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Marbellas berühmte Luxus-Yacht: Vom Party-Schiff zum Schrotthaufen

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Von: Sandra Gyurasits

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Eine Gruppe von Rettungskräften steht am Strand von Granada blickt auf die gestrandete Motor-Yacht aus Marbella.
Marbellas berühmte Luxus-Yacht „Neeveen“: Auf Grund gelaufen vor der Küste von Granada. © EFE/Alba Feixas

Marbellas berühmte Luxus-Yacht „Neeveen“, auf der früher Scheichs und Promis Partys feierten, hat ein unrühmliches Ende gefunden. Das Schiff ist vor Granada gestrandet und leck geschlagen.

Marbella - Was für ein unrühmliches Ende. 35 Jahre lang wurden auf der Luxusmotoryacht „Neeveen“ legendäre Partys der Reichen und Schönen an der Küste von Andalusien gefeiert. Arabische Scheichs, europäische Großunternehmer, amerikanische Prominente und der Jet-Set aus Marbella waren dabei. Die Yacht, die der Familie des Scheichs Ashmawi aus Saudi-Arabien gehörte, wurde in Marbella an der Costa del Sol als „größte und berühmteste Luxusyacht“ gefeiert, die im Hafen von Puerto Banús ankerte, „dem besten der Welt“.

Nun hat die Geschichte von Glamour und Luxus in Marbella ein jähes Ende gefunden. Am 9. Februar lief das 27,43 Meter lange und 6,3 Meter breite Schiff nur 20 Meter vor dem Strand Chucha in Carchuna an der Küste von Granada auf Grund und steckte zwischen Felsen fest. Die dreiköpfige Crew, darunter der aktuelle Besitzer, laut der Zeitung „El País“ ein 72-jähriger Franzose, wurde von der Feuerwehr aus Motril unversehrt an Land gebracht. Kurz nach der Rettung verschwand die Besatzung jedoch.

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Zehn Tage lag des havarierte Boot vor der Küste von Granada, bevor es schließlich in den Hafen von Motril geschleppt werden konnte. 32 Einsatzkräfte waren am 18. Februar an Land und auf dem Wasser an der achtstündigen, schwierigen Bergungsaktion an der Küste von Andalusien beteiligt. Die „Neeveen“ musste mit Druckballons innen und außen stabilisiert werden, sodass sie wieder aufgerichtet und abgeschleppt werden konnte. Die Polizei musste zwischenzeitlich die vielen Schaulustigen hinter die Sicherheitsabsperrung drängen.

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Zuvor hatten Spezialisten für Bootsunglücke aus Cartagena in Murcia 6.500 Liter Diesel aus dem Tank und weitere verschmutzenden Flüssigkeiten abgelassen. Die Stellen, die leck geschlagen waren, wurden abgedichtet. Innen wurde eindringendes Wasser abgepumpt. Nun liegt die einst glamouröse „Neeveen“ statt im schillernden Hafen von Marbella an der Costa del Sol, auf dem Trockendeck im Hafen von Motril und wird untersucht, um zu entscheiden, welche Schicksal ihr blüht: Versteigerung der Verschrottung.

Gründe für die Havarie der Motoryacht sind nach Ansicht des Seemannsamtes in Mortil die mangelnde Kenntnis des Kapitäns und der schlechte Zustand des Bootes, das zehn Jahre lang nicht mehr gefahren und nicht instand gehalten worden war. Die Yacht startete ihre erste Fahrt seit langem wieder am 8. Februar vom Hafen Puerto Banús in Marbella mit dem Ziel Aguadulce in Almería. Eigentlich hätte die 225 Kilometer lange Strecke an einem Tag zurückgelegt werden können. Doch auf halben Weg sei der Motor ausgefallen, wie der Besitzer vor seinem Verschwinden aussagte. Offenbar versäumte es der Kapitän, den Anker zu setzen und das Schiff trieb auf das felsige Ufer zu.

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Das Boot wurde 1986 in Holland gebaut. Scheich Ashmawi, der sich in den 1980er Jahren in Marbella niederließ, kaufte die Yacht und benannte sie nach seiner Tochter Neeveen. Familienoberhaupt Mohamed Ahmawi wurde unter anderem reich mit dem Import von Rolls-Royce nach Saudi-Arabien. Nachdem Mohamed Ashmawi 2019 und sein Sohn Ahmed 2021 gestorben waren, wurde die Yacht für angeblich 200.000 Euro, wie die „El País“ schreibt.

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