Zwischen zwei Motoryachten im Hafen Puerto Banús in Marbella ist die Stadt zu sehen.
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Marbella setzt auf Luxus: Der Hafen Puerto Banús steht für Super-Yachten und Luxus-Shopping.

Luxusurlaub in Andalusien

Marbella setzt auf Luxus: Hoch im Kurs bei den Reichen und Schönen

  • Sandra Gyurasits
    VonSandra Gyurasits
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Mit einem zehn Millionen Euro schweren Plan will sich Marbella an der Costa Sol einen Platz ganz oben unter den Luxus-Urlaubszielen sichern. Investiert wird in Kongresse, Kultur, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Marbella – Den ehrgeizigen Plänen Marbellas, sich ganz oben als Luxus-Urlaubsziel für Reiche und Schöne zu etablieren, steht nun nichts mehr im Weg. Der Tourismusrat der Landesregierung von Andalusien hat den Tourismusplan von Marbella genehmigt, der 21 Maßnahmen umfasst, um die Wettbewerbsfähigkeit in diesen Sphären zu verbessern. Rund zehn Millionen Euro stecken das Rathaus von Marbella und die Landesregierung von Andalusien in dieses Vorhaben.

Marbella
Fläche114,3 km²
Bevölkerung141.463 (2018) Instituto Nacional de Estadística
ProvinzProvinz Málaga

Wie Marbella die Luxus-Herzen erobern will? Vor allem Kongresse, Kultur- und Sportveranstaltungen sollen das Image der Stadt aufpolieren. Die Liste ist lang. Grüne Korridore sollen entstehen, Aussichtspunkte und Besichtigungsrouten aufgemöbelt, die Strände behindertengerecht ausgestattet und für Rollstuhlfahrer zugänglich gemacht werden. Derzeit leuchtet spektakulärer Weihnachtsschmuck in den Straßen von Marbella.

Marbella setzt auf Luxus: Mehr WLAN-Anschlüsse und gut ausgebildete Fachkräfte an der Costa del Sol

Um in der digitalen Welt mithalten zu können, soll der digitale Wandel in den Unternehmen in der Tourismusbranche gefördert werden. Dazu sollen WLAN-Anschlüsse ausgebaut werden und Besucherinformationszentren neue Technologien nutzen. Touristen sollen sich bequem über die Vorzüge Marbellas, über Aktivitäten, Veranstaltungen, Hotels, Restaurants, Museen oder Einkaufsmöglichkeiten auf ihren Smartphones informieren können.

Der Wandel soll nachhaltig vollzogen werden. Der neue Tourismusplan ziele ebenso auf hochwertige Arbeitsplätze durch die Ausbildung wie auf die Weiterbildung von Fachkräften, hieß es. Auch die Bürger und Schüler von Marbella sollen einbezogen werden.

Marbella setzt auf Luxus: Luxus-Urlaubsorte sind am wenigsten von der Coronavirus-Krise betroffen

Marbella gehört mit seinen Fünf-Sterne-Luxus-Hotels, Restaurants mit Michelin-Sternen, zahlreichen Golfplätzen und Luxus-Läden im Hafen Puerto Banús bereits zu den wichtigsten Luxusreisezielen in Europa. Dass sich der Fokus auf den gehobenen Sektor lohnt, hat die Coronavirus-Pandemie gezeigt. Am wenigsten betroffen waren Luxus-Urlaubsorte wie Marbella. Zwar seien in diesem Sommer wegen der Corona-Beschränkungen die Besucher aus Russland, den USA und den arabischen Ländern weggeblieben, sagte die Generaldirektorin für Tourismus im Rathaus von Marbella, Laura de Acre. Die Lücke sei aber mit Touristen aus Spanien und anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Frankreich oder Schweden gefüllt worden.

Der berühmte Hafen Puerto Banús, der 1970 eröffnet wurde, ist Sinnbild für Luxus-Shopping und befindet sich derzeit trotz Corona in einer „sehr guten Situation“, wie der Verkaufsdirektor des Hafens David del Barrio der Zeitung „Málagahoy“ berichtete. Die Prognosen für den Sommer seien übertroffen worden. Für Liegeplätze im Hafen habe es sogar eine Warteliste gegeben. 13 neue Luxus-Labels hätten sich in Puerto Banús niedergelassen, darunter Polo Ralph Lauren, Moncler, Roberto Cavalli, Bimba y Lola oder Ares Design. Die Vorlieben der Kunden hätten sich durch die Corona-Krise im Wesentlichen nicht geändert. Oben auf der Liste stehen das Einkaufen in den Edel-Boutiquen, Ausflüge auf gecharterten Booten, Hubschrauberflüge oder Ferrari-Fahren.

Marbella setzt auf Luxus: In drei Wochen Luxuswohnungen für 30 Millionen Euro verkauft

Die Immobilienbranche hat ebenfalls keinen Grund zu klagen. Im Gegenteil. Nach einem leichten Rückgang im März 2020 sei die Nachfrage deutlich gestiegen, sagte der Gründer des Immobilienunternehmens Sierra Blanca Estates, Pedro Rodríguez. Die Corona-Pandemie habe kleinere Unternehmen und die Mittelschicht hart getroffen, während die Reichen dringend ihr Geld anlegen und ausgeben wollten. In drei Wochen seien Luxus-Wohnungen im Wert von 30 Millionen Euro verkauft worden, meist an Ausländer zwischen 30 und 50 Jahren, die aus der Techbranche kommen, hieß es.

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