Demonstranten vor der Außenstelle des Bildungsministeriums in Málaga.
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In Málaga versammelten sich mehrere Dutzend Demonstranten vor der Außenstelle des Bildungsministeriums.

Streik zum Schulbeginn

Lehrer demonstrieren in ganz Andalusien: „Schulen sind nicht sicher vor Covid-19“

  • vonNicolas Hock
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In allen acht andalusischen Provinzhauptstädten haben heute Lehrer öffentlicher Schulen gestreikt und am Mittag gegen die ihrer Ansicht nach unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen zum Schulstart von Seiten der Landesregierung demonstriert.

In allen acht andalusischen Provinzhauptstädten sind heute Lehrer öffentlicher Schulen dem Streikaufruf der Gewerkschaften Comisiones Obreras, Ustead und CGT-A gefolgt und haben am Mittag Demonstrationen veranstaltet, um die ihrer Ansicht nach unzureichenden Sicherheitsmaßnahmen von Seiten der Landesregierung gegen die Ausbreitung des Coronavirus zum Schulbeginn in der vergangegnen Woche anzuprangern. Die Demonstrationen fanden nahezu gleichzeitig statt, in Málaga wurde beispielsweise ab 11.30 Uhr vor der Außenstelle des andalusischen Bildungsministeriums demonstriert, in Alméria ab 11 Uhr am Mirador de la Rambla.

Senkung der Klassenstärken und mehr Lehrer gefordert

“Wir werden bei der Arbeitsaufsichtsbehörde eine Anzeige erstatten wegen Nichterfüllung der grundlegenden Sicherheitsnormen”, hatte Félix Martín, der Generalsektretär für Bildung bei Comisiones Obreras in Málaga, vor wenigen Tagen gesagt. Die Hauptforderungen der Streikenden sind, dass die Klassenstärken gesenkt werden, da ihrer Auffassung nach in der jetzigen Situation die Sicherheitsabstände nicht gewährleistet werden können, sowie die Einstellung zusätzlicher Lehrer. “Wir haben bis zum letzten Moment mit der Landesregierung verhandelt, um einen sicheren Schulbeginn garantieren zu können, und haben nichts erreicht. Deshalb bleibt uns nur der Streik”, so Martín.

Für die Gewerkschaft Comisiones Obreras ist es ferner zwingend notwendig, dass die Landesregierung für jede Schule sanitäres Personal abbestellt, das bei einem Verdacht auf Coronavirus das entsprechende Sicherheitsprotokoll einleitet. “Es kann nicht sein, dass die Verantwortung an den Lehrern hängen bleibt, die nicht dazu ausgebildet sind”, sagte er.

10.000 zusätzliche Lehrer für Provinz Málaga gefordert

Laut Félix Martín benötigt die Provinz Málaga 10.000 zusätzliche Lehrer, doch zum Schulanfang in der vergangenen Woche habe die Landesregierung gerade einmal 385 Lehrkräfte neu eingestellt. Der Gewerkschafter erklärte, dass sämtliche Rathäuser dem andalusischen Bildungsministerium Räume als zusätzliche Klassenzimmer angeboten hätten, die Landesregierung jedoch keinen Gebrauch davon gemacht habe. “Einen sicheren Schulgebinn nur mit Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel machen zu wollen, ist fahrlässig”, meinte er.

An dem heutigen Streik haben sich laut Comisiones Obreras in den andalusischen Provinzhauptstädten 75 Prozent aller Grundschullehrer und 50 Prozent aller Sekundarschullehrer beteiligt. Die Zahlen dürften allerdings bei Weitem zu hoch gegriffen sein. Die andalusische Landesregierung vermeldete gegen 13 Uhr, dass in Sevilla lediglich 3,2 Prozent der Lehrer gestreikt hätten.

Die Gewerkschaften UGT, Anpe und Csif haben sich nicht am heutigen Streik beteiligt. Allerdings haben sie angekündigt, ab dem 18. September Demonstrationen veranstalten zu wollen.

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