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Altstadt in Marbella: Rathaus will durch Corona erlahmten Handel beleben

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Von: José Antonio Nieto

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Eine weiße Mauer voller blauer Blumentöpfe.
Beliebte Ecke der Altstadt in Marbella: die Calle Carmen. © Rathaus Marbella

Wegen ihrer historischen Relevanz fordern mehrere Bürgervereine den Schutz der Altstadt in Marbella. Das Rathaus beschäftigt vielmehr die Frage, wie sie den lokalen Handel nach Corona reaktivieren kann.

Marbella - Die Altstadt von Marbella soll als historisches Gut unter Schutz gestellt werden. Das fordern fünf verschiedene Kultur- und Umweltorganisationen aus der Stadt an der Costa del Sol. Einen entsprechenden Antrag haben sie jüngst an das Landeskulturministerium von Andalusien gerichtet. Obgleich sie in der Vergangenheit viele unglückliche Transformationen erleiden musste, sei die Altstadt noch relativ gut konserviert, finden die Antragsteller. Die fünf Kollektive – Cilniana, Marbella Activa, Ecologistas en Accion Marbella, Ecologistas Malaka und eine Bürgerbewegung aus Benahavís – wähnen sie indes in Gefahr. Vor allem die urbanistische Spekulation erachten sie als Bedrohung.

Altstadt in Marbella: Entwicklung seit dem Mittelalter und Transformationen in der Neuzeit

An das andalusische Kulturministerium haben die Bürgervereine ein 22-seitiges Dokument geschickt, in dem sie die Evolution der Altstadt – vor allem in der islamischen Epoche und nach der Christianisierung – minutiös beschreiben. Aufgedröselt werden auch spätere Interventionen, die vor allem im 18. und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Stadtbild veränderten. Ihren historischen Wert begründen und damit auch ihren Schutz rechtfertigen, würden schließlich noch archäologische Überreste, die nicht nur in die Zeit der alten Römer, sondern sogar bis in die Frühgeschichte zurückreichen.

Während die genannten Kollektive um die historischen Konstruktionen besorgt sind, bereitet den politischen Verantwortlichen im Rathaus von Marbella eher die Krise der kleinen Händler in der Altstadt schlaflose Nächte. Mit einem in erster Linie auf Touristen ausgerichteten Angebot hat deren Ausbleiben in der Pandemie den Gewerbetreibenden schwer zugesetzt. Der für den Handel zuständige Stadtrat, Felix Romero (PP), hat die Ausarbeitung eines strategischen Plans zur Belebung der Geschäfte angekündigt, der mit Ladenbesitzern und Anwohnern abgestimmt werden soll. Vorab hatte die Kommunalregierung ein Consulting-Unternehmen mit der Anfertigung einer Studie zum Zustand des Handels beauftragt.

Handel in der Altstadt: Mangel an Parkplätzen und geringe Digitalisierung der Geschäfte

Die Ergebnisse der Studie, die Stärken und Schwächen des Einzelhandels in der Altstadt von Marbella, der zweitgrößten Stadt der Provinz Málaga ermitteln sollte, liegen bereits vor. Der Stadtrat gab sich diesbezüglich bedeckt, da sie erst noch mit den Betroffenen erörtert werden sollen. Zwei entdeckte Schwachpunkte ließ Romero aber doch durchblicken, der akute Parkplatzmangel in der Altstadt und die Streuung der lokalen Geschäfte.

Romero rief die Händler außerdem zur stärkeren Nutzung der neuen Technologien auf, um etwa bei der Erstellung von Handy-Apps, die das lokale Angebot an Geschäften vermitteln, an einem Strang zu ziehen. Die Händler haben ihrerseits auch schon Defizite benannt, die es auszumerzen gilt. Verbesserungsbedarf weise etwa die Mobilität, die Überwachung sowie die Instandhaltung und Reinigung der Altstadt auf.

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