Die Schauspielerin Raquel Welsh reitet mit einem Mann auf einem Esel durch das weiße Dorf Mijas.
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Stars und Sternchen in Mijas: Auch Raquel Welsh stand in dem weißen Dorf vor der Kamera.

Filmproduktionen in Málaga

Mijas an der Costa del Sol als Filmkulisse: Brigitte Bardot beim Stierkampf

  • vonLena Kuder
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Mijas diente vor 70 Jahren als Filmkulisse für internationale Produktionen. Toros, Flamenco und Esel standen im Mittelpunkt. José María Burgos Quero hat die Sequenzen von 20 Filmen zu einem Streifen zusammengeschnitten. Seinem Heimatdorf wollte er mit diesem Projekt eine Hommage bieten.

  • Im weißen Dorf Mijas an der Costa del Sol drehten in den 1950er und 1960er Jahren viele internationale Regisseure Filme.
  • Einige Bewohner von Mijas traten in den Filmen als Statisten auf. 
  • Unter der Franco-Diktatur wurden einige dieser Produktionen in Spanien zensiert.  

Mijas – Ava Gardner und Sean Connery räkelten sich in den 1950er und 1960er Jahren auf den Liegen des Hotels Pez Espada in Torremolinos, der Jet-Set vergnügte sich im Hotel Marbella Club an der Goldenen Meile und im Hinterland entdeckten internationale Filmregisseure das weiße Dorf Mijas für sich. So kam es vor, dass schwedische Schauspieler auf Eselrücken zu sehen waren, britische Stars Flamenco tanzten oder Brigitte Bardot in der Stierkampfarena vor einem Rind den Capote schwenkte.

Mijas
Höhe über dem Meeresspiegel 428 Meter
Ausdehnung 148,8 Quadratkilometer
Einwohnerzahl 85.397
Bürgermeister (seit 2019) Josele González (PSOE)
Provinz Málaga

José María Burgos Quero ist in Mijas aufgewachsen und arbeitet heute im Tourismusbüro von La Cala de Mijas. Als er 13 Jahre alt war, sah er einen Film mit dem Sänger Manolo Escobar, der in Mijas entstanden war. Seine Mutter machte ihn darauf aufmerksam, weil darin die für den Ort so typischen Eseltaxis zu sehen waren. Daraufhin begann er zu forschen und mit Mijeños zu sprechen, die die Dreharbeiten miterlebt hatten. Interessiert an der Geschichte seines Heimatdorfes, hat er sämtliche Filme gesammelt, die in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren in Mijas gedreht wurden. Einige Sequenzen aus rund 20 Filmen hat er zu einem Streifen zusammengeschnitten. Dieser ist Teil seines Projekts „Mijas, un pueblo de película“ (Mijas, ein Ort wie aus einem Film).

In Mijas an der Costa del Sol wirkten bei den Filmproduktionen Einwohner als Statisten mit

Mijas’ Kulturamt fragte ihn schließlich, ob er bei der Tagung zur Geschichte von Mijas mitmachen wolle, um das Projekt und seinen Film vorzustellen. „Mijas diente als Filmkulisse und viele Dorfbewohner wirkten als Statisten mit“, erklärt Burgos Quero. Als er seinen Film im Rathaus zeigte, seien einige Dorfbewohner sehr gerührt gewesen, weil sie bereits verstorbene Verwandte plötzlich auf der Leinwand sahen.

Eine dänische Komödie zum Beispiel basiert auf wahren Begebenheiten. In der Hauptrolle ist ein dänischer Pfarrer zu sehen, der in Benalmádena lebte und für seine dänischen Landsleute Ausflüge nach Mijas samt Exkursionen mit Eseln organisierte. In einem anderen Streifen spielt die französische humoristische Musikgruppe Les Charlots die Hauptrolle. Die britische Produktion „Un toque de distinción“ (A Touch of Class) mit Glenda Jackson wurde ebenfalls in Mijas gedreht. Für ihre Rolle hatte die Schauspielerin 1973 einen Oscar gewonnen. Auch Raquel Welsh und Fernando Rey standen in dem weißen Dorf vor der Kamera. Einige der Filme konnten in Spanien gar nicht gezeigt werden, da sie von der Franco-Diktatur zensiert wurden.

In den in Mijas gedrehten Filmen tauchen immer wieder die Stierkampfarena und Esel auf

Eine Folge der neunten Staffel der Serie „Vacaciones en el mar“ (The Love Boat) wurde in der Calle Los Caños gedreht, die jedoch eine Straße in Barcelona darstellen sollte. Immer wieder tauchen die Stierkampfarena, Eseltaxis und die Straßen von Mijas in den Filmen auf. Folkloristische Elemente verkauften sich eben gut, so Burgos Quero. In den Filmen wimmelt es nur so von Stereotypen. Den Mijeño störe dies nicht, sofern es sich um Komödien handelt. Es würde ihn eher irritieren, wenn solche Clichés auch heute noch in ernsten Filmen vorkommen würden. Sein Lieblingsfilm sei „La mujer es un buen negocio“ mit Manolo Escobar. „Mich fasziniert, anhand der Aufnahmen zu sehen, wie sich der Ort im Laufe der Zeit verändert hat“, unterstreicht Burgos Quero. „Mit meinem Film wollte ich Mijas und seinen Bewohnern eine Hommage bieten.“

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