Ein Hinweisschild weist den Nationalpark Doñana aus.
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Unesco und Umweltschützer sind besorgt, denn das Feuchtgebiet im Mündungsdelta des Guadalquivir droht auszutrocknen.

Drohende Austrocknung

Nationalpark Doñana in Andalusien: Anerkennung als Welterbe in Gefahr?

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
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Mehrere Wasserreservoirs im Nationalpark Doñana in Andalusien drohen auszutrocknen. Die Unesco ist besorgt über die Entwicklung des Schutzgebietes. Und könnte Doñana die Anerkennung als Welterbe entziehen.

Huelva – Von Mitte bis Ende Juli hat das Welterbe-Komitee der Unesco getagt. Thematisiert wurde auf der Sitzung unter anderem der Zustand des als Welterbe anerkannten Nationalparks Doñana in Andalusien. Die Unesco ist nämlich besorgt über die drohende Austrocknung von drei Wasserreservoirs in dem Schutzgebiet. Und auch darüber, dass der EuGH den spanischen Staat jüngst wegen seiner dahingehenden Untätigkeit verurteilt hatte.

DoñanaNationalpark in Andalusien
ProvinzenHuelva, Cádiz und Sevilla
Fläche 543 Quadratkilometer
Begründung16. Oktober 1969

Von Spanien verlangt die Unesco die Umsetzung mehrerer Maßnahmen, um den Raubbau der Wasserressourcen zu stoppen und die Erhaltung der Feuchtgebiete in Doñana zu sichern. Allen voran die Schließung aller illegalen Brunnen zur Bewässerung der im Umfeld des Nationalparks gelegenen Erdbeerplantagen, so wie es auch die Umweltorganisation WWF seit Jahren immer wieder einfordert. Darüber hinaus empfiehlt die Unesco die Einrichtung einer geschützten Pufferzone um den Nationalpark herum. Außerdem sollte der dem Nationalpark vorgelagerte Meeresstreifen ebenfalls unter Naturschutz gestellt werden. Auch dies zwei Wünsche, die der WWF mit der Kulturorganisation der Vereinten Nationen teilt.

Nationalpark Doñana: Spanischer Staat muss bei der Unesco Rechenschaft ablegen

„Die Unesco gibt uns darin recht, dass die Bedrohungen von außerhalb des Nationalparks herrühren“, bekundet der Generalsekretär von WWF in Spanien, Juan Carlos del Olmo. „Und sie ist wie wir der Meinung, dass der Zustand von Doñana kritisch ist, weshalb sie weiterhin wachsam bleiben wird“, ergänzt er. Tatsächlich wird der spanische Staat der Unesco bis zum 1. Dezember einen aktualisierten Bericht zum Zustand des Nationalparks vorlegen müssen. Und auf der übernächsten Sitzung des Welterbe-Komitees im Jahr 2023 soll die weitere Entwicklung in Doñana erneut überprüft werden.

WWF sieht daher einen dringenden Handlungsbedarf, denn sonst könnte Doñana auf der schwarzen Liste der gefährdeten Naturreservate landen und die Anerkennung als Welterbe in Gefahr sein. Als Doñana 1969 zum Nationalpark erklärt wurde, sei dies ein Meilenstein für die Konservierung der Feuchtgebiete in Europa gewesen, ist Juan Carlos del Olmo überzeugt. Nun aber stehe der Nationalpark vor seinem Kollaps. „Doñana hat einen Rückschritt von 50 Jahren erlebt und ist heute so gefährdet wie damals“, bedauert der WWF-Vertreter. Und die Zeit laufe davon, um den Verlust seiner Lagunen und seines Marschlandes sowie die drohende Verendung der in dem Habitat beheimateten Fische, Amphibien und Insekten aufzuhalten.

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