Vier Personen der Hospizstiftung Cudeca halten Sonnenblumen in die Kamera. Im Hintergrund ist das Cudeca-Zentrum in Benalmádena zu sehen.
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Eines der Cudeca-Teams: Virginia Peralta (Psychologin), José Luis Domínguez (Pfleger), Noelia Morgado (Krankenschwester) und Irene Peregrin (Ärztin) (v.l.n.r.).

Hospizstiftung in Málaga

Palliativmedizin in Spanien: Cudeca erhält Spenden in Höhe von 180.000 Euro

  • vonLena Kuder
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Geschlossene Charity-Shops, keine solidarischen Veranstaltungen oder Benefizläufe – der Lockdown hat für die Hospizstiftung Cudeca drastische Auswirkungen. Durch die solidarischen Aktionen generiert Cudeca pro Jahr rund eine Million Euro. Um die neun Patienten im Cudeca-Zentrum in Benalmádena und insgesamt 500 Kranke angemessen palliativmedizinisch versorgen zu können, benötigt die Vereinigung pro Jahr 3,5 Millionen Euro. 

  • Durch die Corona-Krise hat die Hospizstiftung starke Einbußen erlitten.
  • Pro Jahr betreut die Hospizstiftung Cudeca in Benalmádena in der Provinz Málaga rund 1.500 Patienten.
  • Cudeca hat durch die Corona-Krise über 600 freiwillige Helfer verloren.

Benalmádena - Jedes Jahr betreut Cudeca in der Provinz Málaga rund 1.500 Patienten und verfügt über fünf Teams mit Ärzten, Therapeuten, Krankenschwestern, Pflegern, Psychologen sowie Physiotherapeuten. Die Hospizstiftung betreut Palliativpatienten, die vor allem vom Hospital Costa del Sol kommen. Wie die Pressesprecherin Esther Ráez Martínez gegenüber der CSN mitteilte, ist jetzt schon klar, dass Cudeca rote Zahlen schreibt. Bis dato hat die Vereinigung finanzielle Einbußen in Höhe von rund 400.000 Euro erlitten. Ersten Prognosen zufolge könnten sich die Verluste auf 800.000 Euro belaufen. Über 600 Freiwillige hat Cudeca verloren. Zurzeit engagieren sich 100 Personen, weitere 900 werden gebraucht, die vier Stunden pro Woche mit anpacken. Diese helfen in den 23 Cudeca-Shops in der Provinz Málaga. Durch die Coronavirus-Krise blieben diese Läden allerdings von März bis November geschlossen. Da 95 Prozent der freiwilligen Helfer Senioren sind und somit zur Risikogruppe gehören, haben sie beschlossen, lieber zu Hause zu bleiben. „Wir suchen händeringend, junge Personen, die nicht zur Risikogruppe gehören und sich gern engagieren möchten“, sagt sie.

StadtBenalmádena
Einwohnerzahl67.746
OrtsteileBenalmádena Pueblo, Benalmádena Costa, Arroyo de la Miel
Bürgermeister (seit 2015)Víctor Navas (PSOE)
EinwohnerbezeichnungBenalmadense
Provinz Málaga

In Málaga können Personen solidarische Aktionen in kleinen Gruppen organisieren

Großveranstaltungen wie Halbmarathons oder Konzerte, die viel Geld brachten, dürfen im Moment ja nicht organisiert werden. Hierzu gebe es ihrer Meinung nach jedoch Alternativen. So verweist sie darauf, dass Personen in Málaga in kleinen Gruppen von bis zu sechs Personen ein solidarisches Frühstück oder Mittagessen organisieren können, um Spenden zu sammeln. „Obwohl die Gruppen klein sind, können sie vor allem in den sozialen Netzwerken eine immense Reichweite erzielen“, meint Ráez Martínez. Denn im Moment zähle jeder Cent. „Eine schöne Idee ist es auch, sich eine Cudeca-Startnummer zu besorgen und solidarisch eine Strecke zu laufen“, findet die Pressesprecherin.

Um ihren Patienten den Schritt auf die andere Seite ohne Angst und Schmerzen zu ermöglichen, geben die bei Cudeca arbeitenden Ärzte, Psychologen und Freiwillige alles – vor allem zeigen sie Respekt und Einfühlungsvermögen. Um weiterhin todkranke Personen im Cudeca-Zentrum in Benalmádena und Zuhause betreuen zu können, startete die Hospizstiftung im November die Kampagne „The Sunflower Effect“. Ziel war es, 185.000 Euro zusammenzubekommen. Wie Marisa Martín im Gespräch mit der CSN sagte, sind bis jetzt rund 180.000 Euro dank dieser Crowdfunding-Kampagne eingegangen. 30.000 Euro habe die Sparkasse La Caixa gespendet und auch die Stadtverwaltungen von Fuengirola, Estepona und Málaga hätten hohe Summen beigesteuert.

Jährlich betreut die Hospizstiftung Cudeca in Málaga etwa 1.500 Personen

Die Gehälter der über 90 Cudeca-Mitarbeiter seien gekürzt worden, so Martín. Drei der Cudeca-Teams finanziere die andalusische Landesregierung, erklärt die Ärztin. Insgesamt seien jedoch fünf Teams erforderlich. Jedes Team kümmert sich pro Jahr um etwa 250 Patienten. Die Hospizstiftung wirkt auch bei dem europäischen Forschungsprojekt „I live well die well“ mit. Daran sind 13 europäische Länder, darunter auch Schweden, Deutschland, Großbritannien, Norwegen, Slowenien, Argentinien und die Niederlande beteiligt.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die jeweiligen Kulturen mit dem Tod umgehen. Die deutschen Forscher befassen sich mit der Entwicklung einer Applikation, die Ärzten helfen soll, die Arzneidosis für die Patienten richtig einzustellen, um so die Behandlung zu optimieren. „Uns ist wichtig, dass die Personen im letzten Stadium ihres Lebens respektvoll behandelt werden“, erklärt Martín. „Wir berücksichtigen die Lebensgeschichte jedes einzelnen. Bei uns rückt die Person und nicht die Krankheit in den Vordergrund. Wir behandeln die Kranken liebevoll, damit sie in Frieden sterben können.“

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