Wandern in der Provinz Málaga

Der Pico del Vilo in Alfarnate: Alpen-Flair in Südspanien

  • vonNicolas Hock
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In Alfarnate, dem höchstgelegenen Dorf der Provinz Málaga, erinnert die Umgebung ein wenig an die Alpen. Eine Wanderung zum Gipfel des direkt über dem Ort gelegenen Berges Pico del Vilo bietet bezaubernde Aussichten.

Eine schöne Wanderung, die relativ einfach und mit eineinhalb bis zwei Stunden einfachen Weges auch nicht allzu lang ist, führt von Alfarnate zum 1.415 Meter hohen Pico del Vilo. Die Tour kann jedem empfohlen werden, der Panoramablicke zu schätzen weiß, denn die Aussicht auf den Stausee La Viñuela und die im Westen gelegenen Berge ist sogar besser als vom rund 600 Meter höher liegendenm Maroma nördlich von Canillas de Aceituno und Alcaucín.

Temperatur und Vegetation in Alfarnate erinnern an die Alpen

Das Besondere an der Tour ist, dass Alfarnate und seine Umgebung ein wenig an Deutschland erinnern. Da Alfarnate mit 925 Metern über dem Meeresspiegel das höchstgelegene Dorf der Provinz Málaga ist, sind die Temperaturen stets um einige Grad niedriger als an der Küste.

Der Gipfel del Pico del Vilo bei Alfarnate befindet sich in 1.415 Metern Höhe.

Auch die Vegetation ist untypisch für Südspanien, denn aufgrund des kühleren Klimas befinden sich um den Ort herum ausgedehnte Plantagen mit Apfel- und Kirschbäumen. Abgerundet wird der Eindruck, mitten in Spanien ein Stück Heimat gefunden zu haben, durch die schroffen Berge der Sierra de Enmedio, Sierras del Jovo und Sierra Palomera, die das Dorf umgeben, denn diese erinnern fast an die bayerischen Alpen.

Das Auto parkt man am besten auf der Plaza de Andalucía vor der Sporthalle des Dorfes. Von hier aus geht es zunächst rechts am eingezäunten Sportgelände des Orts vorbei etwa einen Kilometer lang einen breiten Schotterweg bergauf, der in Serpentinenform auf eine Anhöhe führt, auf der mehrere Fernsehmasten stehen. Unterwegs hat man eine schöne Aussicht auf Alfarnate, das immer kleiner wird, je höher man kommt.

Weg zum Pico del Vilo bietet viel Abwechslung

Bevor man am Fernsehmast ankommt, folgt man dem breiten Hauptweg, der leicht nach links verläuft. Von diesem Weg aus, der an der Südseite des 1.363 Meter hohen Morrón del Gallo herumführt, sieht man bald mehrere Bauernhöfe, die Fertighaus-Siedlung von Alfarnatejo sowie die zerklüfteten Felsmassive des Tajo del Fraile, des Tajo de Gomer und des Tajo de Doña Ana. Nach rund drei Kilometern geht der breite Weg in einen schmalen Pfad über. Hier hat man schon etwas mehr als die Hälfte des Weges zurückgelegt.

Immer diesem Pfad folgend, geht es zunächst über eine Wiese und dann in ein Pinienwäldchen hinein. Nach einigen hundert Metern erreicht man auf einer kleinen Lichtung einen ehemaligen Dreschplatz für Getreide mit Steinplatten, die im Boden versenkt sind. Von hier aus führt der Pfad zu einem Zaun, in den eine Lücke zum Durchlaufen hineingeschnitten worden ist. Stets auf demselben Weg, der parallel zu einem anderen Zaun verläuft, geht es nun bergauf bis der Wald zu Ende und eine Anhöhe erreicht ist.

Auf dem Weg zum Pico del Vilo hat man eine schöne Aussicht auf Bauernhöfe und grüne Wiesen.

Den Pico del Vilo sieht man jetzt direkt gegenüber als den höchsten von insgesamt drei Hügeln. Da sich der Pfad bald auf einem mit Disteln bewachsenen Hang verliert, steuert man einfach geradewegs auf den Gipfel zu, bis man ihn erreicht hat.

Gipfel des Pico del Vilo bietet beeindruckende Aussicht

Oben angekommen, beeindruckt zunächst der Blick auf den Stausee La Viñuela, den man von fast nirgendwo sonst so gut überschauen kann. Etwas nördlich des Sees erkennt man Periana und weiter im Süden die Küstenorte Torre del Mar, Caleta de Vélez und Algarrobo Costa. Im Osten sieht man Alcaucín und die im Winter schneebedeckten Gipfel des Maroma und der Sierra Nevada. Richtung Norden fällt der Blick auf die Berge zwischen Villanueva del Trabuco und Alfarnate.

Gegen Westen tut sich ebenfalls eine schöne Aussicht auf. Hier sieht man Comares, Ríogordo, Colmenar und Casabermeja sowie die alte Bergstraße zwischen Málaga und Colmenar, den in der Nähe des Stausees „El Chorro“ gelegenen Berg Huma sowie die Ausläufer der Sierra de las Nieves.

Einfache Anfahrt von Málaga

Nach Alfarnate gelangt man von Málaga aus über die A-45. Bei Casabermeja die Schnellstraße verlassen, zunächst in Richtung Colmenar fahren und dann der Beschilderung folgen. Von Vélez-Málaga aus nimmt man entweder den Weg über Periana oder man folgt der N-335 bis kurz vor Ríogordo, wo Alfarnate ausgeschildert ist. Die Anfahrtswege sind zwischen 40 und 50 Kilometer lang.

Rubriklistenbild: © NIcolas Hock

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