Junge Frau sitzt mit einem Hund auf einer Mauer. Im Hintergrund sind Palmen, Strand und Meer zu sehen.
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Die Deutsche Jasmin Glanert bildet in Málaga Hunde zu Signalhunden aus.

Hunde in Spanien

Deutsche an Costa del Sol: Residentin trainiert in Málaga Signalhunde für Gehörlose

  • Lena Kuder
    vonLena Kuder
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In ganz Spanien bildet der in Barcelona gegründete Verein Áskal Hunde für Menschen mit Hörschädigungen und Gehörlose aus. Die Deutsche Jasmin Glanert bietet dieses Training in der Provinz Málaga an.

Málaga – Blindenhunde mit speziellem Gestell und schwarz-gelber Blindenbinde sind weithin bekannt – Signalhunde für Hörgeschädigte wohl eher weniger. Seit 2007 bildet der in Barcelona gegründete Verein Áskal diese Hunde für Menschen mit Hörschädigungen oder Gehörlose aus. Jasmin Glanert ist eine der Ausbilderinnen für Signalhunde. Bereits seit zehn Jahren lebt die detusche Residentin in Spanien. Zunächst studierte sie Tourismus in Barcelona. Vor drei Jahren erfüllte sie sich ihren Traum, kündigte ihren Job, machte eine Ausbildung zur Hundetrainerin und zog nach Andalusien. Áskal bildet die Signalhunde per Team-Training aus, so Glanert, das heißt, dass der Besitzer den Hund zusammen mit dem Trainer ausbildet.

ProvinzMálaga
Autonomieregion Andalusien
Präsident der Provinzverwaltung Francisco Salado (PP)
Ausdehnung7.308 km²
Zugehörige Gemeinden103
Klima Mittelmeerklima
Einwohnerzahl 1.683.271 (Stand 2020)

Deutsche an Costa del Sol: Residentin trainiert in Málaga Signalhunde für Gehörlose

Glanert zufolge haben Studien in England und Holland ergeben, dass diese Art von Training effektiver ist, da der Besitzer in die Ausbildung eingebunden ist und so lernt, dass es wichtig ist, den Hund immer wieder zu belohnen. Dieses Training unterscheidet sich von der gekoppelten Ausbildung, wie sie in der Regel Blindenhunde genießen. Dabei bildet der Trainer den Vierbeiner aus, um danach Schritt für Schritt den Besitzer mit den Mechanismen vertraut zu machen, erklärt die Residentin.

In Katalonien, Madrid, Murcia und Jaén gibt es heute Ausbilder für Signalhunde. Glanert deckt die gesamte Provinz Málaga ab. „Auch adoptierte Hunde eignen sich als Signalhunde“, sagt die Assistenzhundetrainern. „Sie sollen auf Geräusche wie Türklingeln, Telefonläuten und Weckerklingeln reagieren.“ Im Tierheim Adana in Estepona leben zurzeit rund 100 Hunde, die sich sicherlich freuen würden, die Chance zu erhalten, Signalhund zu werden.

Ein Signalhund zeigt auch an, wenn sein Besitzer mit Namen angesprochen wird. Im Straßenverkehr weist er auf ein Martinshorn oder Autohupen hin und meldet von hinten nähernde Fahrzeuge. Als Kommandos für Signalhunde werden nicht die üblichen Hörzeichen wie Sitz, Platz, Hier verwendet. Stattdessen werden Sichtzeichen wie beispielsweise Handhaltung und Kopfbewegung sowie besondere Hörzeichen eingesetzt. „Wir arbeiten stets mit der positiven Bestätigung“, erklärt Glanert. „Es gibt keine Bestrafungen im Training, sondern wir belohnen die Initiative der Hunde.“

Deutsche trainiert Signalhunde in Málaga: Eigene Verständigung zwischen Besitzer und Hund

Die Hörzeichen sind meistens in einer anderen Sprache oder haben eigene Bezeichnungen, damit nur der Besitzer dem Hund die Kommandos geben kann und kein fremder Mensch sie nutzt. Dabei ist Bellen verpönt. Kleine Hunde markieren, in dem sie ihr Herrchen mit der Pfote anstupsen, große und mittelgroße Vierbeiner stoßen mit der Schnauze gegen das Bein. Hunde mit Eigeninitiative, die weder ängstlich oder aggressiv sind, noch auf andere Hunde losgehen, eignen sich Glanert zufolge besonders gut.

Um den Hund für Geräusche zu sensibilisieren, verwendet die Hundetrainerin unter anderem Eieruhren. Bei der Trainingseinheit Boomerang läuft der Hund zwischen zwei Personen hin und her. Er soll lernen, zwischen Person und Geräuschquelle zu pendeln. Der Gehörsinn wird auch dafür geschärft, dass die Hunde markieren, wenn ihrem Herrchen etwas herunterfällt. Falls der Hund den Besitzer anstupst und ihm nicht klar ist, woher das Geräusch kommt, so kann er mit der flachen Hand nach unten einen Kreis beschreiben und so in der Gebärdensprache das Fragewort „Wo?“ formulieren. Sollte sich der Hund auf den Boden legen, weiß das Herrchen, dass das Signal vom Rauchmelder oder der Alarmanlage kommt.

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