Badesaison in Spanien

Andalusien: Coronavirus-Strandwächter beziehen ihre Posten

  • vonNicolas Hock
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3.000 Arbeitslose und Studenten nehmen in dieser Woche in Andalusien ihre Arbeit als Strandwächter auf mit der speziellen Aufgabe, die wegen der Coronavirus-Pandemie empfohlenen Sicherheitsabstände zu überwachen und darauf zu achten, dass sich die Strände nicht zu sehr füllen.

  • Landesregierung hat wegen Coronavirus-Pandemie 3.000 Extra-Strandwächter eingestellt.
  • 84.000 Bewerber für die mit 1.900 Euro netto honorierten Jobs.
  • Neue Strandwächter achten auf Einhaltung der Mindestabstände.

Málaga – Ein Vormittag gegen 11 Uhr am Strand des Stadtteils La Malagueta in Málaga. Der 19-jährige Nestor Cruz Gambero schlendert die Promenade entlang, schaut zum Strand hinüber und läuft weiter. Noch hat er nicht viel zu tun an seinem ersten Arbeitstag, denn nur wenige Menschen sind um diese Zeit schon an den Strand gekommen.

Nestor Cruz, der in den kommenden Monaten die Sekundarschule mit dem „Bachillerato“ abschließen und danach Forstwirtschaft studieren will, ist einer der 3.000 neuen Strandwächter, die die andalusische Landesregierung bis zum Ende der Badessaison am 15. September unter Vertrag genommen hat, um zu überwachen, dass es zu keinen Menschenansammlungen kommt und die wegen der Coronavirus-Pandemie empfohlenen Sicherheitsabstände eingehalten werden.

Gutes Gehalt von 1.900 Euro netto

904 dieser neuen Coronavirus-Strandwächter werden in diesem Sommer in der Provinz Málaga die Strände überwachen, während in Cádiz 688, Almería 662, Huelva 468 und Granada 282 im Einsatz sein werden. Mehr als 84.000 Arbeitslose und Studenten hatten sich für den Job beworben, für den die andalusischen Landesregierung Mitte April eine Extra-Arbeitsbörse eröffnet hatte, denn die neuen Strandwächter verdienen pro Monat ein für Spanien mehr als stattliches Gehalt von 1.900 Euro netto.

„Die Sicherheit muss an erster Stelle stehen, wenn wir das beste Reiseziel der Welt bleiben wollen“ hatte am Montag der andalusische Tourismusminister Juan Marín bei der Präsentation des sogenannten „Plan de Playas Seguras“ (Plan für sichere Strände) gesagt, in dessen Rahmen die Junta de Andalucía ganze 24 Millionen Euro für die Gehälter der neuen Strandwächter reserviert hat.

Mit Online-Kurs auf neue Aufgaben vorbereitet

Nestor Cruz Gambero hat noch nie zuvor als Strandwächter gearbeitet und absolviert derzeit wie seine neuen Kollegen einen 20-stündigen Online-Kurs, sieht sich aber der Herausforderung gewachsen. „Wir werden die Leute dazu ermahnen, einen Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten, und wenn sie uns nicht Folge leisten, werden wir die Ortspolizei zur Hilfe rufen“, sagt er. „Außerdem werden wir darauf achten, dass sich der Strand nicht zu sehr mit Menschen füllt. Die empfohlene maximale Verweildauer sind vier Stunden. Deshalb werden wir Personen und Gruppen, die wir schon einen längeren Zeitraum am Strand gesehen haben, dazu auffordern, zu gehen, damit sie anderen Leuten Platz machen.“

Der 19-jährige Nestor Cruz ist einer der neuen, von der Landesregierung eingestellten Strandwächter.

Für den Job als Coronavirus-Strandwächter hat sich der 19-Jährige wegen des guten Gehalts beworben. „Man verdient gut und ich kann das Geld gebrauchen“, meint er. „Andererseits ist es auch befriedigend, bei einer guten Sache helfen zu können.“

Rubriklistenbild: © Nicolas Hock

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