Kultur in Spanien

Kunst und Kultur in Málaga: Von der Stadtgründung bis zum heutigen Tag

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Im Museo de Málaga sind das archäologische und das Museum der Schönen Künste der Stadt vereint. Auf zwei Stockwerken vereilt, gibt es rund 2.200 Exponate zu sehen.

  • Das Museo de Málaga ist eines der größten Museen Spaniens.
  • 2.200 Ausstellungsstücke geben einen Einblick in die Geschichte der Stadt.
  • Gebäude beherbergte einst die Zollbehörde von Málaga.

Málaga - Eines der kulturellen Highlights der Stadt Málaga ist das relativ neue, erst im Dezember 2016 eröffnete Museo de Málaga. Das Museum ist mit 2.200 Exponaten aus einem Fundus von rund 17.500 Ausstellungsstücken und einer Ausstellungsfläche von 15.000 Quadratmetern eines der größten Spaniens und vor allem deshalb interessant, weil es Kunst mit Geschichte vereint.

Das erste Stockwerk beherbergt Gemälde und Skulpturen aus dem Fundus des „Museo de Bellas Artes“ (Museum der Schönen Künste) von Málaga. Dieses war von der Kunstakademie Real Academia de Bellas Artes San Telmo 1916 gegründet worden und hatte zuerst seinen Sitz in der Calle Cister, danach auf der Plaza de la Constitución und zuletzt im Gebäude des jetzigen Picasso-Museums von Málaga, bis es 1996 geschlossen wurde.

Interessant sind die römischen Statuen aus der Sammlung Loring.

Das zweite Stockwerk zeigt die wichtigsten Fundstücke aus dem Fundus des archäologischen Museums von Málaga, das ab 1947 in der Burg Alcazaba untergebracht war und 1997 ebenfalls geschlossen wurde. Fast zwanzig Jahre lang wurden die Ausstellungsstücke beider Museen in verschiedenen städtischen Gebäuden zwischengelagert und waren nicht öffentlich zugänglich, so dass die Eröffnung des Museo de Málaga ein großes Ereignis für alle kunst- und geschichtsinteressierte Bewohner Málagas war. Vor allem, weil diese auch recht lange auf sich warten hat lassen.

Langer Weg bis zum Museum

Im Jahr 2005 räumte die spanische Zentralregierung, die bis dahin ihre Vertretung in Málaga im Sitz des jetzigen Museums hatte, diesen und unterzeichnete mit der andalusischen Landesregierung einen ersten Vertrag. Von 2009 bis 2014 ließ die Zentralregierung den sogenannten Palacio de la Aduana, der 1788 errichtet wurde und zunächst die Zollbehörde des Hafens, später eine Tabakfabrik und während der Franco-Diktatur ein Polizeikommissariat mit Arrestzellen beherbergte, für rund 40 Millionen Euro komplett restaurieren. Im März 2016 schließlich trat die Zentralregierung das Gebäude an die Landesregierung ab, die das Museum betreibt und ihrerseits 3,2 Millionen Euro für die Restaurierung und Konservierung der Ausstellungsstücke beigesteuert hat.

Im zweiten Stockwerk des Museums, wo man laut der Dame am Empfang den Rundgang beginnen sollte, bekommt man einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Provinz Málaga von der Steinzeit bis zum islamischen Mittelalter anhand archäologischer Fundstücke und erläuternden Schautafeln auf Spanisch und Englisch. Zu sehen sind zunächst römische Statuen aus dem zweiten Jahrhundert aus der Sammlung von Jorge Loring Oyarzábal und Amalia Heredia Livermore, da das Ehepaar, das auch den botanischen Garten von Málaga gegründet hatte, mit ihrer Kollektion den Ursprung für das spätere archäologische Museum von Málaga gelegt hatte.

Im ersten Stockwerk erhalten die Besucher einen Einblick in die künstlerische Produktion aus Málaga des 19. und 20. Jahrhunderts.

Danach folgen Fotos prähistorischer Höhlenmalereien sowie Original-Artefakte und Werkzeuge des Neanderthalers und der ersten Vertreter des Homo Sapiens. Weiter geht es mit der Entstehung der Landwirtschaft und der ersten Dörfer, dann werden der Reihe nach die verschiedenen Siedlungsepochen mit den entsprechenden Fundstücken bis zur sogenannten Rückeroberung Málagas von den Mauren durch die Christen erläutert. Die beeindruckendsten Fundstücke sind ein bei Zafarraya an der Grenze zur Provinz Granada gefundener Unterkiefer eines Neanderthalers, ein großes römisches Mosaik über die Geburt der Liebesgöttin Venus aus Cártama und ein in der heutigen Stadt Málaga entdecktes Grab eines phönizischen Kriegers, aber auch die übrigen haben ihren Reiz.

Erstes Stockwerk bietet Einblicke in die Kunstgeschichte

Im ersten Stockwerk wird zunächst erklärt, wie es in Málaga von der Kunstakademie Real Academia de Bellas Artes San Telmo zum Museum der Schönen Künste gekommen war. Dann erhalten die Besucher einen Einblick in die künstlerische Produktion aus Málaga des 19. und 20. Jahrhunderts, obwohl auch einige Werke der Sakralkunst älteren Datums zu sehen sind. Einen großen Bereich nimmt die Landschaftsmalerei ein von Autoren wir Sorolla, Carlos de Haes, Federico Madrazo, oder Ramón Casas, aber auch der avantgardistischen und modernen Kunst von Rafael Canogar, Juan Barjola, Oscar Domínguez und Josep Guinovart sind mehrere Räume gewidmet.

Im Erdgeschoss kann man zum Abschluss der Besichtigung noch das „Almacén visitable“ (besuchbare Lager) besichtigen, in dem es unter anderem einen Schrank gibt, der in seinen ausziehbaren Schubladen viele Überraschungen wie beispielsweise Räuberpistolen aus dem 19. Jahrhundert bereithält.

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