die Ausgrabung der Ruinen in Angriff nahm, die sich zwei Jahre lang hinziehen sollten. 2008 wurden die Überreste der Villa, die Archäologen zufolge aus dem 3. Jahrhundert nach Christus stammen, als Kulturgut unter Denkmalschutz gestellt. Prunkstück der Fundstätte ist ein Bodenmosaik, das den Göttervater Zeus (Jupiter in der römischen Mythologie) in der Gestalt eines Satyrn bei der Verführung der Antiope, Tochter des Nykteus von Theben, zeigt.

Das Rathaus der Gemeinde an der Costa del Sol in Málaga verfolgte seither die Absicht, die antike Ausgrabungsstätte aus römischer Epoche für Besucher zugänglich zu machen und mit einem Museum, das rundherum entstehen sollte, in Wert zu setzen. Im Frühjahr 2020 wurde schließlich eine Projektgesellschaft zweier Firmen – Copesol und Obras Generales del Norte – damit beauftragt, die Überreste zu restaurieren und zu konsolidieren. Und das umliegende Dokumentationszentrum zu errichten, das die Ruinen quasi wie ein schützender Mantel umhüllt. In das Projekt investierte die Gemeinde 892.000 Euro, wobei die Kosten zu 70 Prozent von der spanischen Zentralregierung bezuschusst wurden.

Römische Ruinen an der Costa del Sol: Hologramme und VR-Brillen sollen Besuch attraktiv machen

Ende 2021 wurden die Arbeiten erfolgreich zu Ende gebracht. Nun gilt es, in einer zweiten Phase die Musealisierung der Anlage vorzunehmen. Ein Vorhaben, das vom Rathaus in der vergangenen Woche für weitere 400.000 Euro ausgeschrieben worden ist. Der Stadtrat für Urbanismus, Miguel Angel Jímenez (PP), hat versprochen, dass das geplante Museum zwecks Interaktion mit Besuchern mit den neuesten technologischen Innovationen ausgestattet werden soll. So sollen die Inhalte unter anderem mit holografischen Projektionen vermittelt werden. Und mithilfe der virtuellen Realität soll der Museumsbesucher in die Welt der einstigen Bewohner der Villa eintauchen können.

Der Besuch des künftigen Museums soll in einem Rundgang vonstatten gehen. Von der Rezeption wird man als Erstes zu den Überresten der Villa geführt. Danach gelangt man auf eine darüberliegende Etage, von der aus man die Ruinen aus der Höhe betrachten kann. Auf dieser Ebene befinden sich denn auch die Museumsressourcen, mit denen man über die Villa und ihren historischen Hintergrund aufgeklärt wird. Bevor der Besucher das Gebäude über den Empfangsbereich wieder verlässt, darf er noch einen Museums-Shop mit informativem Material und den üblichen Merchandising-Artikeln passieren.

Römische Ruinen an der Costa del Sol: Museum um Reste antiker Villa soll vor Ende 2022 eröffnen

Interessierte Unternehmen können sich bis zum 4. April um das Vorhaben bewerben. Der Auftrag umfasst Design, Herstellung, Auslieferung und Montage des Mobiliars sowie der audiovisuellen Medien des Museums. Seine ersten Besucher soll das archäologische Dokumentationszentrum noch vor Ende des Jahres empfangen können. Das Museum dürfte sich in der Folge als eine der wichtigsten touristischen Attraktionen der Gemeinde etablieren, neben den beiden spektakulären Höhlen in Rincón de la Victoria, der Cueva del Tesoro und der Cueva de la Victoría.

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