07.01.2020, Spanien, Madrid: Pablo Iglesias (r), Führer des linken Bündnisses Unidas Podemos, und Pedro Sanchez, amtierender Ministerpräsident von Spanien, umarmen sich nach der Abstimmung im Parlament. Der geschäftsführende Ministerpräsident Sanchez hat die zweite und entscheidende Parlamentsabstimmung über seine Wahl zum Regierungschef gewonnen. Sanchez' Sozialistische Arbeiterpartei wird gemeinsam mit Unidas Podemos regieren - es ist die erste Koalitionsregierung in der neueren Geschichte des Königreichs. Foto: Eduardo Parra/Europa Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Loser Bund unter Spannung

Pedro Sánchez konnte nach dem Zittersieg bei der mit 167 zu 165 Stimmen gewonnenen Amtseinführung ge...

Pedro Sánchez konnte nach dem Zittersieg bei der mit 167 zu 165 Stimmen gewonnenen Amtseinführung gerade mal kurz durchatmen. Da holten politische Situationen schon zu den nächsten Tiefschlägen aus, die ihm seitdem immer wieder die Luft nehmen. Der unliebsame Koalitionspartner Unidas Podemos posaunte seine Minister ohne vorherige Konsultation aus. Die Medien richteten wieder mal den Fokus auf Pablo Iglesias alias coletas (Pferdeschwanz), die Analysten sprachen von einem politischen Affront und die Opposition ritt auf dem Paradox einer Regierungskrise herum, bevor es eine solche überhaupt gab. Sehr anschaulich blies Galiciens PP-Fürst Alberto Núñez Feijóo seine Milchmädchenrechnung für die spanische Null, also „Cero“, in die Mikrofone: „Das sind zwei Regierungen in einer, und die ergeben in ihrer Summe niemals eine Regierung, sondern null Regierungen.“ Sánchez blieb nichts übrig, als in einem Rutsch die künftige Ministerriege bekanntzugeben. Die Strategie soll nun lauten: erst Wirtschaft, dann Katalonien. Ob das klappt? Die erste spanische Koalitionsregierung seit der Zweiten Republik startete überhastet und schlecht. Partner und Steigbügelhalter hoben viel schneller die Hinterbeine und markierten ihr politisches Terrain, als dass sie nüchtern die Lage analysierten, um die politischen Probleme des Landes angehen zu können – das gilt nicht nur für Podemos und die PSOE selbst, sondern auch für die ERC und die anderen regionalen Splitterparteien vom Baskenland bis nach Kantabrien. Möglicherweise möchte Regierungspräsident Sánchez lieber die großen Wirtschaftsthemen angehen oder das internationale Parkett beschreiten, die politische Agenda bestimmen aber ganz andere Themen und andere Akteure.

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