Covid-19-Krise in Málaga

Neue Corona-Fälle in Málaga: Mehr als 100 Flüchtlinge in Immigranten-Auffangzentrum positiv getestet

  • vonNicolas Hock
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In Málaga sind mehr als 100 neue Coronavirus-Fälle in einem Immigranten-Auffangzentrum registriert worden. Darunter befinden sich neben den Flüchtlingen auch Mitarbeiter der Hilfsorganisation. Das Zentrum wird strikt abgesperrt. 

  • Mehr als 100 neue Coronavirus-Fälle in Immigranten-Auffangzentrum des Roten Kreuzes in Málaga.
  • Mehr als 130 Flüchtlinge und Angestellte des Roten Kreuzes wurden isoliert, die Kontakpersonen der Kranken werden zurückverfolgt.
  • Virus wurde möglicherweise von einem Mitarbeiter von den kanarischen Inseln eingeschleppt.
  • Laut der andalusischen Landesriegierung besteht keine Gefahr für die Bevölkerung.
  • Zweiter Coronavirus-Ausbruch in der Provinz Málaga in Casabermeja mit sieben Infizierten.

Málaga – Zu einem Coronavirus-Ausbruch ist es in einem vom Roten Kreuz geführten Immigranten-Auffangzentrum in Málaga gekommen. Insgesamt 103 Personen, darunter festangestellte und ehrenamtliche Mitarbeiter sowie Insassen des sogenannten Centro de Acogida, Emergencia y Derivación in der Avenida Ortega y Gasset, haben sich in den vergangenen Tagen mit dem Virus infiziert, wie der mit der Koordination der Maßnahmen gegen die Coronavirus-Pandimie beauftragte Seuchenexperte Fernando Simón am Donnerstagnachmittag bekannt gab. Simón erklärte, dass der Coronavirus-Ausbruch in Málaga zusammen mit denen von Huesca und Aragón zu denen zählen, die im derzeit die meisten Sorgen bereiten. Die Situation sei allerdings unter Kontrolle. „Es ist ein schwerer Coronavirus-Ausbruch, doch uns kommt zugute, dass die Infizierten leicht zu identifizieren und zu isolieren sind“, sagt er.

Ärztlichen Quellen zufolge mussten bislang sechs Infizierte in ein Krankenhaus eingewiesen werden, einer davon auf die Intensivstation.

Málaga: Mit dem Coronavirus infiziertes Auffangzentrum abgeriegelt

Die positiv getesteten Mitarbeiter des Zentrums in Málaga wurden nach Hause geschickt, wo sie für zwei Wochen unter Quarantäne bleiben müssen, die infizierten Insassen – überwiegend aus dem Meer gerettete Bootsflüchtlinge - wurden von den übrigen Bewohnern des Heims isoliert und stehen ebenfalls unter Quarantäne. Damit es zu keiner weiteren Verbreitung des Virus kommt, wird das Auffangzentrum von der Nationalpolizei überwacht, die darauf achtet, dass niemand außer den Mitarbeitern das Heim betritt und keiner der Insassen dieses verlässt.

Mitarbeiter des Gesundheitsdistrikts Málaga führen derzeit PCR-Tests an den Personen durch, die mit den Infizierten Kontakt hatten. Derzeitigen Schätzungen müssen pro Infiziertem durchschnittlich vier weitere Personen auf das Coronavirus getestet werden.

Virus in Málaga möglicherweise von einem Angestellten eingeschleppt

Der Coronavirus-Ausbruch in dem Immigranten-Auffangzentrum wurde möglicherweise von einem der Angestellten ausgelöst, der vor kurzem von einem Urlaub auf den kanarischen Inseln zurückgekehrt war. Dieser hatte am Sonntag die Notaufnahme einer Klinik in Málaga aufgesucht, da er Symptome hatte, die auf das Coronavirus hinwiesen. Ein PCR-Test bestätigte, dass er mit dem Virus infiziert war, woraufhin er isoliert wurde und seine letzten Kontaktpersonen ermittelt wurden.

In dem Auffanglager des Roten Kreuzes für Flüchtlinge in Málaga sind 89-Coronavirus-Fälle aufgetaucht.

Am Montag wurde festgestellt, dass sich in dem Auffangzentrum eine zweite Person mit dem Coronavirus infiziert hatte, woraufhin umfangreiche PCR-Tests eingeleitet wurden. Am Dienstag wurden neun Coronavirus-Fälle bestätigt, am Mittwoch 15. und am Donnerstagabend belief sich die Zahl der Infizierten nach Angaben des Seuchenexperten Fernando Simón auf 89. Nachdem sich die Zahl der Fälle einige Zeit relativ konstant gehalten hatte, gab es bis Sonntagabend noch einmal einen Anstieg auf 103. In dem Auffangzentrum wurden mehr als 130 Insassen isoliert. Ein Bereich wurde für die Coronavirus-Positiven eingerichtet, einer für die Gesunden und ein weiterer für diejenigen, die mit den Infizierten Kontakt hatten, aber keine Symptome zeigen.

Andalusiens Landesregierung: In Málaga das Coronavirus „unter Kontrolle“

Die Abgeordnete des andalusischen Gesundheitsministeriums Patricia Navarro erklärte bereits in einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass die Situation unter Kontrolle sei und kein Grund zur Panik bestehe. „Die Zahl der Coronavirus-Infizierten innerhalb des Zentrums wird weiter ansteigen, doch die Wahrscheinlichkeit, dass das Virus nach außen weitergegeben wird, liegt praktisch bei Null. Für die Bevölkerung besteht keine Gefahr“, sagte sie.

Am Freitag künidgte Patricia Navarro an, dass mit PCR-Tests an rund 300 Mitarbeitern des Roten Kreuzes, in insgesamt fünf Zentren, die die Hilforganisation in Málaga betreibt, begonnen worden seien. Über die Ergebnisse war bis Sonntag nichts bekannt.

Das Immigranten-Auffangzentrum in der Avenida Ortega y Gasset war im Sommer vergangenen Jahres eröffnet worden und besitzt eine Kapazität für 230 Personen.

Ein zweiter Coronavirus-Ausbruch in der Provinz Málaga mit sieben Infizierten wurde am Sonntag aus der rund 25 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt gelegenen Gemeinde Casabermeja vermeldet. Eingeschleppt wurde das Virus vermutlich von einem Mitarbeiter eines Speditionsunternehmens.

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