Poetisch und katholisch

Nur 60 Kilometer im Hinterland vom lebendigen Alicante befindet sich Orihuela. Zugegebenermaßen ist ...

Nur 60 Kilometer im Hinterland vom lebendigen Alicante befindet sich Orihuela. Zugegebenermaßen ist dies nicht unbedingt der erste Ort, der einem einfällt, wenn man an spanische Städte denkt. Dabei hat die Stadt, die etwas mehr als 70.000 Einwohner aufweist, einiges zu bieten und kann auf eine facettenreiche Geschichte zurückblicken. Die Bischofsstadt gehört zu den ältesten in der Comunidad Valencia, sie wurde noch von den Römern gegründet. Das kulturelle Erbe mit alten Kathedralen, Ruinen und Prachtstraßen aus anderen Zeiten gepaart mit beeindruckender Natur lässt die Standarttouristenstädte – und nicht zuletzt den etwa eine Autofahrstunde entfernten Namensvetter Orihuala Costa – schnell vergessen. Da überrascht es kaum, dass der Dichter Miguel Hernández sich für seine Poesie von den romantischen Straßen und Plätzen des historischen Zentrums inspierieren ließ. Geboren wurde der spanische Dichter und Dramatiker im Jahr 1910 genau in dieser Stadt. Als Sohn eines Ziegenhirten musste er im Alter von 14 Jahren die Schule verlassen, da sein Vater seine Hilfe bei der Arbeit brauchte. Schon zu der Zeit war aber die Begeisterung des jugendlichen Hernández für Literatur und Dichtung geweckt, sodass er sich ausgiebig mit dem Studium der Werke großer Autoren des Siglo de Oro wie Cervanes oder Lope de Vega beschäftigte. Als sein erster Sohn geboren wurde, widmete er ihm eigene Gedichte. Doch schon mit einem Jahr starb der kleine Nachwuchs. Auch dem zweiten Baby widmete er eigene Stücke.

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