Vier Personen stehen vor einer Gebirgslandschaft.
+
Informell im Outdoor-Look: Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez (r.) hat die Sierra de Las Nieves besucht und ist im neuen Nationalpark auch ein Stück gewandert.

Grüne Lunge der Costa del Sol

Nationalpark in Málaga: Sierra de las Nieves setzt auf Naturtourismus

  • José Antonio Nieto
    VonJosé Antonio Nieto
    schließen

Im Sommer 2021 wurde die Sierra de las Nieves zum Nationalpark erklärt. Die Gemeinden in der Gebirgsregion erhoffen sich davon staatliche Gelder und mehr Besucher. Der Tourismus auf dem Land soll ihnen helfen, die Landflucht aufzuhalten.

Málaga - Im Norden von Marbella gelegen, ist die Sierra de las Nieves die grüne Lunge der Costa del Sol. Seit dem Sommer letzten Jahres ist die Gebirgsregion in Málaga nicht mehr bloß Naturpark, sondern Nationalpark - der dritte in Andalusien nach der Sierra Nevada und den Lagunen von Doñana. Die Sierra de las Nieves umfasst an die 23.000 Hektar, die zu 65 Prozent mit Igeltannen bewaldet sind. Neben dem größten Igeltannenwald in Spanien hat der Nationalpark, der auch von der Unesco als Biosphärenreservat anerkannt ist, auch eine charakteristische Fauna und interessante geologische Formationen zu bieten.

In der Sierra de las Nieves befinden sich mit Benahavís, El Burgo, Istán, Monda, Parauta, Ronda, Tolox und Yunquera acht Gemeinden und in ihrer Peripherie weitere sechs – Alozaina, Casarabonela, Guaro, Igualeja, Ojén und Serrato. Zusammen kommen sie gerade mal auf 65.000 Einwohner, mit abnehmender Tendenz. Denn sie leiden alle mehr oder weniger unter der Landflucht, weshalb sie in die Erhebung zum Nationalpark große Hoffnungen setzen. Von der Aufwertung versprechen sie sich nämlich zum einen mehr staatliche Zuwendungen und zum anderen auch mehr Besucher, die den ländlichen Tourismus beflügeln sollen.

Nationalpark in Málaga: Staatliche Gelder beginnen zu fließen

Tatsächlich ist in die Verwaltung der Sierra de las Nieves nun nicht mehr nur die andalusische, sondern auch die spanische Regierung involviert. Und beide, Landes- und Zentralregierung, haben bereits einen Plan für einen nachhaltigen Tourismus in der Sierra de las Nieves vereinbart, mit einer Laufzeit von drei Jahren und einer finanziellen Dotierung von vier Millionen Euro. Mit dem Geld sollen vor allem neue touristische Infrastrukturen wie etwa Wander- und Radwege errichtet werden sowie die Bewerbung und Vermarktung der Gebirgsregion verbessert werden. Umgesetzt wird der Förderplan vom Kommunalverband der Sierra de las Nieves.

Die andalusische Landesregierung hatte zuvor bereits eine weitere Investition von 500.000 Euro beschlossen. Mit dieser sollen wiederum bereits bestehende Wanderwege ausgebessert und ausgeschildert, Forstwege und ein Picknickplatz instand gesetzt sowie ein Parkplatz für Ausflugsbusse errichtet werden. Eine weitere Investition in Höhe von 1,5 Millionen Euro zur Errichtung eines neuen Sitzes für die Nationalparkverwaltung in Yunquera hat der andalusische Regierungssprecher Elias Bendodo nun auch noch angekündigt, und zwar direkt vor Ort. Bendodo hat die Sierra de las Nieves nämlich vor wenigen Tagen besucht, um einen noch prominenteren Besucher zu begleiten: Pedro Sánchez.

Nationalpark in Málaga: Präsident Sánchez schnürt die Wanderstiefel

Der spanische Ministerpräsident reiste auch nicht alleine an, sondern zusammen mit der Umweltministerin Teresa Ribera. Sánchez und Ribera kamen erst in Tolox im Sitz des Kommunalverbandes mit deren Repräsentanten zusammen. Danach unternahm der Regierungschef noch eine knapp eineinhalbstündige Wanderung durch die Sierra de las Nieves. Von Yunquera aus ging es auf einem zum Teil doch recht steilen Gelände zu einem Aussichtspunkt.

Vor einer spektakulären Berglandschaft in über 1.000 Meter Höhe erklärte Pedro Sánchez die Bewahrung der Naturlandschaften zu einer Prämisse seiner Regierung, da dies die beste Reklame für einen nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Tourismus sei. Die Erhaltung der natürlichen Umgebung in den Schutzgebieten eröffne neue ökonomische Perspektiven für ländliche Gebiete und wirke dem Wegzug der jüngeren Einwohner entgegen, bekundete der Ministerpräsident.

Kommentare